Wer tritt in die Fußstapfen? 

Nach DFB-Aus von Hummels und Boateng: Das sind Löws Verteidiger der Zukunft

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Niklas Süle und Matthias Ginter.

Jogi Löw hat mit der Ausbootung von Jerome Boateng und Mats Hummels große Lücken in der Abwehr hinterlassen. Diese sechs Kandidaten könnten nun die Nachfolge der Bayern-Stars antreten.

München - Mats Hummels und Jerome Boateng haben die Innenverteidigung der deutschen Nationalmannschaft über Jahre geprägt. Nach ihrem DFB-Aus wird sich Bundestrainer Joachim Löw nach einem neuen Abwehr-Zentrum umsehen müssen. Spieler mit der Erfahrung und dem Werdegang eines Boateng oder Hummels wird er zwar auf die Schnelle nicht finden, aber eine Auswahl an großen Talenten und potenziellen Weltklasse-Spielern ist durchaus vorhanden. Hier sind sechs Kandidaten, die die Nachfolge des Bayern-Duos antreten könnten. 

 

Niklas Süle ist wohl der offensichtlichste Kandidat für die neue Innenverteidigung der Nationalmannschaft. Der deutsche Meister ist längst eine feste Größe beim FC Bayern und hat mit seinen 23 Jahren bereits einen Erfahrungsschatz von mehreren Champions-League-Einsätzen, 16 Länderspielen und einer WM-Teilnahme. Von 157 Bundesliga-Spielen ganz zu schweigen.

Süle ist beim FCB schon jetzt dafür verantwortlich, dass Jerome Boateng nur noch einen Platz auf der Ersatzbank hat. In der Nationalmannschaft wäre ein ähnlicher Rollentausch also nur logisch. Nur dass Boateng beim DFB nicht einmal mehr auf der Bank sitzen darf.  

Jonathan Tah (23, Bayer 04 Leverkusen)

Auch Leverkusen-Profi Jonathan Tah hat mit 23 Jahren schon einiges im Fußball erlebt. Abstiegskampf mit dem Hamburger SV, Zweitliga-Fußball mit Fortuna Düsseldorf und Königsklasse mit Bayer Leverkusen. Tah hat schon ganze 115 Bundesliga-Einsätze hinter sich und wurde bereits vier Mal in der A-Nationalmannschaft eingesetzt. 

Tah spielte schon bei der U21-Nationalmannschaft neben Niklas Süle, diese Konstellation wäre auch im A-Team denkbar. Beide sind erst 23 Jahre alt, beide haben bereits internationale Erfahrung gesammelt und beide wären mit ihrer Körpergröße von 1,95 Metern in der Luft nicht zu schlagen. 

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Antonio Rüdiger (26, FC Chelsea)

Antonio Rüdiger ist mit seinen 26 Jahren vielleicht kein Talent mehr, hat aber mittlerweile den internationalen Durchbruch beim FC Chelsea geschafft und ist im Team von Maurizio Sarri nicht mehr zu ersetzen. Von 29 Saison-Spielen in der Premier League spielte er 27 über die volle Distanz. Außerdem ist Rüdiger international sehr erfahren, spielte bereits in drei Top-Ligen (Bundesliga, Serie A, Premier League) und natürlich in der Champions League. 

Unter Jogi Löw kam Rüdiger ebenfalls schon 29 Mal zum Einsatz, konnte sich aber nie langfristig durchsetzen. Nach dem Aus von Boateng und Hummels bekommt Rüdiger vielleicht eine neue Chance, sich in der Nationalmannschaft zu beweisen. 

Matthias Ginter (25, Borussia Mönchengladbach)

Defensiv-Allrounder Matthias Ginter kann auf nahezu jeder Position in der Verteidigung spielen und ist somit eine echte Allzweckwaffe für Jogi Löw. Das einstige Top-Talent vom SC Freiburg wechselte nach der gewonnenen Weltmeisterschaft 2014 zum BVB, schaffte dort aber nicht den endgültigen Durchbruch und ging dann weiter zu Borussia Mönchengladbach. 

Dort ist er mittlerweile eine wichtige Stütze in einem erfolgreichen Bundesliga-Team und ist somit wieder im Gespräch für größere Einsätze im Deutschland-Trikot. Schließlich sind jetzt zwei Plätze frei geworden.

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Thilo Kehrer (22, Paris Saint-Germain) 

Abwehr-Juwel Thilo Kehrer hat im vergangenen Sommer den großen Schritt vom FC Schalke zu Paris Saint-Germain gewagt und will sich unter Coach Thomas Tuchel auf der höchsten europäischen Ebene beweisen. In dieser Saison kommt der 37-Millionen-Mann immerhin auf solide 19 Einsätze in der Ligue 1 und sieben Spiele in der Champions League. 

Mit der deutschen U21 konnte er schon die Europameisterschaft gewinnen, mit der A-Nationalmannschaft blieb der Erfolg in der Nations League allerdings aus. Sollte er sein großes Potenzial bei PSG nachweisen können, hat er sicherlich gute Chancen, einen der beiden Innenverteidiger-Plätze zu ergattern.

Niklas Stark (23, Hertha BSC)

In der näheren Zukunft hat er sicherlich nur Außenseiter-Chancen, auf längere Sicht könnte er zu einer echten Alternative werden. Herthas Niklas Stark hat zwar ähnlich viel Potenzial wie seine Jahrgangs-Kollegen Süle und Tah, ist auf internationaler Ebene aber deutlich unerfahrener. Die Champions League kennt er bislang nur aus dem Fernsehen und einen Anruf von Jogi Löw hat er auch noch nicht bekommen. Dafür hat er sämtliche U-Nationalmannschaften durchlaufen und krönte sich zum U19- und U21-Europameister. Dazu kommen 115 Bundesliga-Einsätze.

Sollte er es mit der Hertha oder einem anderen Verein auf die internationale Bühne schaffen, steht einigen Länderspiel-Einsätzen sicher nichts im Weg. Bis dahin bleibt ihm wohl nur die Außenseiter-Chance.

ta

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