Aufregung an der Alten Försterei

Skandal in der Bundesliga! DFB fällt überraschendes Urteil und spricht Sperre aus

Rangelei bei zwischen Berlin und Leverkusen nach rassistischen Äußerungen.
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Rangelei bei zwischen Berlin und Leverkusen nach rassistischen Äußerungen.

Beim Bundesliga-Spiel zwischen Union Berlin und Bayer Leverkusen kam es zu rassistischen Äußerungen gegenüber dem Leverkusener Nadem Amiri. Jetzt fällte der DFB ein Urteil.

Update vom 21. Januar, 22.49 Uhr: Union Berlins Abwehrspieler Florian Hübner ist vom Sportgericht des DFB nach dem Streit mit Leverkusens Nadiem Amiri für zwei Spiele gesperrt worden. Für den Vorwurf einer rassistischen Beleidigung fanden die Ermittler des DFB-Kontrollausschusses allerdings keine Anhaltspunkte. Es stand der Verdacht im Raum, Hübner habe seinen Gegenspieler als „Scheiß-Afghane“ beschimpft. Hübner fehlt den Eisernen somit wegen unsportlichen Verhaltens in den Partien am Samstag beim FC Augsburg und eine Woche später gegen Borussia Mönchengladbach.

„Für mein Verhalten in der verbalen Auseinandersetzung mit dem Leverkusener Spieler Nadiem Amiri bin ich zu Recht bestraft worden. Von grundlegender Bedeutung ist für mich, dass das Sportgericht und der DFB davon ausgehen, dass ich selbst zuvor verbal attackiert worden bin und dass meine Äußerungen nicht diskriminierend oder in irgendeiner Weise rassistisch waren“, wurde Hübner in einer Mitteilung seines Vereins zitiert. „Jede Art von Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung wird in meiner Familie und von mir zutiefst verabscheut. Mit Amiri habe ich mich ausgesprochen und wir haben alles bereinigt.“ Der 29-Jährige muss zudem eine Geldstrafe von 20.000 Euro bezahlen.

Rassismus-Eklat: Streit zwischen Hübner und Amiri - DFB nimmt Ermittlungen auf

Update vom 16. Januar 2021, 14.13 Uhr: Der Kontrollausschuss des DFB hat nach der angeblichen rassistischen Beleidigung durch einen Spieler von Union Berlin gegen Nadiem Amiri die Ermittlungen aufgenommen. „Es besteht der Verdacht, dass der Berliner Spieler Florian Hübner seinen Leverkusener Gegenspieler Nadiem Amiri, dessen Eltern aus Afghanistan stammen, rassistisch beleidigt haben könnte“, teilte der Verband mit.

Der DFB betont, alle Beteiligten zu Stellungnahmen aufgefordert zu haben. Der Verband dulde keinerlei Rassismus, erklärte Anton Nachreiner, Vorsitzender des Kontrollausschusses: „Das ist für uns ein absolutes No-Go und wird bei Nachweis auch entsprechend bestraft.“

Union Berlin wies hingegen Vorwürfe zurück, wonach es rassistische Äußerungen durch einen seiner Spieler gegeben habe. Der Vorwurf sei an den Verein herangetragen worden, „wir selbst haben diese Information nicht“, sagte Unions Manager Oliver Ruhnert.

Rassismus-Eklat: Nadiem Amiri akzeptiert Entschuldigung - „Sache für mich nun erledigt“

Update vom 16. Januar 2021, 13.20 Uhr: Nach dem Rassismus-Eklat bei der Begegnung zwischen Union Berlin und Bayer Leverkusen, scheint das Thema zumindest zwischen den beteiligten Spielern geklärt zu sein. „Er ist nach dem Spiel zu mir in die Kabine gekommen. Es sind auf dem Platz aus den Emotionen heraus unschöne Worte gefallen, die ihm sehr leidtun“, wird Amiri in einer Mitteilung seines Vereins zitiert. „Er hat mir das glaubwürdig versichert und deswegen ist die Sache für mich nun erledigt“, erklärte der deutsche Nationalspieler.

„Sch*** Afghane“: Rassismus-Eklat überschattet Union-Sieg gegen Leverkusen - „Hoffe, das hat Konsequenzen“

Erstmeldung vom 16. Januar 2021:

Berlin - Seit Jahren wird öffentlich über das Rassismus-Problem im Fußball diskutiert. Die Verbände, Vereine, Spieler und auch Fan-Gruppierungen verurteilen Diskriminierung aufs Schärfste. Vor allem im vergangenen Jahr wurde das Thema durch die „Black Lives Matter“-Bewegung noch mal deutlich in den Vordergrund gedrängt und trotzdem kommt es immer wieder zu rassistischen Vorfällen.

Union - Leverkusen: Rassistische Äußerungen gegenüber Amiri

Am Freitagabend, dem 15. Januar 2021, wurde der Fußball erneut überschattet. Bei der Bundesliga*-Begegnung zwischen Union Berlin* und Bayer Leverkusen* kam es kurz nach Abpfiff zu einer Rangelei zwischen den Spielern beider Teams. Der knappe 1:0 Sieg von Union wurde schnell zur Nebensache.

Nach Aussagen mehrerer Leverkusener war eine rassistische Äußerung eines Union-Spielers der Auslöser. „Was ich sehr bitter finde, ist die Situation, die mit Nadiem Amiri vorgekommen ist, wo seine Herkunft, dort wo seine Eltern herkommen, beleidigt wurde. Das finde ich sehr, sehr schade, das gehört nicht auf den Fußballplatz“, sagte Jonathan Tah im Interview bei DAZN*.

„Scheiß-Afghane“: Unioner beleidigt Amiri rassistisch

Während einer Diskussion unmittelbar nach dem Schlusspfiff sei von Unioner Seite gegenüber dem deutschen Nationalspieler Amiri der Begriff „Scheiß-Afghane“ gefallen, sagte Tah: „Ich hoffe, dass das Konsequenzen hat. Das geht natürlich nicht.“

Unions Trainer Urs Fischer hat nun Aufklärung versprochen. „Ich werde das ansprechen. Wir werden versuchen, das zu klären“, sagte Fischer und fügte an: „Wenn das der Fall sein sollte, entschuldige ich mich dafür.“

Union Berlin und Bayer Leverkusen verurteilen Vorfall scharf

Auch Union Berlins Sprecher Christian Arbeit fand deutliche Worte. Nach Spielschluss und vielleicht auch schon in der Endphase des Spiels seien „viele unschöne Worte auf dem Platz gefallen, die da absolut nichts zu suchen haben“, erklärte er und machte die Position des Vereins klar: „Rassismus hat auf dem Fußballplatz und auch sonst in der Gesellschaft nichts zu suchen.“

Leverkusens Trainer Peter Bosz bezog ebenfalls klar Stellung: „So etwas darf auf einem Fußballplatz nie, nie passieren“, sagte Bosz. Auf der Spieltags-PK erklärte er weiter: „Ich habe nachher noch mit Nadiem Amiri gesprochen. Ich wusste es am Anfang nicht, was da alles passiert ist. Ich dachte, es hätte mit dem Schiedsrichter zu tun, aber er hat mir erklärt, dass das nicht der Fall war. So etwas darf nie auf einem Fußballplatz passieren.“

Amiris Mitspieler Kerem Demirbay wollte sich zu den verbalen Attacken auf dem Platz direkt nicht äußern: „Ich habe es mitbekommen. Ich habe Respekt vor beiden Spielern, aber mehr will ich dazu nicht sagen. Was auf dem Fußballplatz passiert, bleibt auf dem Platz. Wenn sie sich dazu äußern wollen, dann ist das ihre Entscheidung.“ (md mit SID) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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