Innenministerium prüft Verbot

Dortmunder Hooligans „Riot0231“ im Visier der Ermittler

+

[Update, 16.15 Uhr] Dortmund - In Dortmunder Fankreisen verbreitet die Hooligan-Gruppierung „RIOT0231 – Ultras h“ seit knapp zwei Jahren Angst und Schrecken – jetzt geht das Düsseldorfer Innenministerium gegen die extrem gewaltbereite Gruppierung von Fußballschlägern vor.

Am Dienstagmorgen durchsuchte die Dortmunder Polizei die Wohnungen von vier führenden Köpfen der Hooligan-Gruppe mit dem Ziel, Beweismaterial zu sammeln, um die „Riots“ verbieten zu können, wie Sprecher des Ministeriums und der Polizei berichteten. Ähnlich ging die Politik zuletzt bei Verboten von Rockervereinigungen oder der rechtsextremen Gruppierung „NWDO“ (Nationaler Wiederstand Dortmund) vor.

Gezieltes Training für Schlägereien

Mit geschätzt 50 Mitgliedern sind die „Riots“ keine große Gruppe in der riesigen Dortmunder Fanszene – keine Truppe aber sorgte zuletzt für mehr negative Schlagzeilen. „Über 20 Mitglieder besuchen dieselbe Kampfsportschule. Dort trainieren sie ganz gezielt für Schlägereien“, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Dienstag. Bei ihnen habe „rohe Gewalt Priorität, nicht der Fußball“. 

An Übergriffen an Leipziger Fans beteiligt

Immer wieder fielen die Schläger, laut Dortmunds Polizeisprecher Gunnar Wortmann „gut austrainiert“, durch Gewaltaktionen auf – etwa in einem Sonderzug zum Pokalfinale in Berlin oder auch bei den brutalen Ausschreitungen gegen Leipzig-Fans Anfang des Jahres. Die vier Personen, deren Wohnungen am Dienstag durchsucht wurden, waren „nachweislich an den gewalttätigen Übergriffen auf Fans von RB Leipzig beteiligt“, sagte Jäger. 

Großteil der Gruppe mit Stadionverbot belegt

Im Stadion findet man die „Riots“ eher seltener – ein Großteil der Gruppe ist nach Angaben des Dortmunder Polizeisprechers Gunnar Wortmann mit Stadionverbot belegt

Drohungen gegen "Aki" Watzke"

Auch eine Drohung gegen BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim „Aki“ Watzke soll auf das Konto der Gruppe gehen. Anfang März prangte auf einer Wand in Dortmund ein großflächiges Graffiti: „Aki Watzke, aus der Traum...bald liegst du im Kofferraum“ – dazu waren die Initialen der Hooligan-Gruppierung geschrieben. 

Aus "Desperados" hervorgegangen

Hervorgegangen seien die „Riots“ aus Teilen der ebenfalls berüchtigten Dortmunder Ultra-Gruppierung „Desperados“, die immer noch aktiv ist und enge Verbindungen auch zu Kölner Ultras pflegt. Teile der „Riots“ seien auch der rechten Szene zuzuordnen, sagte Wortmann. Der Name setzt sich zusammen aus dem englischen Wort für Gewalt und der Dortmunder Telefonvorwahl. 

Neben Waffen wurden auch Fan-Utensilien des Rivalen aus Gelsenkirchen gefunden.

Am Dienstag stellten die Ermittler in den Wohnungen der vier Hooligans (alle Mitte 20) unter anderem eine Schreckschusspistole, Sturmhauben, Baseballschläger, Zahnschutz und Quarzsandhandschuhe sicher. Schon im Februar hatte die hessische Polizei einen Reisebus der Hooligans auf dem Weg zum Auswärtsspiel in Darmstadt gestoppt und dort reichlich Pyrotechnik, Schlagwerkzeuge, Sturmhauben und auch Drogen eingezogen. Auch in diesem Bus saßen laut Jäger Mitglieder die vier führenden Köpfe der "Riots". 

NRW-Innenminister Ralf Jäger erklärte am Dienstag, dass man nun prüfen werde, ob das Beweismaterial für ein Verbot der „Riots“ reicht. Er versprach: „Der Staat zieht alle Register, damit der Fußball nicht von Schlägern tyrannisiert wird.“  - mit dpa-Material

Verpassen Sie keine Nachricht zu Borussia Dortmund und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare