Welt- und Ex-BVB-Trainer

Braucht der BVB einen Typ Klopp? "Das ist nicht das Problem, den hörst du eh nicht..."

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Jürgen Klopp.

BVB-Boss Watzke schwärmt in seinem Buch von Ex-Coach Klopp, was zu Diskussionen um den aktuellen Coach Favre führte. Brandt hat eine klare Meinung.

Update 31. Oktober, 10.36 Uhr: Seit über vier Jahren ist Jürgen Klopp schon nicht mehr Trainer von Borussia Dortmund. Dennoch ist der heutige Teammanager des FC Liverpool rund um den BVB immer noch ein Thema und wird als Maßstab genommen. Allerspätestens seit den Schwärmereien von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wird auch um den aktuellen Coach Lucien Favre diskutiert. Der Tenor: Er sei zwar ein absoluter Fachmann, könne eine Mannschaft aber nicht so emotionalisieren wie Klopp.

Die Diskussionen ebben ein wenig ab: Favre geht mehr aus sich heraus, und die Tatsache, dass der BVB im DFB-Pokal einen Rückstand gegen den Borussia Mönchengladbach gedreht hat, sollten zumindest vorübergehend für etwas Ruhe sorgen.

Auch den Spielern ist der ewige Vergleich mit Klopp nicht entgangen. Neu-Dortmunder Julian Brandt hat dazu eine klare Meinung. "Viele wünschen sich hier ja einen Trainer, der mehr macht", erklärte der Matchwinner nach dem Duell mit den Fohlen: "Ich muss sagen: Du bist hier in einem Stadion, in dem du 80.0000 Menschen hinter dir hast. Du hörst den Trainer eh nicht."

Julian Brandt (links) nimmt seinen BVB-Coach Lucien Favre in Schutz.

Weiter meinte er: "Natürlich gibt es Spieler, die einen Klopp als Vorgänger hatten, der viel mit Mimik gemacht hat und einen pushen konnte, definitiv. Aber er (Favre, Anm. d. Red.) ist so, wie er ist. Es gibt viele Trainer, die sehr ruhig und sehr erfolgreich sind. Da ist das nicht das Thema, dass sie nicht viel an der Seitenlinie machen. Er hat einen schweren Stand mit seinen Vorgängern hier in Dortmund. Aber ich glaube nicht, dass das ein Problem ist – zumindest nicht für mich."

Watzkes Schwärmereien für Klopp: Zorc stellt nun etwas klar

Update 20. Oktober, 10.30 Uhr: Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc hält die Diskussionen um Trainer Lucien Favre in Folge der Buch-Veröffentlichung von Klub-Chef Hans-Joachim Watzke für "Kinderkram."

Watzke hatte in dem Buch gestanden, dass er Ex-Trainer Jürgen Klopp wegen einer möglichen Rückkehr angefragt habe. Das sei aber 2017 gewesen und nicht direkt vor Favres Verpflichtung im Sommer 2018, betonte Zorc im Sportstudio des ZDF und erklärte: "Jeder weiß, dass Jürgen Klopp hier verehrt wird. Aber das hat doch nichts mit der Autorität des aktuellen Trainers zu tun."

Für den unglücklichen Zeitpunkt der Buch-Veröffentlichung könne Watzke nichts, "das ist eine Frage der Verlage".

Zuvor hatte unter anderem der frühere Welt- und Europameister Jürgen Kohler Kritik geübt. Er halte zumindest den Zeitpunkt der Buchveröffentlichung für schwierig, hatte der langjährige Dortmunder Abwehrchef der Sport Bild" gesagt: "Die Borussia hat bislang nicht souverän gespielt. Aki Watzke hat es sicher nicht mit Vorsatz gemacht, aber unbewusst schadet er dem eigenen Trainer."

Klopp begeistert BVB-Fans bei Buchvorstellung – Watzke gesteht Fehler ein

Update 11. Oktober, 12.20 Uhr: Auch einen Tag nach der Buchvorstellung von BVB-Boss Hans-Joachim "Aki" Watzke bleibt das Interesse an Jürgen Klopp groß. Der Ex-Trainer unterstützte das Werk seines ehemaligen Chefs allein durch seine Anwesenheit – und riss eine alte Wunde bei den Anhängern von Borussia Dortmund auf.

"Es geht bei mir und Jürgen nicht um die Trainerseite, sondern um eine spezielle Beziehung", sagte Watzke am Donnerstag im Rahmen der Buchvorstellung. Klopp war dabei. Es sollte aber wohl nicht gleich der Eindruck geweckt werden, dass er alsbald Lucien Favre ersetzen sollte. Kein Wunder, dass er ergänzte: "Lucien Favre macht sehr gute Arbeit."

Watzke gestand sich im Laufe der Veranstaltung aber doch einen Fehler ein. Den er so allerdings nicht beheben konnte. "Die Grundsatzentscheidung zum Buch ist vor neun Monaten gefallen", sagte der Geschäftsführer am Donnerstag auf dem Podium im Eventbereich des BVB-Stadions erklärend. Momentan sei es für die Vorstellung "vielleicht der falsche Zeitpunkt", ja, räumte er ein: "Aber sollen wir jetzt warten, bis wir wieder ein Spiel gewinnen?" Seine Antwort schwang unausgesprochen mit: nein.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Jürgen Klopp haben sichtlich Spaß.

Dabei ist Klopp nicht nur als Trainer beliebt, sondern auch wegen seiner Fähigkeit, Massen zu begeistern. Ähnlicher Entertainer-Qualitäten legten jetzt Mats Hummels, Marco Reus und Julian Brandt mit einem – ungewollten – Auftritt bei "Verstehen Sie Spaß?" an den Tag.

Viel Trubel: Jürgen Klopp ist zurück in Dortmund und Watzke hätte ihn gerne beim BVB

Update, 20.31 Uhr: Jürgen Klopp ist zurück in Dortmund. Was für viele BVB-Fans ein Traum ist, wurde am Donnerstagabend Realtität - nur für einen Tag. Vier Jahre nach seiner Unterschrift beim FC Liverpool war der ehemalige BVB-Meistertrainer von 2011 und 2012 prominenter Gast bei der Buchvorstellung von Hans-Joachim Watzke. In der 288 Seiten langen Biografie "Echte Liebe" gewährt der 60 Jahre alte BVB-Geschäftsführer Watzke zusammen mit Autor Michael Horeni Einblicke in sein Leben.

Der Besuch von Ex-BVB-Coach Jürgen Klopp in Dortmund sorgte für viel Aufsehen – und bescherte auch Watzeks Buch über sein Leben mit Borussia Dortmund viel Aufmerksamkeit. "Aki ist eine wichtige Figur in der Geschichte von Borussia Dortmund. Deshalb macht dieses Buch Sinn. Es ist eine schöne Zeitreise", kommentierte Klopp vor 400 Zuhörern am Donnerstag im Dortmunder Stadion.

Für Kritik, dass dieses Bekenntnis dem nach durchwachsenen Saisonstart in die Kritik geratenen aktuellen BVB-Trainer Lucien Favre schaden könnte, hat Watzke wenig Verständnis: "Lucien macht sehr gute Arbeit. Das ist nicht das Thema. Es geht hier überhaupt nicht um den Trainer, sondern um eine menschliche Komponente", sagte Watzke, "das gibt es in jedem Verein, in dem ein Trainer eine Epoche geprägt hat."

Der in Dortmund noch immer populäre und in Liverpool bis 2022 gebundene Klopp schloss ein Comeback beim BVB zwar nicht kategorisch aus, machte vielen Fans aber wenig Hoffnung: "Es war ein traumhafter Lebensabschnitt, und ich weiß nicht, ob man den toppen kann. Und wenn man es könnte, dann würde das wiederum den Wert der sieben Jahre schmälern", schrieb er. Am Abend in Dortmund klang er weniger eindeutig: "Ich habe mir keine Gedanken gemacht. Ich weiß nicht, was passiert. Man wird sehen, was ich in Zukunft mache."

Watzke wollte erst Klopp anstelle von Favre - so reagierte der Reds-Coach

Update 10. Oktober, 8.38 Uhr: Das hätten viele Fans von Borussia Dortmund sicherlich gefeiert. Im Mai 2018 plante BVB-Boss Hans-Joachim Watzke eine Rückholaktion von Trainer Jürgen Klopp. Der Geschäftsführer der Schwarz-Gelben kassierte eine Absage.

"Irgendwann (...) klingelte mein Telefon, als ich im Flieger saß. Aki war dran: 'Jürgen, du musst zurückkommen.' Ich habe gelacht. Ich dachte, er macht einen Scherz. 'Bist du doof, hast du getrunken? Wie kommst du denn auf die Idee? Ich habe doch noch ein paar Jahre Vertrag in Liverpool'", erzählte der heutige Coach des FC Liverpool in Watzkes neuem Buch "Echte Liebe. Ein Leben mit dem BVB", aus dem die Bild vorab einige Auszüge abdruckte.

Klopp weiter: "Ich weiß nicht, wie ernst das in dem Moment von ihm war, aber da habe ich schon gemerkt, dass er sich von mir eine größere Bereitschaft gewünscht hätte, darauf einzugehen."

Watzke meinte es offenbar sehr ernst. Nach der Entlassung von Thomas Tuchel sowie dem verkorksten Jahr unter Peter Bosz und Peter Stöger sollte der nächste Schuss sitzen, Bevor der BVB anschließend den aktuell in der Kritik stehenden Lucien Favre verpflichtete, versuchte Watzke sein Glück bei Klopp.

"Ich wusste, dass Jürgen absagen würde, dass er seinen Vertrag in Liverpool erfüllen wird. Jürgen hat seine Verträge immer erfüllt. So ist er. Aber wenn man neue Wege gehen will, und wir mussten an diesem Punkt einen neuen Weg beim BVB einschlagen, dann musste ich Jürgen wenigstens fragen, ob er sich das womöglich doch vorstellen kann", erklärte Watzke: "Ich habe damit überhaupt nicht gerechnet, aber ich hätte mir nicht verziehen, ihn in diesem Moment nicht wenigstens gefragt zu haben."

Eine grundsätzliche Absage von Klopp? Der Coach des Champions-League-Siegers: "Als ich aus Dortmund wegging, hätte ich mir vorstellen können, irgendwann noch mal zurückzukehren. Ich habe aber gehofft, dass dafür für beide Seiten nicht die Notwendigkeit entsteht. Es war ein traumhafter Lebensabschnitt, und ich weiß nicht, ob man den toppen kann. Und wenn man es könnte, dann würde das wiederum den Wert der sieben Jahre schmälern."

Er ergänzte aber auch: "Als Retter in der Not, wenn der Verein wirklich meine Hilfe braucht – warum sollte ich das nicht machen? Es ist total schön, dass ich dazu überhaupt die Möglichkeit habe. Aber ich halte es nicht für wahnsinnig wahrscheinlich, dass es so kommt. Aber eine so große Sache wie in Dortmund einfach nur aufwärmen, das möchte ich nicht. Es muss immer etwas Neues kommen."

"Das war vielleicht ein Fehler...": Watzke trauert Klopp hinterher

Update 9. Oktober, 9.44 Uhr: Jürgen Klopp ist schon eine Weile nicht mehr Trainer von Borussia Dortmund. Im April der Saison 2014/15 war der heutige Teammanager des FC Liverpool mit dem Wunsch an die Verantwortlichen der Schwarz-Gelben heranzutreten, sich im Sommer zu trennen.

"Wir haben dann auch nicht mehr versucht ihn umzustimmen. Aber das war vielleicht ein Fehler", schreibt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in seinem Buch "Echte Liebe. Ein Leben mit dem BVB", von dem die Bild vorab einen Auszug druckte. 

Watzke weiter: "Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn wir die gesamte Mannschaft ausgetauscht hätten - und nicht den Trainer. Denn so einen Trainer, das war mir klar, würden wir nie mehr wieder bekommen, gute Spieler aber schon. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer."

Der BVB hatte im letzten Jahr eine desaströse Hinrunde hingelegt, war nach dem 19. Spieltag sogar Tabellenletzter. Doch die Dortmunder hielten dennoch an Klopp fest und wurden am Ende dank einer Aufholjagd noch Siebter.

Laut Watzke habe Klopp bereits ein Jahr zuvor seinen Abschied vom BVB angeboten. "Da haben wir das Ding noch mal mit aller Macht gedreht, bei mir in der Küche", berichtet Watzke, der einmal mehr betonte, nie wieder so eine enge Bindung zu einem Trainer gehabt zu haben: "Manchmal, wenn ich heute im Trainingslager bin und dann spätabends hochgehe auf mein Zimmer und mich noch mal auf die Terrasse setze, überkommt mich ein wehmütiges Gefühl. Da denke ich an die vergangenen Jahre, als ich da auch so gesessen habe und dann irgendwann auf der Terrasse dieses wiehernde Lachen von Jürgen gehört habe. Da wusste ich immer: Es ist alles in Ordnung. Aber das gibt es jetzt nicht mehr. Das ist ein bisschen so, wie wenn die Kinder ausziehen. Da weiß man auch, dass es irgendwann passieren wird, aber es fehlt trotzdem so viel."

Auf Klopp folgte Thomas Tuchel beim BVB. Er gewann mit der Borussia 2017 zwar den DFB-Pokal, musste anschließend jedoch aufgrund interner Querelen mit der Führungsspitze um Watzke gehen. In der Saison 2017/18 versuchten Peter Bosz und Peter Stöger ihr Glück, ehe Lucien Favre zur Saison 18/19 übernahm. Nach einem guten ersten Jahr unter Favre hat der BVB gerade eine Ergebnis-Krise, weshalb der Schweizer in der Kritik steht.

Klopp zurück zum BVB? Sportdirektor Zorc schwärmt von ihm

Update vom 30. September, 9.30 Uhr: BVB-Trainer Lucien Favre steht in der Kritik. Und Sportdirektor Michael Zorc schwärmt vor dem Champions-League-Auswärtsspiel von Borussia Dortmund gegen Slavia Prag von Jürgen Klopp – der würde nämlich vieles richtig machen. Das befeuert Gerüchte.

Für Zorc ist der FC Liverpool ein Paradebeispiel in der aktuellen Ausgabe des kicker für gute Arbeit. "Wie Jürgen Klopp diesen Klub entwickelt hat, ist ein Paradebeispiel dafür, was möglich ist. Liverpool zählt heute zu den absoluten Topfavoriten, das war vor drei Jahren nicht so", so Zorc. Dabei könnte der BVB mit dem Potenzial seines Kaders ebenfalls zur absoluten Spitze zählen. Nur so richtig gelingt es Borussia Dortmund nicht, diese Qualität auf den Platz zu bringen. Coach Favre wird immer wieder vorgeworfen, die Mannschaft nicht genügend zu pushen.

"Um in der Champions League zu bestehen, musst du dir deiner Qualitäten und Stärken bewusst sein. Du brauchst auch ein gehöriges Maß an Selbstbewusstsein und darfst keine negativen Gedanken zulassen. Dann ist vieles möglich", so Zorc. Eigenschaften, die man wohl eher Jürgen Klopp zuschreiben würde, der sich vielleicht in naher Zukunft über einen Transfer von Jadon Sancho freuen könnte.

Kann der BVB seine gesetzten Ziele aber auch mit Favre erreichen? Nach Mittwoch ist man da schon ein Stück weiter. Um 18.55 Uhr (live im TV) tritt Borussia Dortmund bei Slavia Prag an, wir haben vorab einen Blick auf die mögliche Startelf des BVB geworfen. Zorc jedenfalls bekennt sich (noch) zum aktuellen BVB-Coach. Solange die Ziele nicht ernsthaft in Gefahr sind.

Jürgen Klopp kehrt zurück nach Dortmund – der Grund dürfte BVB-Fans überraschen

Update vom 26. September, 14.56 Uhr: Für viele BVB-Fans ist es ein Traum. Welttrainer Jürgen Klopp kehrt zurück zu Borussia Dortmund. Und das ist im Oktober 2019 tatsächlich der Fall. Aber Klopp kommt nicht als BVB-Trainer zurück, der Grund ist ein anderer – hat aber etwas mit Hans-Joachim Watzke zu tun.

Der BVB-Boss stellt nämlich im Dortmunder Stadion sein Buch vor. Anlass ist die Premiere des Fußball-Buches "Echte Liebe. Ein Leben mit dem BVB", das Watzke gemeinsam mit dem FAZ-Sportkorrespondenten Michael Horeni geschrieben hat. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Literaturfestivals lit.Ruhr (8.-13. Oktober) statt und wird von ARD-Sportschau-Moderator Alexander Bommes geleitet. Das Buch erscheint am 14. Oktober.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wird Jürgen Kloppe mit Watzke über ihre gemeinsame Zeit beim BVB sprechen, über die Erfolge und Niederlagen und die Liebe zum Fußball. Zunächst aber ist der SV Werder Bremen am Samstag (18.30 Uhr/hier live im TV) zu Gast in Dortmund – der 6. Bundesligaspieltag steht an.

Nach Wahl zum Welttrainer: Jürgen Klopp erzählt von einem peinlichen Vorfall beim BVB

Update vom 25. September, 16.15 Uhr: Jürgen Klopp hat beim BVB nicht immer alles richtig gemacht. Trotzdem, oder gerade deshalb, wird er von vielen Fans von Borussia Dortmund noch immer verehrt. Einen seiner Fehler hat der frisch gewählte Welttrainer jetzt sogar zugegeben. Humorvoll, wie man ihn kennt.

"Meiner Meinung nach sollte man Rocky 1 bis 4 überall auf der Welt in den Schulen zeigen", erzählt Jürgen Klopp in einem Beitrag von The Players' Tribune. Der frisch ernannte Welttrainer ist großer Fan der Filme-Klassiker mit Sylvester Stallone – und wollte das auch seinen Spielern bei Borussia Dortmund vermitteln. Klappte aber nicht so ganz.

Im Jahr 2011, am Abend vor einem schweren Spiel des BVB gegen den FC Bayern München, trommelte Klopp demnach seine Spieler im Mannschaftshotel zusammen und wollte sie motivieren. "Ich habe mich in Rage geredet anhand er Geschichte von Rocky und blickte meine Spieler an. Ich dachte, die müssten auf den Stühlen stehen und bereit sein, im nächsten Moment ein Berg in Sibirien raufzurennen. Aber alles saßen nur da und starrten mich mit leeren Augen an", erzählt Klopp.

Sein Fehler wurde im schnell bewusst. Der sonst so starke Motivator Klopp hat auf den falschen Film gesetzt, er bekam die jungen BVB-Profis nicht zu packen. "Sie haben mich angeguckt nach dem Motto: Was zur Hölle redet dieser verrückte Mann da?", so Klopp. Dann realisierte er: Niemand kannte den Film. Die Spieler waren schlichtweg zu jung. Peinliche Stille. "Nur Sebastian Kehl und Patrick Owomoyela hoben die Hand. Meine ganze Rede hat also überhaupt keinen Sinn gemacht", sagt Klopp. Dortmund gewann trotzdem auswärts bei Bayern München mit 1:0.

Jürgen Klopp ist Welttrainer – das befeuert eine Trainer-Diskussion beim BVB

Dortmund – Jürgen Klopp ist bei der FIFA-Gala in der Mailänder Scala zum Welttrainer ernannt worden. In Zeiten, in denen dem BVB ein Kabinen-Problem nachgesagt wird, wird die Situation für Klopps Nachfolger beim BVB, aktuell Lucien Favre, dadurch nicht leichter. Einige wünschen sich einen Klopp zurück nach Dortmund – dort hat er ein großes Erbe hinterlassen.

Gut, dass beim FC Liverpool wird vermutlich ein noch größeres sein. Dennoch werden bei Borussia Dortmund immer wieder die Rufe laut, dass ein Motivator wie Jürgen Klopp fehle. Lucien Favre gilt als eher ruhiger Vertreter, der sachlich analysiert – aber nicht an der Seitenlinie mal aus der Haut fährt. Der BVB sieht sich auch deswegen aktuell mit einem Mentalitätsproblem konfrontiert. Ein Sportpsychologe erklärte bereits, dass es dem BVB an Typen wie Mats Hummels – der aktuell verletzt ist – fehle. Der alleine würde nicht reichen. Andererseits ist der Ruf nach Klopps Rückkehr auch ein zu leichter. Seine Welttrainer-Auszeichnung lässt ihn aber eben lauter werden.

Klopp zum Welttrainer ernannt: Kritik an Favre beim BVB ungerecht

Dennoch wird das der Arbeit von Favre bei Borussia Dortmund nicht gerecht. Der Schweizer hat einen Umbruch schnell gemeistert, die Mannschaft spielte in der Vergangenheit lange um die Meisterschaft mit. Daraus wurden Ansprüche abgeleitet, Titel sollen her. Es heißt, Favre sei der Falsche dafür. Ein Typ wie Welttrainer Klopp könne es eher richten. Das ist aber nur bedingt korrekt. Denn: Favre agiert nicht allein.

Favre kann auf seine Co-Trainer zählen – und muss nicht wie Welttrainer Klopp beim BVB agieren

Der BVB-Chefcoach hat ein Trainerteam um sich geschart, dass seine Mängel ausgleichen soll und kann. Der junge Co-Trainer Edin Terzic etwa versucht sich schon mal als Motivator, erreicht mit seiner kumpelhaften, juvenilen Art gerade die jüngeren Spieler gut. Dank seiner sportlichen Expertise hat er aber auch bei den Routiniers einen Stein im Brett – agiert eben nur mehr im Hintergrund. Favre muss also vielleicht gar nicht unbedingt den lauten Trainer mimen.

Ex-BVB-Coach Jürgen Klopp ist Welttrainer und dankt seiner Familie

Doch kommen wir zurück zu Klopp und seiner Auszeichnung als Welttrainer. Darüber reagierte der Liverpool-Coach nämlich ziemlich emotional und besann sich seiner Wurzeln. "Wow! Was kann ich sagen?! Ich muss mich bei vielen Menschen bedanken, angefangen bei meiner Familie, die daheim sitzt und hoffentlich zuschaut", sagte er. Mit 48 Wertungspunkten setzte sich Klopp gegen den früheren Bayern-Coach Pep Guardiola (38/Manchester City) und Mauricio Pochettino (27/Tottenham Hotspur) durch. Klare Wertung.

Bundestrainer Löw stimmte bei Wahl zum Welttrainer für Klopp

Der ehemalige BVB-Trainer ist der dritte deutsche Welttrainer. Seit 2010 wird die Wahl durchgeführt. Jupp Heynckes war nach dem Triple mit dem FC Bayern München im Jahr 2013 und Bundestrainer Joachim Löw nach dem WM-Triumph 2014 geehrt worden. Ex-Schalke Trainer Domenico Tedesco hat seine Fehler analysiert – und wird vielleicht auch irgendwann mal nominiert, sollte es wieder bergauf gehen. Der wahlberechtigte Löw hatte Klopp bei der Abstimmung auf Platz eins gesetzt - Nationalmannschaftskapitän Manuel Neuer votierte an erster Stelle für seinen einstigen Coach Pep Guardiola, der mit 38 Punkten hinter Klopp (48) landete. 

Klopps Verteidiger Virgil van Dijk belegte Platz zwei hinter Lionel Messi bei der Wahl zum besten Spieler, wie tz.de* berichtet – beim Fußball-Simulator FIFA 20 würde der Innenverteidiger aber trotzdem Probleme mit BVB-Star Jadon Sancho bekommen. Ein bestimmter Wert ist dabei nämlich ausschlaggebend. maho/dpa/mg/sid

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Quelle: wa.de

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