Neue Konkurrenz

BVB verpflichtet Nico Schulz – muss Schmelzer jetzt Borussia Dortmund verlassen?

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Marcel Schmelzer (links) hatte es sportlich beim BVB schon nicht leicht, jetzt kommt in Nico Schulz auch noch neue Konkurrenz.

Borussia Dortmund hat Nico Schulz verpflichtet. Der Linksverteidiger ist damit ein weiterer Konkurrent für Marcel Schmelzer. Wie geht es für ihn weiter beim BVB?

Dortmund – Vizemeister Borussia Dortmund macht ernst und startet mit der Verpflichtung von Nico Schulz in die Sommerpause. Die Zeichen stehen auf Angriff für die nächste Saison – zum Leidwesen von Marcel Schmelzer. Viele Chancen gibt es für den Linksverteidiger beim BVB nicht mehr.

Die langen Haare fallen strähnig ins Gesicht, ein dünnes Haarband hält sie etwas zurück. Etwa zehn Jahre ist Marcel Schmelzers Bundesliga-Debüt jetzt her, damals beim 3:2 gegen Bayer 04 Leverkusen. Die Haare, sie sind kürzer geworden. Die Einsatzzeiten auch. Und jetzt kommt noch mehr Konkurrenz auf der Position des linken Verteidigers, wieder stehen lange Strähnen und ein dünnes Haarband im Fokus. Mit der Verpflichtung von Nationalspieler Nico Schulz (Vertrag bis 2024) schwinden die Chancen Schmelzers, jemals wieder ernsthaft Fuß zu fassen im Kader des BVB.

Nico Schulz zum BVB: 27 Millionen Euro Ablöse stehen im Raum

„Ich glaube, dass ich dem Team mit meiner Art zu spielen, helfen kann. Gemeinsam können wir Großes erreichen“, sagte Schulz. 27 Millionen Euro soll Borussia Dortmund laut Kicker an die TSG 1899 Hoffenheim überwiesen haben. Die Verpflichtung des 26-Jährigen soll einen bestimmten Zweck erfüllen. „Es ist an der Zeit, etwas ambitionierter aufzutreten. Wir werden mit der klaren Maßgabe in die neue Saison gehen, dass wir wieder versuchen werden, um die deutsche Meisterschaft mitzuspielen“, erklärte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke gegenüber diversen Medien.

Hat sich Schmelzer bei den BVB-Fans schon verabschiedet?

Der 31-jährige Schmelzer hat vielleicht schon gespürt, dass seine Zeit gekommen ist. Nach dem letzten Spieltag, nach dem 2:0-Auswärtssieg bei Borussia Mönchengladbach, ging er zu den schwarzgelben Fans in die Kurve. Er klatschte, sie sangen. Er setzte die Arme zur Welle an, sie machten mit. Er drehte ab, sie jubelten – nicht aus Freude über diesen Abgang, eher aus Respekt. Für seine geleistete Arbeit. Und dass er immer seine eigenen Interessen unterordnet.

Einen Typ wie Schmelzer braucht der BVB – allerdings wohl nicht auf dem Feld. Er passt nicht mehr in das System Favre. „Wir müssen Torchancen kreieren“, ist ein Mantra des BVB-Cheftrainers. Nun ist der Routinier wahrlich keiner, der für kreatives Aufbauspiel und offensive Akzente steht.

BVB-Neuzugang Nico Schulz ist offensiver ausgerichtet als Schmelzer

Anders eben Neuzugang Schulz, der Schmelzer zumindest in dieser Hinsicht etwas voraus hat. „Genau wie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft werden wir von seiner Physis, seinem Tempo und seiner extremen Dynamik profitieren“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc über seine neueste Verpflichtung. Favre hat mit dem sechsfachen Nationalspieler (zwei Tore) bereits in Mönchengladbach gearbeitet.

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Schulz kam in der abgelaufenen Bundesliga-Saison auf 2542 Einsatzminuten, Schmelzer auf gerade einmal 564 Minuten. Der Neuzugang, er steht einfach mehr im Saft – und die Verantwortlichen des BVB haben ihn klar als Schmelzer-Ersatz verpflichtet. Dabei wird der in der Hackordnung vermutlich noch weiter in die Abwärtsspirale geraten. Sollte Schulz mal nicht spielen können in der nächsten Saison, stünden immer noch Abdou Diallo und Achraf Hakimi bereit – Favre würde sie bevorzugen. In Jeremy Toljan – aktuell an Celtic Glasgow ausgeliehen – kehrt ein weiterer Linksverteidiger im Sommer zurück. Eine Personalie, die den Konkurrenzkampf allerdings wohl nicht noch weiter anheizen wird. Fußballerisch kann der 24-Jährige dem BVB kaum helfen, er spielt auch bei den Schotten aktuell keine Rolle – und wird wohl weiterziehen.

Schmelzer und der BVB: bald getrennte Wege?

Trifft das auch auf Schmelzer zu? Der ehemalige Kapitän wird sich bald entscheiden müssen. Genau wie der Klub. Der Vertrag des Ur-Borussen (seit 2005 im Verein) läuft noch zwei Jahre. An ihm festhalten, als gute Seele innerhalb der Mannschaft? Eine zweite Karriere ermöglichen, ähnlich wie bei Nuri Sahin, der bei Werder Bremen noch einmal sein Glück suchen durfte? Oder zieht Schmelzer selbst Entschlüsse aus seiner aktuellen sportlichen Lage? Seine Berater-Firma jedenfalls, die auch BVB-Neuzugang Schulz betreut, wollte sich am Dienstag auf Nachfrage dazu nicht äußern. 

Nach Schulz-Transfer: BVB plant weitere Neuzugänge

Bis zum Sommer sollte es Antworten geben. Spätestens dann wird Nico Schulz – mit der Höchstgeschwindigkeit von fast 35 km/h einer der schnellsten Spieler der Bundesliga – im Ruhrgebiet Fahrt aufnehmen. Und auf weitere Dortmunder Neuzugänge treffen. Die Verpflichtung des Rechtsverteidiger-Talentes Mateu Morey (19, FC Barcelona) soll bereits perfekt sein. Und auch bei den Offensivkräften Thorgan Hazard (26, Mönchengladbach) und Julian Brandt (23, Leverkusen) könnte schon bald Vollzug gemeldet werden.

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Quelle: wa.de

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