Zu viele Spieler

Über-Angebot bremst den BVB aus

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Gonzalo Castro (links) und Nuri Sahin könnten dem Über-Angebot im Dortmunder Mittelfeld zum Opfer fallen.

Vor allem mit der Verpflichtung von Thomas Delaney herrscht bei Borussia Dortmund im Mittelfeld ein Über-Angebot. Das Problem für den forcierten Umbruch: Die meisten wollen gar nicht weg.

Dortmund - „Aufregende Zeiten kommen“ waren die Worte, mit denen Thomas Delaney seiner kommenden Aufgaben bei Borussia Dortmund entgegenfiebert.

Doch der 20-Millionen-Transfer des mentalitätsstarken Sechsers bedeutet auch, dass der Konkurrenzkampf im zentralen Mittelfeld noch größer wird beim BVB. Wenn nicht sogar zu groß. Denn vor allem auf der Sechser- Position herrscht bei den Schwarz-Gelben aktuell ein Über-Angebot, das wohl allzu schnell nicht aufgelöst wird.

Mit dem 26 Jahre alten Delaney im Kader dürften es einige noch schwieriger haben, sich durchzusetzen. Einzig bei Julian Weigl gilt der BVB als nicht gesprächsbereit. Bei Mahmoud Dahoud besteht die Hoffnung, dass Lucien Favre ihn so gut hinbekommt wie einst zu ihren gemeinsamen Gladbacher Zeiten. Doch der Rest? Wackelt.

Sahin und der Faktor Heimat

Auf dem Platz längst nicht mehr unumstritten ist Nuri Sahin (Vertrag bis 2019). Zuletzt wurde der 29-Jährige mit mehreren durchaus namhaften Klubs in Verbindung gebracht, doch der ehemalige türkische Nationalspieler hegt keine Wechselabsichten: Er fühlt sich wohl und engagiert sich stark bei seinem Heimatverein RSV Meinerzhagen.

Sebastian Rode (bis 2020) stand zuletzt ein Jahr wegen diverser verletzungsbedingter Rückschläge – zuletzt unterzog er sich einer Leisten-OP – gar nicht auf dem Platz. Auch im Jahr zuvor war der 27-Jährige selten beschwerdefrei. Diese Tatsachen und ein kolportiertes Gehalt von rund sechs Millionen Euro lassen Interessenten nicht gerade Schlange stehen.

Rode will sich in Top-Verfassung präsentieren

Doch Rode hat ohnehin andere Pläne und will sich bei der Borussia durchsetzen. „Sebastian ist ein gefühlter Neu-Einkauf. Er hat vom Verein die Zeit bekommen, um schmerzfrei zu werden. Und er ist schmerzfrei und wird sich dem neuen Coach zum Trainingsauftakt in einer Top-Verfassung präsentieren“, erklärt Rodes Berater Branko Panic dem WA: „Seit Wochen trainiert er zwei- bis dreimal pro Tag individuell. Urlaub macht er auch nicht, ist aktuell lediglich nach seiner Hochzeit eine Woche in den Flitterwochen.“ Dennoch: Die Verpflichtung von Delaney macht es nicht einfacher.

Nach seiner langen Verletzungspause will sich Sebastian Rode beim BVB durchbeißen.

Gleiches gilt für Gonzalo Castro (bis 2020), der im Saison-Endspurt gar nicht mehr zum Einsatz gekommen war. Die Schwarz-Gelben würden den 31-Jährigen bei einem entsprechendem Angebot sicherlich ziehen lassen, doch das liegt bislang für ihn wohl genauso wenig vor wie für Sahin oder Rode. Ohnehin will auch der ehemaliger Leverkusener erst einmal abwarten, wie es unter Favre für ihn persönlich läuft.

Fragezeichen bei Schürrle

Das Problem dabei für die Dortmunder: Sie können den gewünschten Umbruch nur bedingt vollziehen. Zumal der BVB nicht nur im Mittelfeld ersetzbare Profis hat. Jeremy Toljan (23) etwa hat sich bislang nicht als erhoffte Verstärkung erwiesen, das erste Dortmund-Jahr des 23 Jahre alten Rechtsverteidigers verlief wechselhaft.

Erik Durm (26) ist nach seiner Sprunggelenkverletzung wieder auf dem richtigen Weg, gilt aber als verzichtbar. Und in der Offensive haben unter anderem Andrey Yarmolenko und Andre Schürrle Luft nach oben.

Der 28-jährige Ukrainer bewies immerhin zuletzt in der Nationalmannschaft seine Torgefahr, traf beim 4:1 im Testkick gegen Albanien doppelt. Schürrle hingegen muss beweisen, dass er nicht der Überschätzte ist, für den ihn viele halten. Bereits im Winter hatte sein Berater Ingo Haspel angekündigt, die weitere Entwicklung abwarten zu wollen. Ein Abschied scheint nicht ausgeschlossen. Es werden aufregende Wochen rund um den BVB.

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Quelle: wa.de

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