Stimmen Revierderby

Favre: "Das ist der größte Skandal in der Geschichte des Fußballs"

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BVB-Coach Lucien Favre wütete über den Elfer-Pfiff im Derby gegen Schalke.

Für reichlich Gesprächsstoff sorgte das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 (2:4). Wir haben die Stimmen zum Spiel zusammengefasst. 

Dortmund - Wieder einmal war das Revierderby der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 eines für die Geschichtsbücher. Umstrittener Handelfmeter, zwei Rote Karten, sechs Tore und ein Mann des Spiels.

Während sich die Knappen mit dem 4:2-Erfolg wohl den akuten Abstiegssorgen entledigte, verspielte die Borussia wohl ihre Chance auf die Deutsche Meisterschaft und muss in den kommenden Wochen ohne ihren Kapitän Marco Reus auskommen.

(Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Wir fassen die Stimmen zum Spiel von ARD und Sky zusammen.

Lucien Favre (Trainer von Borussia Dortmund) über den Spielverlauf: "Es ist sehr sehr schwer, das zu verdauen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Wir fangen sehr, sehr gut an und machen ein super Tor. Fünf Minuten später muss der Schiedsrichter ein Handspiel analysieren. Ich habe schon einmal darüber gesprochen. Das ist so lächerlich. Das ist der größte Skandal in der Geschichte des Fußballs. Wer diese Hand-Regel erfunden hat, der hat keine Ahnung vom Fußball. Was sollen die Spieler machen? Sich die Arme abschneiden?

BVB patzt ausgerechnet gegen Schalke

Sebastian Kehl (Leiter der Lizenzspielerabteilung bei Borussia Dortmund): "Ich muss mich selber erst einmal finden. Ich bin verärgert, ein Stück weit auf uns selbst. Wir haben das Derby verloren, das ist sicherlich eine bittere Erkenntnis heute. Ich möchte mir die Situationen in der zweiten Hälfte erst einmal selber anschauen. Es waren sicherlich knifflige Situationen dabei, in denen man die Schalker auch anders hätte bestrafen können. Dennoch müssen wir verärgert auf uns selber sein, weil wir uns zu wenig Torchancen erarbeitet haben, weil wir Schalke trotz hoher Ballbesitzphasen nie richtig in Verlegenheit gebracht haben. Wir müssen uns ankreiden lassen, dass wir fußballerisch zu wenig gemacht haben. Am Ende war es dann natürlich mit zwei Mann weniger nicht mehr möglich."

... zum Meisterschaftsduell mit dem FC Bayern München: "Es war klar, dass wir versuchen müssen, alle Spiele zu gewinnen, um den Traum weiterhin zu leben. Aber den Traum geben wir noch nicht auf."

Daniel Caligiuri (Matchwinner des FC Schalke 04) zum Spiel: "Wir hatten und haben noch immer eine schwierige Zeit mit sehr viel Druck. Heute haben wir kompakt gestanden und gut agiert. Ein Derby ist immer ein ganz anderes Spiel als ein normales Bundesligaspiel. Es ist immer ein Fight, und den haben wir heute angenommen."

... zu der Handelfmeter-Situation: "Ich habe den Pfiff gar nicht gehört und musste selber erst einmal beim Schiedsrichter nachfragen. Als der unparteiische dann auf den Punkt zeigte, habe ich mich der Sache angenommen. Ich fühle mich am Elfmeterpunkt immer gut. Es war ziemlich laut auf der Südtribüne, trotzdem habe ich mich konzentriert und wollte ihn einfach reinhauen. Der Jubel vor der Südtribüne hatte nichts mit Provokation zu tun, ich wollte mich einfach nur zusammen mit meinen Teamkollegen freuen."

Zu seinem verwandelten Freistoß: "Ich habe gestern noch ein paar Freistöße im Training geschossen, da ist es schon sehr sehr gut gelungen. Im Spiel fällt er natürlich schön rein."

Huub Stevens (Trainer des FC Schalke 04) zum Spiel seiner Mannschaft: "Die Mannschaft hat hervorragend das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen haben. Nach dem frühen Gegentor haben wir glücklicherweise einen Handelfmeter zugesprochen bekommen. Heute war das Glück auf unserer Seite. Wir haben sehr kompakt und gut organisiert gespielt. Es wäre super, wenn wir nicht absteigen. Die vergangenen Wochen waren sehr schwierig. Es war wichtig, weil wir die drei Punkte brauchten. Wenn wir sie hier holen, macht es das natürlich umso schöner. Das macht die Saison aber nicht gut. Dass Schalke so weit unten reinrutscht, das darf uns nicht passieren. Wir hatten ein gutes Kollektiv und im Ballbesitz gefährlich nach vorne gespielt. Wir haben noch drei Spiele, da sind zwei Heimspiele dabei. Wenn du eine Leistung wie heute gebracht hast, dann musst du das auch in den nächsten Spielen bringen."

Zum Handelfmeter: "Ich finde es schade, dass so ein Elfmeter gegeben wird. Du nimmst doch die Emotionen raus, das ist schade."

Felix Zwayer (Schiedsrichter) zum Handelfmeter: „Weil der Arm auf Schulterhöhe waagrecht abgespreizt ist. Das ist eine Vergrößerung der Körperfläche. Damit wird der Ball abgeblockt. Insofern ist das nach aktueller Auslegung ein strafbares Handspiel. International und in Deutschland besteht diese Auslegung seit Saisonbeginn. Es soll immer so gehandhabt werden. Fehler passieren auch uns Schiedsrichtern. Aber in dem Fall ist es sehr eindeutig nach Ansicht der Fernsehbilder. Der Arm ist abgespreizt, die Auslegung sagt eindeutig, dass es die unnatürliche Vergrößerung der Körperfläche und somit ein strafbares Handspiel ist.“

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Quelle: wa.de

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