Prozess in Dortmund

Tuchel: Ohne Bombenanschlag wäre ich noch BVB-Trainer

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Prozess um den Sprengstoffanschlag auf den BVB-Bus: Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel sagt aus.

[Update 13.47 Uhr] Dortmund - Im Prozess um den Bombenanschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund haben am Montagvormittag mehrere Spieler als Zeugen ausgesagt. Jetzt hat sich auch Ex-Trainer Thomas Tuchel geäußert. Lesen Sie hier, was sie vor Gericht sagen.

Mit der Vernehmung mehrerer Fußballprofis von Borussia Dortmund wird der Prozess um den Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus 2017 fortgesetzt.

Das Dortmunder Landgericht hat für Montag unter anderem Torwart Roman Weidenfeller, Kapitän Marcel Schmelzer, Sven Bender (jetzt Bayer Leverkusen), Felix Passlack (aktuell TSG Hoffenheim) und der Torwarttrainer Wolfgang de Beer geladen, die am 11. April 2017 im Bus saßen. 

Tuchel, Schmelzer, Weidenfeller, Bender und Passlack als Zeugen vor Gericht

Auch der damalige Trainer Thomas Tuchel hat ausgesagt.

Tuchel machte den Bombenanschlag mitverantwortlich für seinen Weggang vom Bundesligisten im Sommer 2017. "Es gab dadurch einen großen Dissens zwischen mir und Aki Watzke", sagte der 44-Jährige im Prozess vor dem Dortmunder Landgericht. "Der größte Dissens war wahrscheinlich, dass ich im Bus gesessen habe und er nicht."

Tuchel glaubt, dass er wohl ohne den Anschlag noch auf der Dortmunder Trainerbank sitzen würde.

Das Team hätte nicht am nächsten Tag spielen dürfen: "Der Zustand der Mannschaft war am nächsten Morgen so, dass es absolut keinen Sinn gemacht hat zu spielen", sagte Tuchel.

Als erster sagte am Montagvormittag Passlack aus. Er sagte zu den Folgen des Anschlags: „Angstzustände hatte ich schon noch ziemlich lange. Bei jedem kleinsten Geräusch bin ich zusammengezuckt." Mittlerweile denke er aber nur noch ab und zu an die Ereignisse des 11. April 2017.

Sven Bender kritisierte den späteren Umgang mit dem Attentat. Im Nachhinein finde er es "unglücklich", dass der BVB bereits am Tag danach das Champions-League-Spiel gegen AS Monaco habe nachholen müssen, erklärte der 28-Jährige.

Sven Bender sagte vor Gericht aus.

"Ich glaube, wir haben alle einen großen Fehler gemacht." Die Spieler hätten ja durchaus die Möglichkeit gehabt, nicht zu dem Nachholspiel anzutreten. Diese Chance sei vertan worden.

Kapitän Marcel Schmelzer, der nach "Teddy" de Beer, aussagte, meinte: „Ich habe mich total erschrocken. Ein paar Spieler haben sich auf den Boden geworfen, Marc Bartra hat geschrien. Man hat die Angst in den Gesichtern gesehen.“

Auch er bezeichnete es als Fehler, am Tag nach dem Anschlag gegen Monaco zu spielen: "Absolut. Ich glaube, kein Spieler hat in der Nacht geschlafen. Allein die Busfahrt am nächsten Tag zum Stadion war einfach nur schlimm.“

Roman Weidenfeller am Dortmunder Landgericht.

Torwart Roman Weidenfeller sprach davon, dass der Anschlag sein Leben verändert habe und er seither in psychologischer Behandlung sei.

Lesen Sie hier alles zum Anschlag auf den BVB-Bus

Der Angeklagte Sergej W. hat gestanden, drei Bomben gebaut, in einer Hecke am Mannschaftshotel versteckt und bei der Abfahrt des Teambusses gezündet zu haben.

Der 28-Jährige beteuert jedoch, er habe niemanden töten wollen. Der damalige BVB-Verteidiger Marc Bartra hatte einen Bruch des Unterarms erlitten. - dpa/eB

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Quelle: wa.de

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