Nachwuchs und Erfolg

Kehl:  „Es ist immer der Anspruch von Borussia Dortmund, deutsche Spieler zu verpflichten"

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Sebastian Kehl auf der Spobis in Düsseldorf.

Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung des BVB, hat sich zur Transferpolitik von Borussia Dortmund geäußert – und seinen Aufgabenbereich definiert.

Düsseldorf – Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund gilt als Ausbildungsverein auf ganz hohem Niveau. Seit Jahren spielen die Schwarzgelben nahezu durchgehend an der nationalen Spitze mit, setzen dabei aber auch immer wieder auf junge Talente. Sebastian Kehl weiß das – er fordert aber, noch stärker auf den eigenen Nachwuchs zu setzen.

Dazu erhöht der Verein seine Internatsplätze von 22 auf 50. „Wir bieten dann auch Bildungsprogramme außerhalb des Fußballplatzes an“, sagt Kehl, Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung. Die Verantwortlichen bei Borussia Dortmund haben aus der Causa Dembélé ihre Lehren gezogen. Die jungen Talente sollen auch abseits des Rasens eine gute Figur machen. „Es wird verschiedene Angebote geben, um die Jungs in Sachen Sprache weiterzubringen, es gibt Kochkurse – Dinge aus dem normalen Leben eben“, erklärt Kehl bei einer Podiumsdiskussion auf dem Sportbusiness-Event Spobis in Düsseldorf. „Wir sind davon überzeugt, dass zu einer guten Persönlichkeit andere Dinge dazugehören“, sagt er.

Bindeglied zwischen Junioren, Senioren und Führungsetage

Talent alleine reicht eben nicht mehr. Dortmund hat es erkannt und handelt entsprechend. Dabei gilt: „Es wäre schön, mal wieder einen aus der eigenen Abteilung nach oben zu bringen“, so Kehl. Der Leiter der BVB-Lizenzspielerabteilung, der als Bindeglied zwischen Junioren, Senioren und Führungsetage fungiert und Sportdirektor Michael Zorc entlasten soll, prangert gleichzeitig aber auch die Zustände in Deutschland an.

Für Wirbel sorgt zurzeit nämlich Jadon Sancho. Der Engländer ist bei Borussia Dortmund eingeschlagen, andere Talente von der Insel rücken nach, das Interesse der Bayern an Chelseas Callum Hudson-Odoi ist schon länger bekannt. Der Blick nach Frankreich lohnt sich in Sachen Nachwuchs ebenfalls. „Wir sollten über unsere Arbeit in Deutschland nachdenken – tun wir auch. Wir müssen unsere Ausbildung individualisieren und verbessern“, so Kehl. Die Trainerausbildung sei dabei ebenfalls ein wichtiges Feld. Denn der BVB hat eine klare Vorstellung. Kehl: „Es ist immer der Anspruch von Borussia Dortmund, deutsche Spieler zu verpflichten. Wir wissen, wo wir herkommen.“

Warten auf den nächsten Götze

Spieltertypen wie Marco Reus oder Mario Götze kommen eben in die Jahre, die nächste Generation lässt auf sich warten. Tobias Raschl könnte so einer sein. Der Kapitän der Dortmunder U19 reiste mit den Profis ins Trainingslager nach Marbella, machte auch in den Testspielen einen ordentlichen Eindruck. Der FC Bayern München habe bereits ein Auge auf ihn geworfen, berichtet die Funke-Mediengruppe. Spieler wie er fallen ebenfalls in den Kompetenzbereich von Kehl. „Ich kümmere mich um die Jungs aus der U17 und U19, schaue mir auch die Spiele an. Da geht es ja auch irgendwann um die Integration in den Profibereich. Ich denke, ich weiß da ganz genau, was die Jungs brauchen“, sagt der ehemalige BVB-Kapitän, dessen aktive Karriere noch nicht lange zurückliegt.

Zorc entlasten

Der Aufgabenbereich von Michael Zorc wachse dabei stetig, der Sportdirektor könne ihn nicht mehr vollständig abdecken. Kehl soll diese Lücke schließen. Schnell wird klar: Er ist als Leiter der Lizenzspielerabteilung längst nicht nur für den Profikader zuständig. Die Anbindung außenstehender Spieler soll vielmehr forciert werden.

Ein Grund etwa, warum dieser Aufgabenbereich wächst, ist Social Media. Facebook, Instagram und Co. sind gerade für junge Spieler attraktiv. Sie können sich präsentieren, sich vermarkten. Der BVB setzt auch hier an. „Wir beobachten die Kanäle, um Dingen vorzubeugen und auch an der Persönlichkeitsstruktur der Spieler zu arbeiten“, sagt Kehl. „Die Marke des Spielers soll nicht größer werden als die Marke des Vereins“, sagt er. Kehl selbst versuche ebenfalls auf diesen Kanälen aktiv zu sein. Eines dürfe bei der Fülle der Aufgaben aber eben nicht unter den Tisch fallen: Die Integration einzelner Spieler in die Mannschaft. Gelingt das, dürfte es auch bald wieder ein Talent aus der eigenen Abteilung geben, das die Bundesliga verzaubert.

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Quelle: wa.de

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