Bundesliga am Freitag

Götze oder Alcácer – nur einer kann stürmen gegen Augsburg

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Selten stehen Mario Götze (links) und Paco Alcácer beim BVB zusammen auf dem Platz.

Borussia Dortmund trifft am Freitag auswärts auf den FC Augsburg. Die Hinrunden-Begegnung war für Paco Alcácer und Mario Götze gleichermaßen ein Schicksalsspiel.

Dortmund – „Ein Tor!“ – „Nein“ – „Zwei Tore!“ Paco Alcácer lacht. Dreckig und unbekümmert. Beim Abschlusstraining am Ende einer Übungseinheit führt er gerade die interne Torschützenliste an. Ein paar Fetzen Deutsch hat er schon drauf, zählen klappt. Er jongliert mit den Vokabeln und der Grammatik aber noch längst nicht so wie mit dem Ball. Doch es wird.

Fortschritte macht er, der Spanier, mit der Fremdsprache. Rückschritte, so scheint es, bei der Torausbeute in Pflichtspielen. Am Freitag geht es gegen den FC Augsburg, das Hinspiel war seine Gala. Drei Tore nach Einwechslung, ein weiteres erzielte Mario Götze – ebenfalls als Joker.

Dreierpack und geplatzter Knoten

Alcácer machte seinen ersten Dreierpack für schwarzgelb klar, für Götze platzte damals der Knoten. Erst spielte er keine Rolle unter Lucien Favre, bekam gegen Augsburg als Joker seine Chance. Die Südtribüne feierte seine Einwechslung, er bedankte sich mit einem Treffer.

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Seitdem hat der 26-Jährige in die Spur gefunden, ruft kontinuierlich gute Leistungen ab. Acht Scorerpunkte kann er in dieser Saison schon für sich reklamieren, ist bisher alle 111 Minuten an einem Treffer beteiligt. Besser war er zuletzt in seinem ersten Jahr bei den Bayern 2013/14. Sein Wert damals: 101 Minuten pro Scorerpunkt.

Der Dauerläufer

Als Neuner geht er auf, hat sich selbst neu erfunden. Favre unterstützt ihn dabei. Zum Leidwesen von Alcácer. Der wird zwar auch immer wieder von muskulären Beschwerden zurückgeworfen. Momentan hat es aber den Anschein, als hätte Dortmunds Zehner auf der Neun die Nase vorn. Götze läuft, reißt Lücken in die gegnerische Defensive. Im Schnitt legt er laut Fachmagazin „Kicker“ auf dem Rasen pro 90 Minuten 12,47 Kilometer zurück.

„Mario hat sich kontinuierlich verbessert. Er bringt eine hohe Ballsicherheit und Laufbereitschaft auf den Platz“, wird BVB-Sportdirektor Michael Zorc zitiert. In der Tat bleibt Götze auch unter Druck cool, kann den Ball präzise an den Mann bringen. Selbst wenn mehrere Gegner ihn attackieren.

Alcácer ist torgefährlicher

Ein ähnlicher Spielertypus ist auch der spanische Angreifer. Selten stehen sie zu zweit auf dem Platz. Entweder agiert der eine im Sturm, oder der andere. Manchmal, wenn Kapitän Marco Reus etwa fehlt, rückt Götze hinter Alcácer auf die Zehn. Der Spanier verfügt über eine ähnliche gute Technik wie Götze, ist im Abschluss dafür noch einen Tick gefährlicher. 

Zwölfmal konnte Paco Alcácer schon einen Treffer bejubeln.

Zwölf Tore hat er in 18 Spielen erzielt, aber auch noch keins vorbereitet. Da, wo große Konkurrenz herrschen müsste, ist sie allerdings kaum bemerkbar. Götze und Alcácer ergänzen sich, schaffen Synergien – indem mal der eine und mal der andere spielt. „Die Mischung der Mannschaft entscheidet das“, erklärt Favre auf Nachfrage dieser Redaktion. Einen richtigen Stammplatz hat keiner. „Es kommt auch auf das Training an“, so Favre.

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Gegen Augsburg braucht Borussia Dortmund anfangs aber wohl wieder eher einen laufstarken Götze, später den spanischen Vollstrecker. Dem BVB könnte eine Abwehrschlacht drohen – ein perfektes Spiel für Götze, um die Ketten in Bewegung zu bringen und den Gegner als umhertingelnde Anspielstation zu zermürben. Joker Alcácer kann so gerissene Lücken später für sich nutzen – und vielleicht mal wieder einnetzen. Zuletzt traf er am 16. Spieltag, beim 1:2 in Düsseldorf, der bislang einzigen BVB-Niederlage in der Bundesliga. Lange her.

Treffer für das Selbstbewusstsein

„Ein Tor würde ihm mal wieder gut tun“, meint daher auch Zorc. Für den Deutschunterricht bleibt noch etwas Zeit, womöglich hat Alcácer aber schon die Zahlen jenseits der Zehn auf dem Schirm – und vielleicht hört man ihn nach der Partie am Freitag (20.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) ja sagen: „13 Tore!“

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Quelle: wa.de

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