Borussia Dortmund bleibt er erhalten

Watzke sorgt für DFL-Wirbel – besondere Ehre für Rauball

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Reinhard Rauball wird am Mittwoch als DFB-Präsident verabschiedet.

BVB-Präsident Reinhard Rauball wurde von der DFL ausgezeichnet. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hingegen nicht – der hatte sich verkracht.

Update vom 31. August, 14.51 Uhr: Die DFL hat BVB-Präsident Reinhard Rauball zu ihrem Ehrenpräsidenten ernannt. Damit ist Rauball noch der einzige Berührungspunkt, den Borussia Dortmund mit der DFL hat. 

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke sollte nämlich in ein Gremium gewählt werden, zog aber vorher seine Kandidatur zurück. Er hatte eine Meinungsverschiedenheit mit anderen Vereinsvertretern.

"Für deine Einsätze in der BVB-Traditionsmannschaft sollst Du diese Forderungen gestellt haben: Ich bekomme die Nummer zehn, spiele durch, schieße den ersten Elfmeter und kriege eine Tafel Schokolade. Solche und alle anderen Wünsche werden dir hoffentlich in Zukunft erfüllt. Wobei ich einschränken muss, über deinen letzten Wunsch nach der deutschen Meisterschaft 2020 sollten wir dringend noch einmal sprechen", sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge in seiner Laudatio über Rauball.

Noch vor DFL-Generalversammlung: BVB-Boss Watzke lässte Bombe platzen!

Update vom 20. August, 19.09 Uhr: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat am Dienstagabend eine Bombe platzen lassen. Er wird nicht an der DFL-Generalversammlung teilnehmen. Demnach hat er "grummelig" eine Vorbereitungssitzung verlassen und nicht länger daran teilgenommen.

Am Mittwoch soll eigentlich ein neues Präsidium gewählt werden. Das jetzt ohne Watzke. Wie die Bild berichtet, gab es Unstimmigkeiten bei der Verteilung von TV-Geldern. Watzke fürchtet wohl, dass der BVB dort beschnitten werden könnte. 

Damit sitzen in den Gremien der künftigen DFL-Führung bald nur noch Peter Peters vom FC Schalke 04 und Bayern-Finanzchef Jan-Christian Dreesen, wenn man einen Blick auf die "großen" Bundesligisten wirft.

Bei Borussia Dortmund hat Watzke aber ohnehin gerade alle Hände voll zu tun. So führen die Verantwortlichen dort etwa gerade zähe Vertragsverhandlungen mit Raphael Guerreiro oder beschäftigen sich mit dem Gehalt von Jadon Sancho – das jetzt wohl verdoppelt wurde.

Abschied von Reinhard Rauball als DFL-Präsident: Mehr Zeit für den BVB

Dortmund - Reinhard Rauball ist zwar 72 Jahre alt, aber fürs Altenteil fühlt er sich noch viel zu jung. So ist der Präsident von Vizemeister Borussia Dortmund auch immer vorbereitet, wenn er zu seinen Hobbies Fußball oder Tennis gerufen wird, denn "die gepackten Taschen liegen im Kofferraum meines Wagens".

Am Mittwoch gibt es dennoch eine Zäsur im Lebens des umtriebigen Rechtsanwaltes: Auf der Generalversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Berlin wird Rauball nach zwölf Jahren als Präsident verabschiedet und gleichzeitig zum Ehrenpräsidenten gewählt. Eine verdiente Auszeichnung für den "kleinen Doktor", der es stets verstanden hat, Brückenbauer zu sein, um Gräben zu überwinden.

"Herr Rauball hat es mit großer Loyalität und Verlässlichkeit geschafft, das Miteinander aller Klubs hervorragend und stets mit großer Seriosität und Vertrauenswürdigkeit zu moderieren", betonte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, der stets höchst vertrauensvoll mit Rauball die Geschicke des deutschen Profi-Fußballs leiten konnte.

Ein Abschied ohne Wehmut

Für Rauball ist es ein Abschied ohne Wehmut. "Ich habe die Aufgabe immer gerne gemacht, hatte aber auch aufgrund meiner Ankündigung ein Jahr Zeit, um mich darauf einzustellen", sagte er unlängst bei einer Presserunde in Dortmund.

Verbindlichkeit, Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit haben Rauball stets ausgezeichnet. Und: Er selbst nimmt sich nicht so wichtig. Dies merkte man auch, als er flachsend betonte, dass es seine größte Leistung gewesen sei, "vier Sekretärinnen zu haben, die sich auch noch untereinander alle gut verstanden haben".

Einem vorwitzigen Journalisten, der ihm vorab den Namen des designierten DFB-Präsidenten Fritz Keller entlocken wollte, beschied er: "Können Sie schweigen? Ich auch!"

Der BVB ist Rauballs Herzensklub

Ein wichtiger und besonderer Teil seines Lebens ist der BVB. Als "die höchste emotionale Kraft außerhalb der Privatsphäre" bezeichnet er seinen Herzensklub. Von 1979 bis 1982, 1984 bis 1986 und seit dem 11. November 2004 ist er Präsident des "e.V." Mit 32 Jahren war er vor 40 Jahren der jüngste Präsident der Bundesliga-Geschichte. Im November stellt er sich für drei weitere Jahre zur Wiederwahl als Borussen-Präsident.

Auch hier war aber nicht immer alles eitel Sonnenschein, denn vor 15 Jahren standen die Borussen angesichts eines Schuldenbergs von 118,8 Millionen Euro vor dem finanziellen Kollaps.

"Eigentlich hatte ich mein Leben anders geplant. Die Sache kam kurzfristig auf mich zu", sagte Rauball damals. Zusammen mit BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke machte er den Laden wieder flott.

Rauball setzt auch Maßstäbe bei der DFL

Auch bei der DFL hat er Maßstäbe mit seiner Politik der ruhigen Hand gesetzt. Er hinterlässt ein bestelltes Feld. Der Umsatz der DFL stieg auf 4,4 Milliarden Euro, 55.000 Arbeitsplätze hängen an 1. und 2. Liga, Abgaben in Höhe von 1,28 Milliarden werden gezahlt.

Und die DFL bekommt am Mittwoch ein neues Gesicht, es gibt künftig keinen Präsidenten mehr. Die übergreifende Chefrolle hat dann Seifert inne. Für Rauball eine zielführende Entwicklung in Richtung "operatives Geschäft".

"Feuerwehrleute" beim DFB

Eine große Belastung war für Rauball zuletzt die Rolle als Interims-Doppelspitze beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) zusammen mit DFB-Vize-Präsident Rainer Koch. Schon zum zweiten Mal amtieren beide als "Feuerwehrleute", sie dürften froh sein, dass im 62-jährigen Keller ein geeigneter Kandidat inzwischen ausgeguckt wurde.

Und Rauball ist stolz, dass "der Fußball seinen Platz in der Mitte der Gesellschaft" gefunden hat. Darauf hat er in den letzten vier Jahrzehnten immer hingearbeitet und seinen maßgeblichen Beitrag geleistet.

sid/maho

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Quelle: wa.de

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