CSU will Guttenberg wieder als Bundestags-Kandidat

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Der ehemalige Verteidigungsminister bei seiner Verabschiedung vom Militär. Die CSU denkt schon jetzt an ein Comeback von Karl-Theodor zu Guttenberg.

Lichtenfels - Die CSU in Oberfranken hält dem zurückgetretenen Verteidigungsminister und ihrem ehemaligen Hoffnungsträger Karl-Theodor zu Guttenberg die Möglichkeit einer erneuten Bundestagskandidatur offen.

Der Vorsitzende des CSU-Kreisverbandes von Lichtenfels und Landtagsabgeordnete Christian Meißner sagte der Nachrichtenagentur dapd am Freitag in Lichtenfels, es werde zunächst eine angemessene Zeit brauchen, in der Guttenberg zur Ruhe kommen könne, “und dann werden wir ihn fragen, ob er sich eine erneute Kandidatur vorstellen kann“.

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Er sei sich mit dem Kreisverbandsvorsitzenden von Kulmbach, Henry Schramm, einig, dass man sich noch keine Gedanken um einen Nachfolger für Guttenberg machen müsse. Es gebe noch keine Eile, sich für die Bundestagswahl in zweieinhalb Jahren zu entscheiden, und “die paar Monate“ gebe man “dem Karl-Theodor“ wirklich gerne, sagte Meißner. “Die Tür bleibt auf“, und Guttenberg könne sich in Ruhe Gedanken machen. Sollte er Interesse haben, sei das gerade im Hinblick auf die lokalen Reaktionen, “für uns eine super Geschichte“, sagte Meißner. Es gebe eine Basis über die eigene Partei hinaus, die sich freuen würde, wenn es so käme.

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Der Wahlkreis des in der Plagiatsaffäre auch von seinem Bundestagsmandat zurückgetretenen Guttenberg besteht zu großen Teilen aus den Landkreisen Lichtenfels und Kulmbach. Bei der Bundestagswahl 2009 hatte Guttenberg dort 68,1 Prozent der Erststimmen erreicht, den bundesweiten Spitzenwert bei dieser Wahl.

Bericht über Täuschungsvorwurf frühestens im April

Die Universität Bayreuth wird frühestens Mitte April einen Bericht über das Fehlverhalten von Karl-Theodor zu Guttenberg bei seiner Doktorarbeit vorlegen. Bei der Frage, ob Guttenberg die Hochschule vorsätzlich getäuscht habe, wird die Kommission zur Selbstkontrolle der Wissenschaft nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa auch zwei externe Experten hinzuziehen. Dies sind der Sprecher der Ombudsmänner der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Prof. Wolfgang Löwer aus Bonn und der Direktor des Zentrums Philosophie und Wissenschaftstheorie in Konstanz, Prof. Jürgen Mittelstraß.

dapd/dpa

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