Polizei mit Großeinsatz

Terroranschlag in Wien: Was passiert und bisher bekannt ist - Mehrere Täter mit Langwaffen, Motiv unklar

Terror in Wien:  Besucher verlassen nach einer Vorstellung das Burgtheater am abgesperrten Ring.
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Terror in Wien: Bei einem Terrorangriff in der Wiener Innenstadt sind am Abend mehrere Menschen getötet und verletzt worden.

In Wien sind am Montagabend Schüsse gefallen. Kanzler Sebastian Kurz sprach von einem Terroranschlag. Was ist in Wien passiert? Das ist bisher bekannt.

  • Die österreichische Hauptstadt Wien ist Ort eines Terror-Anschlags* geworden.
  • Es sind Schüsse gefallen - es gibt zahlreiche Verletzte. Ein Täter wurde erschossen, fünf Passanten starben (Stand 3. November, 12.56 Uhr)
  • Was ist in Wien passiert? Was bisher bekannt und was noch unklar ist.
  • Alle aktuellen Entwicklungen finden Sie in diesem News-Ticker.

Bisher gesichert (Stand 3. November, 17.31 Uhr) ist Folgendes:

  • Am Montagabend (2. November) sind gegen 20 Uhr die ersten Schüsse in der Wiener Innenstadt im Bereich der Seitenstettengasse, nahe einer Synagoge gefallen. Zum Zeitpunkt des Anschlags war die Synagoge nach Angaben des Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) Oskar Deutsch jedoch geschlossen.
  • Die Polizei bestätigt Schüsse an insgesamt sechs Tatorten, darunter die Seitenstettengasse, den Morzinplatz, den Fleischmarkt und den Bauernmarkt. Einer der Orte liegt nahe der Wiener Hauptsynagoge. dpa konnte nach Sichtung der Bildmaterialien zwei weitere Orte identifizieren. 
  • Bei Terroranschlag in Wien sind fünf Menschen ums Leben gekommen (Stand: 3. November, 13.13 Uhr). Mindestens 14 Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Die Einsatzkräfte berichten, laut ORF.at, von Schuss, aber auch von Schnittverletzungen. Laut dem deutschen Außenminister Heiko Maas ist eine Deutsche darunter.
  • Ein Polizist (28), der sich dem Täter entgegengestellte, ist niedergeschossen und verletzt worden. Nach Angaben der Kliniksprecherin befindet er sich „kritisch-stabilem“ Zustand.
  • Der mutmaßliche Attentäter sei um 20.09 Uhr „neutralisiert“ worden, so Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl auf einer Pressekonferenz am Dienstagfrüh. Auch seine Identität steht fest.
  • Die Hintergründe: Der Anschlag geht nach den Worten von Innenminister Nehammer auf das Konto mindestens eines islamistischen Terroristen. Der Attentäter sei ein Sympathisant der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen, sagte er.
  • Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte inzwischen den Anschlag für sich. Laut dpa sei ein„Soldat des Kalifats“ für die tödlichen Schüsse in der Nähe einer Synagoge und der Oper verantwortlich, hieß es in einer am Dienstag im Messengerdienst Telegram veröffentlichten Erklärung. Das IS-Propagandaorgan Amaq veröffentlichte eine weitere Erklärung zu „einem Angriff mit Schusswaffen“, der „gestern von einem Kämpfer des Islamischen Staats in der Stadt Wien„ begangen worden sei, und veröffentlichte zudem ein Foto des bewaffneten Angreifers.
  • Die Ermittlungen: Nach Angaben des Innenministeriums in Wien waren rund 1000 Beamte im Einsatz. Nach dem Anschlag seien insgesamt 18 Wohnungen durchsucht worden, die Wohnung des Täters sei aufgesprengt worden. Insgesamt 14 Personen seien vorläufig festgenommen worden, teilte Nehammer mit. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Polizei in St. Pölten westlich von Wien zwei Menschen festgenommen hatte, zudem gab es in niederösterreichischen Landeshauptstadt zwei Hausdurchsuchungen. Der „Kurier“ berichtete, es handele sich um Kontaktadressen des mutmaßlichen Attentäters.

Nach Terrornacht in Wien - Das ist zunächst unklar

  • Die Anzahl der Attentäter - gibt es noch Komplizen? Videosichtungen aus dem Material, dass die Bürger der Polizei zur Verfüfung gestellt hatten, deuteten nach 50 Prozent der Auswertung darauf hin, dass es ein Einzeltäter war. Da dies aber noch nicht gesichert ist, gilt in Wien weiter höchste Vorsicht.
  • Unklar ist auch noch, ob der getötete Schütze Unterstützer im Hintergrund hatte. Offen ist etwa, wie er sich die Waffen besorgen konnte. Nach Behördenangaben wurden in seiner Wohnung Munitionsteile gefunden. 
  • Das genaue Motiv für den Anschlag ist zunächst noch unklar. Dienstagfrüh bestätigte österreichische Innenminister Nehammer einen islamistischen Hintergrund. Darauf deuten Hausdurchsuchungen und Facebook-Postings des Täters hin. Er wollte in der Vergangenheit für den IS kämpfen, wie spätere Ermittlungen bestätigten.
  • Überwachung: Der Täter war einschlägig vorbestraft. Ob und wie die Sicherheitsbehörden ihn auch nach seiner vorzeitigen Haftentlassung auf dem Schirm hatten, blieb zunächst offen. Er habe sich in seiner Bewährungszeit frei bewegen können, sagte Innenminister Nehammer.

Der mutmaßliche Attentäter war mit einem automatischen Sturmgewehr, einer Machete, einer Faustfeuerwaffe und einer Sprengstoffattrappe ausgestattet, sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen. Zu diesem Zeitpunkt geht die Polizei von weiteren - mindestens vier - Tätern aus.

Terroranschlag in Wien: Was passiert und bisher bekannt ist - Mehrere Täter mit Langwaffen, Motiv unklar

Wien - Nach der mutmaßlichen Terroranschlag in Wien ist nach den Worten von Österreichs Innenminister Karl Nehammer mindestens ein Tatverdächtiger noch auf der Flucht. Er appellierte aufgrund der Gefahrenlage an die Bürger in Wien, auch am Dienstag, wenn irgend möglich zunächst zu Hause zu bleiben. „Meiden Sie die Innenstadt“, sagte Nehammer. Auch die Schüler müssten nicht zur Schule gehen, wenn sie oder die Eltern das nicht wollten.

Der Angriff hatte gegen 20 Uhr in einem Ausgehviertel begonnen. Dort befindet sich auch eine Synagoge. Die Hintergründe waren auch nach mehreren Stunden unklar. Die Polizei hat nach eigenen Angaben einen schwerbewaffneten Täter erschossen. Ein Passant kam bei dem Angriff ums Leben. 15 Menschen wurden teils schwer verletzt.

Terroranschlag in Wien: Was ist passiert? Polizei berichtet von sechs Tatorten - ein Täter erschossen

Wie viele Täter es insgesamt gibt, ist aktuell nicht bekannt. Zudem spricht die Polizei von insgesamt sechs Tatorten, die gesichert wurden.

Einer Ministeriumssprecherin zufolge wurde bei dem Schusswechsel in der Nähe des Schwedenplatzes ein Polizeibeamter angeschossen und schwer verletzt. Das bestätigt auch die Polizei.

Anschlag in Wiener Innenstadt bei Synagoge: Rettungsdienst meldet mehrere Tote und Verletzte

Der Wiener Rettungsdienst meldet unterdessen mehrere Tote und Verletzte. „Zahlenmäßig eingrenzen können wir das noch nicht, wir sind noch dabei, uns einen Überblick zu verschaffen“, sagte der Sprecher der Wiener Berufsrettung, Daniel Melcher, der APA.

Gegen 20 Uhr sollen die ersten Schüsse in der Seitenstettengasse gefallen sein, im Zentrum von Wien. Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Religionsgesellschaft in Österreich, schreibt auf Twitter, dass die Synagoge in der Seitenstettengasse zum Zeitpunkt der ersten Schüsse geschlossen war. Ob der Stadttempel, die Hauptsynagoge Wiens, ein Ziel gewesen sei, wisse er nicht, doch es wurde seiner Aussage nach in unmittelbarer Nähe geschossen.

Was ist in Wien passiert? Polizei mit einem Großaufgebot in der Innenstadt unterwegs

Die Hintergründe sind derzeit noch völlig unbekannt. Auf Twitter gibt es viele Solidaritätsbekundungen an die jüdische Gemeinde.

Schwerbewaffnete Einsatzkräfte sind nach den Schüssen in der Wiener Innenstadt im Einsatz.

Terroranschlag in Wien (Österreich): „Bitte meiden Sie alle öffentlichen Plätze im Stadtgebiet“

Die Polizei patrouillierte mit Gewehren im Anschlag durch die Stadt. „Wir sind mit allen möglichen Kräften im Einsatz“, schrieb die Polizei auf Twitter. „Bitte meiden Sie alle öffentlichen Plätze im Stadtgebiet“, hieß es weiter. Viele Menschen, die in der Gegend unterwegs waren, flohen in Panik. Die Innenstadt ist derzeit großräumig abgesperrt. Zudem wurde darum gebeten, keine Videos oder Fotos hochzuladen. „KEINE Videos und Fotos in sozialen Medien posten, dies gefährdet sowohl Einsatzkräfte als auch Zivilbevölkerung!“

Kanzler Sebastian Kurz äußert sich zu Attacke in Wien: „Widerwärtiger Terroranschlag“

Nach dem Angriff ist nun auch die Armee mit Soldaten in der Wiener Innenstadt im Einsatz. Das österreichische Bundesheer habe den gesamten Objektschutz in der Hauptstadt übernommen, berichtete die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das Kanzleramt. Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach von einem „widerwärtigen Terroranschlag“. Im ORF sagte er außerdem: „Zum Hintergrund können wir noch nichts Genaues sagen. Ein antisemitischer Hintergrund kann aufgrund des Ortes schon nicht ausgeschlossen werden.“ Österreichs Innenminister Karl Nehammer sagte kurz nach ein Uhr morgens (3. November) bei einer Pressekonferenz: „Wer einen von uns angreift, der greift uns alle an.“

In der Wiener Innenstadt werden nach Angaben der Polizei zeitweise keine Haltestellen mehr vom öffentlichen Nahverkehr angefahren. „Bleiben Sie in Sicherheit, verlassen Sie öffentliche Orte umgehend“, twitterte die Polizei.

Terroranschlag in Wien: Was wir wissen - und was nicht

Bisher gesichert (Stand 3. November, 1.20 Uhr) ist Folgendes:

  • Gegen 20 Uhr Schüsse im Bereich der Seitenstettengasse.
  • Mehrere Täter mit Langwaffen.
  • Ein schwer bewaffneter Täter wurde erschossen.
  • Ein Passant kam bei dem Angriff ums Leben.
  • Es gibt mehrere Schwerverletzte.
  • Aktuell sechs Tatorte.
  • Mindestens ein Täter auf der Flucht.

Unklar ist nach dem Terroranschlag noch:

  • Die Anzahl der Todesopfer.
  • Die Anzahl der Attentäter.
  • Das Motiv für den Anschlag.

Der Stadttempel im Zentrum Wiens ist einer der wichtigsten Anlaufpunkte der jüdischen Gemeinde in der österreichischen Hauptstadt. Schon in der Vergangenheit gab es Terrorangriffe auf die Synagoge. *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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