"Welt-Energierat" sieht Versorgung in Deutschland gefährdet

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Der "Welt-Energierat" fordert eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken in Deutschland.

Berlin - Deutschland riskiert zunehmend seine Sicherheit bei der Energie-Versorgung und sollte deswegen stärker auf Atomkraft setzen. Zu diesem Schluß kommt eine nationale Expertenrunde.

Die Empfehlung geht hervor aus einer Studie des “Welt-Energierates Deutschland“, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Das Deutsche Atomforum ist Mitglied der Organisation ebenso wie die vier großen Stromproduzenten E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW. Wenn Deutschland seine bisherige Energiepolitik fortsetze, stiege der von den Autoren der Studie errechnete “Verletzbarkeitswert“ den Angaben zufolge bis zum Jahr 2030 um 47 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 1990. Das heiße, Deutschland werde deutlich anfälliger für Preisschwankungen oder Engpässe bei der Stromversorgung. “Wesentliche Treiber sind das Versiegen heimischer und europäischer Energiequellen und die damit verbundene wachsende Abhängigkeit von Energieeinfuhren aus risikobehafteten Förderregionen sowie der für das Szenario unterstellte Ausstieg aus der Kernenergienutzung“, heißt es in dem Bericht der “Energy Environment Forecast Analysis GmbH“, die die Studie im Auftrag des Weltenergie-Rates Deutschland erstellt hat.

Forderung nach längeren Laufzeiten

“Die Frage der Versorgungssicherheit sollte man auch beim künftigen Energiekonzept berücksichtigen, das die Regierung gerade erstellt“, sagte der Geschäftsführer des Weltenergie-Rates Deutschland, Carsten Rolle. “Am effektivsten wäre es dabei, die Laufzeiten der Kernkraftwerke deutlich zu verlängern.“ Zum Ausbau der erneuerbaren Energien sagte Rolle, diese würden Deutschland zwar unabhängiger von Importen machen, sie unterlägen aber größeren Schwankungen, was die Versorgungssicherheit wiederum beeinträchtigen würde.

Im Weltenergie-Rat Deutschland sind unter anderem der Verein “Deutsches Atomforum“ sowie die vier großen Energiekonzerne organisiert. Bei den Verhandlungen für das neue Energiekonzept üben die Unternehmen seit Wochen Druck auf die Bundesregierung aus, um für Atomkraftwerke lange Laufzeiten und eine niedrige Abgabenlast durchzusetzen. Die Regierung will das Konzept bis Ende September beschließen.

dapd

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