Parteienforscher sieht Dilemma

Ausgerechnet wegen „Fridays for Future“: Düstere Prophezeiung für die Grünen 

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Hat der grüne Höhenflug ein Ende? Oder hat Robert Habeck eine realistische Chance auf das Kanzleramt?

„Fridays for Future“ und Greta Thunberg könnten die Grünen Wählerstimmen kosten. Ein Parteienforscher prophezeit für die Partei ein Dilemma. 

Berlin - Seit Monaten beherrscht Greta Thunberg mit ihrem Klimaprotest Fridays for Future weltweit die Schlagzeilen. Die 16-Jährige galt sogar als Favoritin für den Friedensnobelpreis, ging am Freitag jedoch überraschend leer aus. Die Grünen schienen bislang von dem Hype um die Klimabewegung zu profitieren, die Partei befindet sich seit Monaten im Umfragehoch. 

Doch der renommierte Parteienforscher Oskar Niedermayer erklärt im Gespräch mit Focus nun, wie schnell sich das Blatt für die Grünen wenden könnte. Niedermayer prophezeit der Partei dabei sogar ein mögliches Dilemma. 

Wegen „Fridays for Future“: Wendet sich das Blatt für die Grünen?

In dem Gespräch mit Focus kritisiert der Parteienforscher vor allem die Handlungen der neuesten Klimabewegung „Extinction Rebellion“. „Die Bewegung kämpft für ein wichtiges Anliegen. Besorgniserregend finde ich aber ihre antidemokratischen Tendenzen. Ein Wesenszug der Demokratie ist der Ausgleich unterschiedlicher Interessen. Diesen lehnt ‚Extinction Rebellion‘ aber ab“, bemängelt Niedermayer. Ein Wesenszug, den der Parteienforscher als „gefährliche Tendenz“ beschreibt. 

Obwohl sich die Grünen bislang im Umfragehoch befinden und viele Wähler bereits von einem grünen Bundeskanzler träumen, warnt Niedermayer vor zu schneller Euphorie: „Die Demonstranten auf der Straße - egal ob ‚Fridays for Future‘, die es auch immer wieder in München in großer Form gibt,  oder ‚Extinction Rebellion‘ - sind eben nicht die gesamte Wählerschaft.“ Wie der Experte weiter erklärt, sei es für die Partei gefährlich, sich auf „einen kleinen Teil der Bevölkerung und ihre extremen Forderungen“ zu konzentrieren. Wie Niedermayer weiter erklärt, könnte dadurch ein weitaus größerer Teil der Wählerschaft verprellt werden. 

Parteienforscher glaubt nicht an grünen Kanzler: „Können niemals Volkspartei werden“

Direkten Schaden prophezeit der Parteienforscher für die Grünen dabei lediglich in einem Fall. „Sollte es jedoch zu Straßenschlachten kommen, würde dies der gesamten Klimabewegung schaden und damit sicherlich auch den Grünen“, erklärt der Experte im Gespräch mit Focus. An einen grünen Kanzler glaubt Niedermayer demnach offenbar nicht, prophezeit er doch: „Die Grünen haben die Obergrenze dessen erreicht, was sie erreichen können. Sie sind eben keine Volkspartei und können auch niemals eine Volkspartei werden.“

Grund dafür sei, dass die Partei nicht in der Lage sei, die „unterschiedlichsten Interessen der unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen zusammenzubinden“. Ende Oktober sind die Bürger Thüringens aufgerufen, ihre Wahlstimme zur Landtagswahl abzugeben. Im Vorfeld positionieren sich die Parteien.

Erst vor wenigen Tagen schockierten Unbekannte mit einer grausamen Aktion gegen Greta Thunberg. An einer Brücke in Rom wurde eine Thunberg nachempfundene Puppe an einer Brücke aufgehängt - wohl im Sinne einer symbolischen Hinrichtung. 

Außerdem hat die junge Klimaaktivistin damit zu kämpfen, dass sich immer mehr Leute als sie ausgeben.

Der Klimagipfel ist nun von Chile nach Spanien verlegt worden. Für Greta Thunberg stellt sich nun eine wichtige Frage. Derweil steht eines der Gründungsmitglieder von Extinction Rebellion in der Kritik. In einem Interview leugnete Roger Hallam den Holocaust. Eine Aussage mit raschen Folgen.

Im niederbayerischen Vilshofen bekommen ab 2020 ökologische Haushalte eine grüne Hausnummer. Das Vorhaben sorgt für gemischte Reaktionen.

Lesen Sie auch den Merkur.de-Kommentar: Luisa Neubauer führt die deutsche "Greta-Bewegung" auf einen gefährlichen Pfad. 

Umfrage-Überraschung: 43 Prozent würden die Grünen wählen - und 19,5 Prozent die AfD

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