TV-Duell Merkel gegen Schulz

Nach Gauland-Vergleichen: Sat1-Moderator Strunz wehrt sich

Claus Strunz, Moderator bei Sat1, hat beim TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Herausforder Martin Schulz mit teils tendenziösen Fragen für Empörung gesorgt.

Berlin/München - Moderator Claus Strunz hat während des TV-Duells von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit ihrem SPD-Herausforderer Martin Schulz im Netz viel Häme geerntet. Bis zum Ende der Sendung gab es auf Twitter mehrere Tausend Nachrichten zu dem Sat.1-Moderator. Der Journalist, der unter anderem mal Chefredakteur der Bild am Sonntag war, spielte beim verbalen Kräftemessen um das Kanzleramt mit populistischen Formulierungen und mitunter unwahren Behauptungen.

Schon am Anfang der Live-Übertragung (hier das TV-Duell im Ticker nachlesen!) musste sich Strunz von Schulz korrigieren lassen: Er hatte den SPD-Chef mit einer Flüchtlingsaussage verkürzt zitiert, dieser habe die Flüchtlinge als „Gold“ bezeichnet. Schulz stellte klar, dass er wert legt auf die vollständige Nennung des Zitats: „Was die Flüchtlinge zu uns bringen, ist wertvoller als Gold.“

Vor allem die AfD hatte sich in der Vergangenheit die verkürzte Version des Schulz-Zitats zunutze gemacht, dementsprechend ließen Tweets nicht lange auf sich warten, die Strunz in die Nähe der rechtspopulistischen Partei rückten:

Strunz polarisierte, beispielsweise mit seinen Fragen zu den ausreisepflichtigen Asylbewerbern (“Wann sind die weg?“) - und erntete weitere Kritik.

Im Interview mit focus.de verteidigte sich Strunz mit den Worten: „Der Zusammenhang wurde von Martin Schulz und mir erwähnt, ist also nicht weggefallen. Diskutieren wollte ich aber hauptsächlich über die Probleme und Herausforderungen, die sich aus der Zuwanderung hunderttausender Menschen nach Deutschland ergeben.“

Video: Das sagt Strunz nach dem TV-Duell

Auf die Frage, dass manchem Zuschauer offenbar seine persönliche Haltung zu deutlich durchschien, sagte Strunz: „Für mich ist das eine Haltung der bürgerlichen Mitte. Dass man sich daran reiben kann, ist mir bewusst. Ich halte das im gesamtgesellschaftlichen Diskurs für wichtig und notwendig.“ Letztlich habe er seine Fragen aus der Perspektive eines Journalisten gestellt, der natürlich auch Bürger und Wähler sei. „Mit eigener Lebenserfahrung, eigener Biografie und eigener Haltung, zum Beispiel der Überzeugung, dass Freiheit ohne Sicherheit auf Dauer nicht möglich ist.“

Doch das waren nicht die einzigen Punkte, an denen sich die Zuschauer rieben. Später im Duell fragte Strunz Kanzlerin Merkel und Schulz, ob sie es gut fänden, dass die Fußball-WM 2022 in Katar stattfindet. Linke-Parteichef Bernd Riexinger fand diese Frage auf Twitter ziemlich daneben:

Ein anderer Twitter-Nutzer teilte ein kurzes Video des legendären Ausrasters des früheren Bayern-Trainers Giovanni Trapattoni, der 1997 an die Adresse seines damaligen Spielers Thomas Strunz zeterte: „Was erlauben Strunz?“

Nur wenige Twitter-User fanden die Fragen des Sat1-Journalisten passend.

Ironisch kommentierte Satiriker Jan Böhmermann: „Ich guck nur wegen Claus Strunz. #TVDuell“

Video: Glomex

Rubriklistenbild: © pa/obs/News Aktuell

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