Verteidigungsminister beraten über Afghanistan-Strategie

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Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, li.) begrüßt am 11. Mai 2010 in Berlin vor Beginn der Truppensteller-Konferenz für Nordafghanistan Teilnehmer des Treffens. Die Verteidigungsminister und Generalstabschefs der Truppensteller für Nordafghanistan beraten über ihre weitere Strategie.

Berlin - Die Verteidigungsminister jener Länder, die Truppen in Nordafghanistan stationiert haben, sind am Dienstag in Berlin zusammengekommen. Die Konferenz soll zur Koordination dienen aber auch Zeichen setzen.

Die Verteidigungsminister der Truppensteller haben sich in Berlin getroffen, um ihre weitere Strategie abzustimmen. Ziel des Treffens sei es, “ein Signal der internationalen Geschlossenheit, aber auch der internationalen Entschlossenheit“ auszusenden, sagte Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zum Auftakt der vierstündigen Tagung. Zudem gehe es darum, die zivilen und militärischen Anstrengungen zu koordinieren und die Perspektive für die weitere Entwicklung in Afghanistan aufzuzeigen.

Es ist die erste Truppenstellerkonferenz auf Verteidigungsministerebene für Nordafghanistan. Deutschland hat das Kommando über die von 16 Ländern gestellte internationale Schutztruppe ISAF in der Region. An dem Treffen nahmen auch der stellvertretende afghanische Verteidigungsminister Sher Karimi sowie Vertreter der NATO und der Europäischen Union (EU) teil.

Der Bundestag hatte die Obergrenze für das Bundeswehrkontingent erst im Februar auf bis zu 5350 Soldaten erhöht. Auch die USA stocken ihre Kräfte im Norden derzeit deutlich auf. Spekulationen, die Amerikaner wollten das Kommando im Norden übernehmen, werden allerdings sowohl von Deutschland als auch von den USA stets zurückgewiesen.

“Deutschland ist sich seiner Rolle als Führungsnation bewusst“, sagte Guttenberg bei der Konferenz. Bis Ende 2010 will die ISAF ihre Truppenstärke in der Region im Vergleich zum Vorjahr auf 12 000 Soldaten verdoppelt haben. Mit den zusätzlichen Kräften soll vor allem die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte gestärkt werden.

Ab dem Spätsommer will auch die Bundeswehr das Konzept des so genannten “Partnering“ - Ausbildung und Unterstützung afghanischer Truppen in der Fläche - umsetzen. Die Sicherheitslage in Nordafghanistan gilt insgesamt zwar immer noch als vergleichsweise stabil. Vor allem die Provinz Kundus hat sich allerdings in den vergangenen Jahren zu einer gefährlichen Unruheregion entwickelt.

Im April waren bei zwei Angriffen auf die Bundeswehr 7 Soldaten getötet und 13 verletzt worden. “Wir alle wissen, dass sich die Lage in der Nordregion in den letzten Jahren noch nicht so entwickelt hat, wie wir uns das eigentlich erhofft hätten“, sagte Guttenberg. Er verwies darauf, dass auf der Afghanistan-Konferenz in London Anfang des Jahres zukunftsweisende Weichenstellungen vollzogen worden seien. “Es ist an uns, die dort beschlossene Strategie mit Leben zu füllen.“ Im Juli soll die nächste internationale Afghanistan-Konferenz in Kabul stattfinden. Guttenberg betonte, dass er dann auch von der afghanischen Regierung “konkrete Schritte, Ergebnisse und glaubhafte Konzepte“ erwarte.

dpa

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