Dreamer-Programm

USA-Niederlage für Trump: Jetzt muss sein Ministerium umdenken - Hunderttausende junge Menschen profitieren

Aufnahme von Donald Trump aus Froschperspektive
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Donald Trump muss eine Niederlage einstecken - das Dreamer-Programm wird wieder belebt.

US-Präsident Donald Trump muss eine Niederlage einstecken: Ein Bundesgericht in New York hat die Abschaffung des Dreamer-Programms zurückgenommen. Einwanderer-Kinder dürfen nun wieder hoffen.

New York (USA) - Ein US-Gericht hat die komplette Wiedereinführung des so genannten Dreamer-Programms angeordnet. Es war zum Schutz illegal eingewanderter Menschen vor Abschiebung eingeführt worden. Es war 2012 von Barack Obama eingeführt worden und im Jahr 2017 von Donald Trump* wieder abgeschafft.

Als „Dreamer“ werden die Kinder von illegal eingewanderten Menschen bezeichnet. Sie sind zum größten Teil in den USA aufgewachsen und sozialisiert, aber von Abschiebung bedroht. Rund 700.000 Menschen erhielten nach der Einführung des Programms Aufenthaltsgenehmigungen für ein bis zwei Jahre, die auch eine Arbeitsgenehmigung einschließen. Jetzt muss ihnen wieder erlaubt werden, die entsprechenden Anträge zu stellen, urteilte das Bundesbezirksgericht in Brooklyn in New York am Freitag (Ortszeit). Das Programm ist auch als DACA-Programm bekannt, was im Deutschen etwa „Aufgeschobene Handlung bei Ankünften im Kindesalter“ heißt.

US-Präsident Donald Trump: Niederlage im Streit um Barack Obamas Dreamer-Programm

Es ist nicht die erste Niederlage, die Trump* in diesem Streit einstecken muss. Bereits im Sommer diesen Jahres hatte der Oberste Gerichtshof die Streichung des Programms für unrechtmäßig erklärt. Daraufhin folgten Regelungen, die jetzt zurückgenommen werden müssen. Unter anderem hatte das zuständige Heimatministerium entschieden, dass keine neuen Anträge mehr gestellt werden dürfen. Bis zum Montag hat das Ministerium nun Zeit, die vollständige Wiedereinführung des Programms auf der Website anzukündigen.

In diesem Video aus dem Jahr 2017 erfahren Sie, was das Dreamer-Programm für die Betroffenen bedeutet:

In der New York Times hatte unter anderem der Business Analyst Fernando Espino Casas aus Chicago gesagt: „Das Daca-Programm gab, ganz einfach, mir und Tausenden anderen alles, was wir brauchten, um hier eine Zukunft aufzubauen.“ Nun gibt es also Grund zum Aufatmen.

US-Präsident Donald Trump: Dreamer-Programm ist Anliegen seines Nachfolgers Joe Biden

„Das ist wirklich ein großer Tag für Daca-Empfänger und junge Einwanderer“, sagte Karen Tumlin, die Direktorin der Organisations Justice Action Center. Diese hatte die Klage vor dem Gericht angestrebt. Von der Gerichtsentscheidung könnten rund 300.000 Menschen profitieren, schätzt das Forschungsinstitut Center for American Progress in Washington. Sie können sich nun um eine Teilnahme an dem Programm bewerben.

Schätzungen zufolge leben in den USA mehr als zehn Millionen Menschen ohne Papiere. Joe Biden* hatte im Wahlkampf bereits angekündigt, das Programm wieder vollständig einführen zu wollen. (dpa/kat) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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