US-Militärs drängen auf langsamen Abzug aus Afghanistan

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US-Soldaten in Afghanistan.

Washington - US-Militärs drängen einem Zeitungsbericht zufolge auf einen sehr langsamen Abzug der Soldaten aus Afghanistan.

Der neue Top-Kommandeur der internationalen Truppen am Hindukusch, David Petraeus, verlange von Präsident Barack Obama mehr Zeit für die Umsetzung der Kriegsstrategie in dem Land, berichtete die “New York Times“ am Donnerstag.

Der General wolle von der kommenden Woche an öffentlich dafür werben, zum geplanten Beginn des Abzuges im kommenden Sommer nur wenige US-Soldaten in die Heimat zurück zu holen. Petraeus habe in seinen ersten sechs Wochen im neuen Amt festgestellt, dass für die Strategie der nachhaltigen Befriedung des Landes ein schneller Abzug vom kommenden Jahr an zu früh komme.

Obwohl die US-Truppen bereits seit neun Jahren in Afghanistan seien, würden sie dort erst seit zwölf Monaten Erfolge erzielen, zitiert die Zeitung einen hohen US-Regierungsbeamten. Man müsse deshalb darüber nachdenken, wie eine längerfristige Präsenz in dem Land aussehen könne.

Das ist Afghanistan

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Ferner wolle Petraeus die NATO-Verbündeten stärker einbeziehen, indem er sie häufiger um Rat frage und um Mitwirkung bitte. Die Hoffnung sei, den Alliierten das Gefühl zu geben, mehr Einfluss auf die Geschehnisse in dem Krieg zu haben.

Das Weiße Haus halte jedoch zunächst weiter an seinem Plan fest, mit dem Truppenabzug im Sommer 2011 zu beginnen. Obama hatte den Abzug im Dezember vergangenen Jahres als eine Bedingung für die Entscheidung genannt, 30 000 weitere Soldaten in den Krieg zu schicken. Die letzten dieser zusätzlichen Soldaten kommen gerade erst in dem Land an. Verteidigungsminister Robert Gates hatte jedoch bereits angedeutet, dass im Sommer 2011 zunächst nur eine kleine Zahl der Soldaten in die USA zurückkehrten.

dpa

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