US-Abgeordnete wollen von Obama Antworten zu Libyen

+
Am Freitag hat das Repräsentantenhaus US-Präsident Barack Obama mit einer Resolution aufgefordert, die amerikanische Rolle in dem Konflikt zu erklären sowie Details über die geplante Dauer und voraussichtliche Kosten der US-Beteiligung zu nennen.

Washington - Der seit über zwei Monaten andauernde Libyen-Militäreinsatz des Westens löst im US-Kongress zunehmend Ungeduld aus.

Am Freitag forderte das Repräsentantenhaus Präsident Barack Obama mit einer Resolution auf, die amerikanische Rolle in dem Konflikt zu erklären sowie Details über die geplante Dauer und voraussichtliche Kosten der US-Beteiligung zu nennen.

Die mit 268 zu 154 Stimmen angenommene Resolution verlangt von Obama, dem Kongress innerhalb von zwei Wochen genaue Informationen über den Krieg gegen den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi zu übermitteln. Das Dekret war von den Republikanern eingebracht und vor allem mit ihren Ja-Stimmen verabschiedet worden. Es hat jedoch keine rechtlich bindende Wirkung.

Das sind Republikaner und Demokraten

Das sind Republikaner und Demokraten

Indem er diese mildere Resolution zur Abstimmung brachte, verhinderte der republikanische Parlamentspräsident John Boehner die Passage eines deutlich schärfer formulierten Papiers. Der demokratische Abgeordnete Dennis Kucinich hatte einen Beschluss gefordert, der das sofortiges Ende der amerikanischen Beteiligung an den Militärmaßnahmen des internationalen Bündnisses Nato in Libyen vorsah. Dieser Vorstoß wurde mit 148 zu 265 Stimmen abgelehnt.

Einige amerikanische Politiker sind unzufrieden, dass Obama die Libyen-Mission nicht vorab im Capitol autorisieren ließ, wie es ein fast 40 Jahre altes Gesetz fordert. Demnach müssen Kriegsoperationen vom Kongress befürwortet werden, wenn sie länger als 60 Tage dauern. Die anfangs von den USA und später von der Nato angeführten Militäraktion gegen Libyen begannen am 19. März.

Die Jahrzehnte alte Regel wird von US-Regierungen meist ignoriert, da sie nach Ansicht des Weißen Hauses die verfassungsmäßigen Rechte des Präsidenten als Oberbefehlshaber verletzt. Die Obama-Regierung beharrt darauf, das Parlament regelmäßig über Libyen zu informieren und damit ihrer Pflicht genüge zu tun.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare