Mehr Rechte

Vorteile für Geimpfte bei Reisen: Hier gibt es schon Privilegien – Bund berät am Montag

Können Geimpfte bald wieder in den Urlaub reisen? Vorteile für Menschen mit vollständigem Corona-Impfschutz sind im Gespräch. Am Montag könnte eine Entscheidung fallen.

Hamm – Viele Menschen in Deutschland sehnen sich in der Corona-Krise nach einem Urlaub, doch nicht für alle Menschen kommen Reisen einfach so infrage. Einige Länder fordern für die Einreise eine Impf-Bestätigung. Und auch hierzulande ist das letzte Wort noch nicht gesprochen in der Frage, ob Geimpfte bestimmte Vorteile haben sollten. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
KanzlerinAngela Merkel
Bevölkerung83,02 Millionen (2019)
PräsidentFrank-Walter Steinmeier

Vorteile für Corona-Geimpfte für Urlauber? Bund will am 26. April Entscheidung fällen

Tatsächlich hat die Bundesregierung erst in dieser Woche eine Gesetzesänderung vorgenommen, die Geimpfte in Deutschland betreffen. Demnach müssen Geimpfte fortan nicht mehr in Quarantäne, auch wenn sie Kontakt mit einer Person hatten, die sich nachweislich mit Corona infiziert hat. Diese Regel soll allerdings nur dann gelten, wenn die geimpfte Person tatsächlich über den vollen Impfschutz verfügt - 14 Tage müssen seit der Zweitimpfung vergangen sein.

Solche Sonderregeln für Geimpfte - also im Klartext Vorteile gegenüber nicht Geimpften - könnte es auch bei Urlauben und Reisen geben. Rein wissenschaftlich betrachtet ist diese Überlegung, den Geimpften ihre Rechte wieder einzuräumen, auch durchaus sinnvoll. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist etwa das Risiko vor der Weitergabe einer Corona-Infektion bei Geimpften niedriger als bei negativ getesteten Personen. Doch daneben gibt es auch die gesellschaftliche Komponente, denn Privilegien für Geimpfte könnten die Gesellschaft im schlimmsten Fall spalten.

Dementsprechend groß ist die Herausforderung für die Politik, eine geeignete Lösung und einen Kompromiss in diesem Zwiespalt zu finden. Am kommenden Montag, 26. April, steht der nächste Impf-Gipfel an. Dort will die Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten um NRW-Landeschef Armin Laschet beraten. Es geht laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unter anderem darum, die Einreiseordnung für Geimpfte zu ändern. Wie n-tv berichtet, hat Deutschland zudem die Absicht, die Corona-Testauflagen für Personen mit vollständigem Impfschutz zu reduzieren.

Vorteile für Corona-Geimpfte bei Reisen: Auf den Malediven und Barbados gibt es schon Privilegien

Aktuell gibt es auf der Welt bereits einige Länder, die Geimpfte bevorzugt behandeln. Lockerungen für Personen, die bereits ihre Zweitimpfung hinter sich haben und sich dies zertifizieren lassen können, gibt es zum Beispiel auf den Malediven. Auch die Insel Barbados in der östlichen Karibik hat neue Einreisebestimmungen bekanntgegeben, die Vorteilen für Geimpfte gleichkommen. Demnach soll die Einreise für nachweislich vollständig geimpfte Personen auf die Insel maßgeblich erleichtert werden.

Erleichterungen bei der Einreise auf Barbados bedeutet konkret, dass für Geimpfte keine Quarantäne mehr nötig ist. Ebenfalls muss kein negativer Test mehr vorgezeigt werden. Zuvorgekommen sind den beiden Inseln aber auch schon Länder in Europa. Island, Israel oder auch Griechenland sind Reiseziele, die Urlauber ohne weitere Einschränkungen anpeilen können, sofern sie einen vollständigen Impfschutz vorweisen können.

EU plant einheitlichen Impfpass – Corona-Impfungen nehmen in Deutschland zu

Mit einem europäischen Impfpass will die EU nun aber eine einheitliche Lösung umsetzen. Diese könnte ebenfalls bedeuten, dass Geimpfte mehr Rechte und Vorteile genießen als andere Menschen. Fraglich ist noch, inwiefern negativ getestete Menschen diese Privilegien in gleichem oder zumindest ähnlichem Maße einschließt.

Um eine Spaltung der Gesellschaft in geimpfte und nicht geimpfte Personen zu vermeiden, ist es im Interesse der Bundesregierung, dass am besten möglichst viele Menschen rasch durchgeimpft sind. Es gibt bereits eine Hochrechnung, wann es so weit sein könnte, dass alle Deutschen eine Corona-Impfung erhalten - und die ist sogar noch pessimistisch. Denn wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt hat, könnte die Impfpriorisierung in Deutschland noch im Juni aufgehoben werden.

Rubriklistenbild: © Gollnow/Drouve/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare