Syrien: Uno macht Regierung für Massaker verantwortlich

+
Der UN-Sicherheitsrat macht die Regierung vom syrischen Präsidenten Assad verantwortlich für das Massaker in Hula.

Kairo - Der UN-Sicherheitsrat macht das Regime von Präsident Baschar Assad für die Angriffe im syrischen Hula verantwortlich. Bei dem Angriff am Freitag starben mehr als 100 Menschen - darunter über 30 Kinder.

Der Sondergesandte Kofi Annan hat sich schockiert über ein Massaker an mehr als 100 Zivilisten in Syrien gezeigt. Annan sagte bei seinem Eintreffen in Damaskus am Montag, er sei entsetzt über den tragischen Zwischenfall in Hula vom Freitag. Annan forderte alle Beteiligten des Konfliktes auf, das Blutvergießen zu beenden. Zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat das syrische Regime für den Angriff verantwortlich gemacht und die Tötungen verurteilt.

„Diese Friedensbotschaft ist an alle gerichtet, an alle Personen mit einer Waffe“, erklärte Annan. Er wollte in Syrien mit dem Präsidenten Baschar Assad und anderen ranghohen Mitgliedern der Regierung zusammentreffen. Nach Angaben der im Land stationierten Beobachter der Vereinten Nationen wurden bei dem Blutbad in Hula am Freitag 108 Menschen getötet.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte, für die Todesfälle seien sowohl das Regime als auch die Rebellen verantwortlich. Beide Konfliktparteien seien an den Ereignissen beteiligt gewesen, sagte Lawrow am Montag nach einem Treffen mit dem britischen Außenminister William Hague in Moskau. „Die Gegend wird von den Kämpfern kontrolliert, ist aber auch von Regierungstruppen umgeben“, sagte er. „Niemand sagt, dass die Regierung nicht schuldig ist, und niemand sagt, dass die bewaffneten Aufständischen nicht schuldig sind.“ Er betonte Russland unterstütze nicht die syrische Regierung, sondern den Friedensplan von Annan.

24 Tote aus Hama gemeldet

Das syrische Regime setzte unterdessen sein blutiges Vorgehen gegen die eigene Bevölkerung unvermindert fort: Regierungstruppen nahmen laut Aktivisten Viertel der Stadt Hama unter Beschuss und töteten mindestens 24 Menschen. Die Angriffe hätten bis zum frühen Montagmorgen angedauert, erklärten das in Großbritannien ansässige Syrische Observatorium für Menschenrechte und die Örtlichen Koordinationskomitees. Unter den Todesopfern waren acht Kinder und fünf Frauen. Auf Amateurvideoaufnahmen war eine Klinik zu sehen, in der etliche Menschen tot oder verwundet auf dem Boden lagen. Erst am Sonntag waren aus Hama Gefechte zwischen Regierungssoldaten und Rebellen gemeldet worden.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen machte das Regime von Assad für die Tötung von mehr als hundert Menschen in Hula verantwortlich. Nach einer Dringlichkeitssitzung in New York sprach das Gremium am Sonntagabend (Ortszeit) von einer „abscheulichen Anwendung von Gewalt“, die gegen internationales Recht verstoße. Eine direkte Zuweisung der Schuld für die „Tötung von Zivilpersonen durch Schüsse aus nächster Nähe sowie durch massive physische Misshandlung“ wurde in der Mitteilung jedoch vermieden.

Resolution einstimmig verabschiedet

„Diejenigen, die für diese Gewalttaten verantwortlich sind, müssen dafür zur Rechenschaft gezogen werden“, hieß es in der von den 15 Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats einstimmig verabschiedeten Erklärung an die Presse weiter. Die syrische Regierung wurde aufgefordert, sofort die Nutzung schwerer Waffen einzustellen und ihre Truppen aus bewohnten Gebieten abzuziehen. Mit dem Angriff in Hula habe das Regime gegen seine in UN-Resolutionen festgehaltene Verpflichtung zur Beendigung der Gewalt im Land verstoßen.

„Fakt ist, dass dies eine Gräueltat war, und dass sie von der syrischen Regierung begangen wurde“, sagte der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant nach der Sondersitzung in New York. Sein deutscher Kollege Peter Wittig sprach von einer deutlichen Spur des Regimes bei dem Massaker in Hula. Der Angriff gilt als eines der blutigsten Ereignisse seit Beginn des Aufstands in Syrien vor 15 Monaten.

dapd

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare