Wahlkampfveranstaltung

AfD-Chef Meuthen will Regierung "rückstandsfrei entsorgen"

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Der Spitzenkandidat der AfD in Bayern, Hebner (l-r), der Bundesvorstand der AfD, Meuthen, der AfD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Gauland, und der ehemalige tschechische Staatspräsident Klaus während einer Wahlkampfveranstaltung. Foto: Daniel Karmann

Nürnberg (dpa) - Die umstrittenen Äußerungen von AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland über die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), waren nach den Worten des Parteivorsitzenden Jörg Meuthen noch "bescheiden".

"Er wollte ja nur Frau Özoguz entsorgen", sagte Meuthen am Samstag bei einer umstrittenen Wahlkampfveranstaltung in Nürnberg. "Unser Ziel ist es, die ganze Regierung Merkel rückstandsfrei zu entsorgen." Er sage das "frank und frei und guten Gewissens", wie er es schon vor kurzem beim Abensberger Volksfest Gillamoos getan habe.

Denn es sei "ein Originalzitat von Sigmar Gabriel" aus dem Jahr 2012, sagte Meuthen. Auch der heutige Außenminister habe damals die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rückstandsfrei entsorgen wollen. Meuthen empfahl Özoguz, sich zu überlegen, ob sie überhaupt in Deutschland leben oder nicht lieber auswandern wolle.

Auch Spitzenkandidat Alexander Gauland nahm Bezug auf Özoguz: "Ich habe einfach nur der Dame empfohlen - ganz höflich - dass sie doch vielleicht einen längeren Aufenthalt in einem Land nehmen könnte, in dem sie vielleicht die kulturellen Regeln besser versteht", sagte er.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Thüringen hatte Gauland kürzlich davon gesprochen, Özoguz in Anatolien zu "entsorgen". "Ich weiß, das Wort nehme ich nicht mehr in den Mund", sagte Gauland nun vor nach AfD-Angaben rund 1300 Anhängern in der Meistersingerhalle.

Die Stadt hatte wegen Gaulands Äußerungen über Özoguz versucht, die Veranstaltung zu verhindern, indem sie den Mietvertrag für die Halle kündigte. Dagegen zog die Partei erfolgreich vor Gericht. Die Stadt hatte die Äußerungen als "menschenverachtend" bezeichnet und wollte nicht zulassen, dass es in einer städtischen Einrichtung erneut ähnliche Äußerungen gibt - aus Sorge um den Ruf der Stadt.

AfD Bayern

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