NRW: Kandidaten halten sich Koalitionsoptionen offen

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Die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Katharina Schwabedissen (l-r, Linke), Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ( SPD), Sylvia Löhrmann (Grüne) Bundesumweltminister Norbert Röttgen ( CDU), Christian Lindner ( FDP) und Joachim Paul (Piratenpartei) stehen am Mittwoch in Mönchengladbach im Fernsehstudio zusammen.

Köln - Die rot-grüne Koalition in Nordrhein-Westfalen hat zehn Tage vor der Wahl laut einer Umfrage nur noch einen hauchdünnen Vorsprung.

Der Endspurt im nordrhein-westfälischen Landtagswahlkampf ist eingeläutet: In einer Fernsehdebatte haben sich die Spitzenkandidaten der sechs aussichtsreichsten Parteien am Mittwochabend einen lebhaften, aber sachlichen Schlagabtausch geliefert. FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner setzte sich dabei wiederholt von der CDU ab. CDU-Herausforderer Norbert Röttgen sprach von einem “Ende der Lagersituation“.

An der traditionellen Runde im WDR nahm erstmals auch die Piratenpartei teil. Ihr Spitzenkandidat Joachim Paul musste mehrfach passen und räumte ein, dass seine Partei nicht auf alle Fragen eine Antwort habe. Die Wähler wüssten aber, dass sie die richtigen Fragen stellten. Nach Meinungsumfragen können die Piraten am 13. Mai mit dem sicheren Einzug in den Düsseldorfer Landtag rechnen.

SPD-Spitzenkandidatin und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeigte sich skeptisch mit Blick auf eine mögliche Zusammenarbeit. Die Positionen der Piraten sei zu unklar. Mehrfach fragte sie nach, etwa, wie sich die Partei die Finanzierung eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs vorstelle. Paul sagte, seine Partei sei noch in der Entwicklung und wolle auf Oppositionsbänken lernen.

Sie waren die Chefs der FDP

Sie waren die Chefs der FDP

Elf Tage vor der Wahl stritten die Spitzenkandidaten in der “Elefantenrunde“, die laut WDR von rund 930 000 Zuschauern verfolgt wurde, vor allem über Kinderbetreuung, Schule, Haushalt, Schulden oder Pendlerpauschale. Wie schon beim TV-Duell zwischen Kraft und Röttgen sorgte das Betreuungsgeld für heftigen Streit. Röttgen stand dabei mit seinem Plädoyer für das Betreuungsgeld allein.

FDP-Spitzenkandidat Lindner sagte, Deutschland habe “andere Prioritäten“. Grünen-Frontfrau Sylvia Löhrmann sprach von einer “Antibildungsprämie“. Auch beim Thema Mindestlohn setzte sich Lindner, der an diesem Sonntag zum Landesparteichef gewählt wird, von der CDU ab. Die Spitzenkandidatin der Linken, Katherina Schwabedissen, forderte eine Millionärssteuer.

Mögliche Koalitionsoptionen spielten immer wieder eine Rolle. Ausgeschlossen wurde nichts. Lindner sagte auf die Frage nach einer Ampelkoalition, er rechne eher mit einer großen Koalition unter Führung der SPD. Röttgen sprach von einem “Ende der Lagersituation“ und dem Ziel einer “stabilen Regierung“. Kraft und Löhrmann betonten, sie wollten Rot-Grün fortsetzen.

Laut einer Forsa-Umfrage kommt ein rot-grünes Bündnis derzeit nur noch auf 47 Prozent - und liegt damit gleichauf mit CDU, FDP und Piraten zusammen. Eine Erhebung des Yougov-Instituts für den “Kölner Stadt-Anzeiger“ vom Donnerstag sieht Rot-Grün mit 47 Prozent knapp vor der versammelten Konkurrenz von CDU, FDP und Piraten (46 Prozent). Nach beiden Umfragen kämen die Linken nicht in den Landtag.

dpa

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