1. Soester Anzeiger
  2. Politik

Ukraine-Krieg: Nach massivem Beschuss – Zivilbevölkerung verlässt Stahlwerk in Mariupol

Erstellt:

Von: Tobias Utz, Teresa Toth, Max Schäfer, Vincent Büssow, Andreas Schmid, Jan-Frederik Wendt

Kommentare

Die Lage im Ukraine-Krieg spitzt sich weiter zu. Weitere ukrainische Zivilisten können das Stahlwerk verlassen.

Dieser News-Ticker ist beendet und wird nicht mehr aktualisiert: Die neuesten Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie im neuen Ticker.

Update vom Dienstag, 03. Mai, 06.40 Uhr: Aus dem belagerten Asow-Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol sind am Montagabend weitere 20 Zivilisten evakuiert worden. Das an der Verteidigung des Stahlwerks beteiligte Asow-Regiment teilte mit, die Menschen hätten das Gelände erst mit fünfstündiger Verspätung verlassen können. Das russische Militär habe immer wieder auf das Werk geschossen. „Die Artillerie des Feindes verursachte neue Trümmer und Zerstörung“, sagte der stellvertretende Kommandeur Swjatoslaw Palamar.

Aus dem Asow-Stahlwerk in Mariupol können am Montagabend (2. Mai) weitere 20 Zivilisten entkommen.
Aus dem Asow-Stahlwerk in Mariupol können am Montagabend (2. Mai) weitere 20 Zivilisten entkommen. © dpa/Maxar Technologies/AP

Ukraine-Krieg: Russisches Militär erreicht „bestenfalls minimale Fortschritte“

+++ 22.10 Uhr: Nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums macht das russische Militär in der Ostukraine „bestenfalls minimale Fortschritte“. Noch immer litten die Truppen „unter schlechter Führung und Kontrolle, die Moral in vielen Einheiten ist niedrig, die Logistik ist nicht optimal, sie haben immer noch nicht alle logistischen Probleme gelöst“, wie ein hoher Pentagon-Vertreter am Montag in Washington sagte. Man beobachte, dass das russische Militär in Orte im Donbass einmarschiere, den Sieg erkläre und dann die Truppen wieder zurückziehe und die Region wieder der Ukraine überlasse.

„In den letzten Tagen gab es also ein ständiges Hin und Her“, sagte der Pentagon-Vertreter. Das ukrainische Militär soll die russischen Truppen beispielsweise weiter aus der ostukrainischen Millionenstadt Charkiw zurückdrängen können, hieß es weiter. Russland sei zwar klar im „Offensivmodus“, allerdings nicht so erfolgreich wie erwartet. All diese Entwicklungen seien nicht nur auf mangelnde russische Planung zurückzuführen, sondern auch auf wirklich guten Widerstand vonseiten der Ukraine, erklärte der Pentagon-Vertreter.

Ukraine-Krieg: Odessa unter Beschuss

+++ 20.03 Uhr: Am Montag (02. Mai) wurde die ukrainische Stadt Odessa von einer Rakete getroffen, berichtet der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf den Leiter der Militärverwaltung der Region. Dabei soll es Tote und Verletzte gegeben. Unabhängig davon meldete das ukrainische Militärkommando Süd laut CNN: „Ein weiterer Raketeneinschlag in der Region Odesa. Die Infrastruktur der Stadt wurde getroffen. Vor allem eines der religiösen Gebäude wurde beschädigt. Informationen über die Opfer werden derzeit geklärt.“

+++ 17.45 Uhr: Die Streitkräfte der Ukraine sollen die Kontrolle über die Ortschaft Ruska Lozova im Oblast Charkiw zurückgewonnen haben. Das berichtet der Kiyv Independent unter Berufung auf die stellvertretende Verteidigungsministerin der Ukraine, Hanna Maliar. Demnach haben die ukrainischen Streitkräfte mehrere Dörfer im Oblast Charkiw unter „Eskalationen und Verlusten“ befreit. 

+++ 16.45 Uhr: Russische Streitkräfte haben während des Ukraine-Kriegs im Oblast Luhansk eine hundert Jahre alte Schule zerstört. Wie das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtet, hat das Lyssytschansk-Gymnasium beide Weltkriege und den Krieg im Donbass überstanden. Das Gymnasium galt als eine der besten 100 Schulen in der Ukraine. Unklar ist, ob es Verwundete oder Tote gibt.

Ukraine-Krieg: Russischer Generalstabschef entkommt ukrainischem Angriff

+++ 15.30 Uhr: Waleri Gerassimow, Generalstabschef des russischen Militärs, soll nur knapp einem Angriff durch die Ukraine entkommen sein. Am Samstag (30. April) hat die Ukraine das Quartier des russischen Armeestabs in der Stadt Isjum angegriffen, teilte ein Berater des ukrainischen Innenministers am Sonntag (1. Mai) auf Telegram mit. Die 50.000-Einwohner-Stadt Isjum liegt im Osten der Ukraine.

Nach ukrainischen Angaben hielt sich dort auch Waleri Gerassimow auf, um die Offensive im Donbass während des Ukraine-Kriegs zu befehligen. Aus Russland gab es dafür keine Bestätigung – auch nicht für den Aufenthalt Gerassimows in der Gegend. US-Militärkreise bestätigten jedoch laut Informationen des Nachrichtenportals Zeit Online den Aufenthalt von Gerassimow in der Donbass-Region. Demnach soll er bereits auf dem Rückweg nach Russland gewesen sein, als der Angriff erfolgte. Trotzdem sollen bei dem Angriff rund 200 Soldaten, darunter auch Offiziere, getötet worden sein.

Ukraine-Krieg: Russischer Generalmajor wohl getötet – Schwere Kämpfe bei Luhansk

+++ 15.00 Uhr: Laut Informationen des russischen Verteidigungsministeriums sollen die Streitkräfte Russlands einen Kampfjet der Ukraine zerstört haben. Dabei soll es sich um ein Flugzeug des Typs „MiG-29“ handeln, das in der Nähe der Stadt Slowjansk getroffen worden sein soll. Das Verteidigungsministerium meldete weiter, dass 38 militärische Ziele in der Ukraine getroffen worden sein sollen.

+++ 13.30 Uhr: Die Evakuierung der Zivilbevölkerung aus Mariupol beginnt erneut. Der Berater des Bürgermeisters von Mariupol, Peter Andryushchenko, sagte, Busse seien abgefahren und planten, Menschen in Berdyansk und Manhush auf dem Weg nach Saporischschja abzuholen, wo Tausende von Menschen festsitzen.

Ukraine-Krieg: Russische Schiffe mit Drohnen angegriffen

+++ 12.30 Uhr: Die Ukraine hat nach eigenen Angaben im Schwarzen Meer russische Schiffe mit Drohnen angegriffen. „Heute wurden im Morgengrauen bei der Schlangeninsel zwei russische Boote des Typs Raptor vernichtet“, teilte der Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj am Montag bei Facebook mit. Eingesetzt worden sei dabei eine Kampfdrohne des türkischen Typs Bayraktar (Fahnenträger). Ein dazu veröffentlichtes Video sollte den erfolgreichen Beschuss zeigen. Überprüfbar von unabhängiger Seite waren die Aufnahmen nicht. 

Ukraine-Krieg: Russischer Generalmajor wohl getötet – Schwere Kämpfe bei Luhansk

+++ 10.45 Uhr: Russland hat offenbar einen weiteren hochrangigen General verloren. Wie das Nachrichtenportal Kyiv Post berichtet, wurde Generalmajor Andrej Simonow bei Kämpfen in der Region Charkiw getötet. Die ukrainische Armee hab am Samstag (30. April) einen Kommandoposten bei Isjum angegriffen, so der Bericht. Mehr als 30 Panzer der russischen Armee seien dabei zerstört worden. Simonow ist einer von 100 Soldaten die dabei ums Leben gekommen sein sollen, heißt es im Bericht. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 09.30 Uhr: Das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtet von schwerem Beschuss im Oblast Luhansk. Demnach seien drei Einwohner getötet und drei weitere verletzt worden. Regionalgouverneur Serhiy Haidai sagte, dass in den letzten 24 Stunden Einwohner in Zolote, Lysychansk und Popasna im Bezirk Sievierodonetskyi getötet und ein 12-jähriger Junge verletzt worden seien.

Ukraine-Krieg: Kiew hebt russischen Agentenring aus - Spion im ukrainischen Generalstab

+++ 08.12 Uhr: Die ukrainischen Sicherheitsbehörden haben nach eigener Darstellung einen Ring russischer Agenten ausgehoben. Einer der Spione habe sogar im ukrainischen Generalstab gearbeitet, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyjs Berater Olexij Arestowytsch in der Nacht zum Montag nach Angaben der Agentur Ukrinform. Über die genaue Zahl der Mitglieder des Spionage-Rings machte er keine Angaben.

Arestowytsch nannte jedoch eines ihrer angeblichen Ziele. „Diese Genossen sollten ein Passagierflugzeug über Russland oder Belarus abschießen und anschließend die Ukraine dafür verantwortlich machen“, sagte er. Für diese Aktion sollten demnach Flugabwehrraketen aus ukrainischen Beständen eingesetzt werden.

Ukraine-Krieg: Explosionen in der südrussischen Stadt Belgorod

+++ 06.50 Uhr: Die südrussische Stadt Belgorod unweit der Grenze zur Ukraine ist in der Nacht zum Montag von zwei schweren Explosionen erschüttert worden. Es gebe zunächst keine Berichte über Schäden oder Opfer, sagte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass. Allerdings gebe es Berichte in sozialen Medien über Blitze am Himmel. Auf Twitter wurden Videoaufnahmen und Berichte über angebliche ukrainische Drohnen über Belgorod und den Einsatz der regionalen Flugabwehr verbreitet, deren Echtheit zunächst nicht unabhängig bestätigt werden konnte. Seit einigen Tagen häufen sich Berichte über angebliche Angriffe des ukrainischen Militärs auf Ziele in Russland. 

Ukraine-Krieg: Russland will Angriffskrieg nicht am 9. Mai beenden - Strategie gibt Rätsel auf

Update vom Montag, 02. Mai, 06.27 Uhr: Russland will seinen Militäreinsatz in der Ukraine nicht bis zum Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai beenden. „Unser Militär wird seine Handlungen nicht künstlich an irgendeinem Datum ausrichten“, sagte Außenminister Sergej Lawrow dem italienischen Fernsehsender Mediaset.

„Das Tempo des Einsatzes in der Ukraine hängt in erster Linie von der Notwendigkeit ab, die Risiken für die Zivilbevölkerung und die russischen Militärangehörigen zu minimieren“, fügte Lawrow in dem am Sonntag ausgestrahlten Interview hinzu.

Am 9. Mai feiert Russland traditionell den Sieg über Nazi-Deutschland mit einer Militärparade und einer Rede von Kreml-Chef Wladimir Putin auf dem Roten Platz in Moskau. In diesem Jahr kommt den Feierlichkeiten vor dem Hintergrund des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine eine besondere Bedeutung zu.

Derweil sieht Selenskyj infolge der seit zwei Monaten laufenden Invasion der russischen Armee in seinem Land auf beiden Seiten nur Verlierer. „Wie sie ihre Ziele auswählen, beweist einmal mehr, dass der Krieg gegen die Ukraine ein Vernichtungskrieg für die russische Armee ist“, sagte Selenskyj am Sonntagabend in seiner täglichen Videoansprache. Neben den Angriffen auf zivile Objekte und Wohngebiete würden inzwischen Getreidelager und landwirtschaftliche Betriebe vernichtet.

„Was könnte Russlands strategischer Erfolg in diesem Krieg sein? Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht“, sagte Selenskyj. Das zerstörte Leben der Menschen und verbranntes oder gestohlenes Eigentum brächten Russland nichts. „Es wird nur die Toxizität des russischen Staates und die Zahl derer in der Welt erhöhen, die daran arbeiten, Russland zu isolieren.“

Ukraine-Krieg: Abschuss russischer Kampfflugzeuge und Drohnen gemeldet

Update vom Sonntag, 1. Mai, 07.14 Uhr: Nach eigenen Angaben haben ukrainische Soldaten zwei russische Kampfflugzeuge und mehrere Drohnen abgeschossen. Die Flugzeuge vom Typ Su-25 und vier der sieben abgeschossenen Drohnen seien im Osten der Ukraine getroffen worden, teilen die Luftwaffe und die Armee auf Facebook mit.

+++ 20.45 Uhr: Ein russisches Militärflugzeug ist kurzzeitig in den schwedischen Luftraum eingedrungen. Das schwedische Militär teilte am Samstagabend mit, die Propellermaschine vom Typ AN-30 habe sich am Vorabend zunächst östlich der dänischen Ostsee-Insel Bornholm befunden und sei dann Richtung schwedisches Territorium geflogen. Südlich von Blekinge habe es für kurze Zeit den schwedischen Luftraum verletzt, ehe es das Gebiet wieder verlassen habe. Schwedische Kampfjets hätten den Vorfall verfolgt und das Flugzeug fotografiert. Bereits Anfang März hatten vier russische Kampfflugzeuge kurzzeitig den Luftraum über Schweden verletzt.

Ukraine-Krieg: Russland tötet angeblich 120 ukrainische Soldaten

+++ 14.00 Uhr: Russland hat laut eigenen Angaben in der Nacht auf Samstag 389 militärische Ziele der Ukraine angegriffen. Teil davon war laut neuesten Angaben des Kreml, dass 120 ukrainische Soldaten getötet wurden. Russische Artillerieeinheiten hätten zudem unter anderem 35 Kommandoposten, 33 Artilleriestellungen und 15 Waffen- und Munitionsdepots der Raketenartillerie getroffen, so der Kreml. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Russland veröffentlichte laut Angaben des US-Senders CNN zudem eine neue Statistik zu ukrainischen Verlusten im Krieg. Insgesamt habe Russland 142 ukrainische Militärflugzeuge und 112 Hubschrauber, 658 Drohnen, 279 Flugabwehrraketensysteme, 2656 Panzer und andere gepanzerte Kampffahrzeuge, 307 Mehrfachraketenwerfer und 1189 Feldartillerie- und Mörserwerfer zerstört. Auch diese Informationen sind nicht unabhängig überprüfbar. Nahezu zeitgleich veröffentlichte die ukrainische Regierung Daten zu russischen Verlusten.

Ukraine-Krieg: Schwere Verluste für Russland – Soldaten mit „geschwächter Moral“

+++ 09.00 Uhr: Das britische Verteidigungsministerium hat abermals eine Einschätzung zur Situation der russischen Armee im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Demnach sieht das Ministerium eine geschwächte Moral der Soldaten. Das russische Militär stehe aktuell vor enormen Herausforderungen. Verschiedenste Einheiten seien vom Kreml in der Ostukraine zusammengezogen worden, viele von ihnen seien dezimiert. „Viele dieser Einheiten leiden wahrscheinlich unter einer geschwächten Moral“, heißt es im Statement. Die Koordination der Truppen weise zusätzliche Mängel auf. Russland könne aus diesen Gründen derzeit nicht die volle Kampfkraft ausschöpfen.

Ukraine-Krieg: Explosionen in Charkiw gemeldet

+++ 07.00 Uhr: Stephan Tarabalka, der „Geist von Kiew“, wurde offenbar bei Kämpfen mit der russischen Luftwaffe getötet. Tarabalka galt ein prominentes Mitglied der ukrainischen Armee. Der Pilot wurde durch ein Video der Selenskyj-Regierung bekannt, in welchem behauptet wurde, dass er am ersten Tag der russischen Invasion sechs Kampfjets abgeschossen habe. Er soll bereits bei Kämpfen Mitte März getötet worden sein. Sein Helm und seine Fliegerbrille werden nun wohl versteigert.

Ukraine-Krieg: Selenskyj meldet sich per Videoansprache

+++ 05.00 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich am Freitagabend in einer Videoansprache an die Bevölkerung gewandt. „Wir schlagen die Besatzer in alle Richtungen, in die sie vorzudringen versuchen. Die Lage in der Region Charkiw ist schwierig, aber unser Militär und unser Geheimdienst haben wichtige taktische Erfolge erzielt“, betonte er. Selenskyj betonte zudem, dass ein hohes Risiko bestehe, dass man die diplomatischen Verhandlungen mit Russland abbreche.

Ukraine-Krieg: Armee sprengt wichtige Brücke im Donbass

Update vom Samstag, 30. April, 03.00 Uhr: Die ukrainische Armee hat wohl eine Brücke in der Region Donezk gesprengt. Das Nachrichtenportal Ukrajinska Prawda berichtet, dass dabei ein russischer Güterzug getroffen worden sei. Weiteren Medienberichten zufolge handelte es sich bei der Brücke um die Verbindung über den Fluss Siwerskyj Donez zwischen den Orten Lyman und Rajhorodok im Donbass. Die Eisenbahnverbindung nach Lyman, das im Epizentrum der Kämpfe in der Ostukraine liege, sei damit zerstört, hieß es.

Ukraine-Krieg: Der Kampf ums Getreide

+++ 16.00 Uhr: Der Ukraine-Krieg wird auch auf dem Feld geführt, jetzt geht es offenbar um Getreide. Kiew wirft Russland den Raub von Getreide aus besetzten Gebieten im südukrainischen Cherson vor. „Der Diebstahl gefährdet genauso wie die Blockade der ukrainischen Häfen und die Verminung von Schiffsrouten die globale Lebensmittelsicherheit“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung des ukrainischen Außenministeriums.

Dem angeblichen Getreide-Abtransport sei eine Entscheidung der Gebietsverwaltung des russischen Gebiets Krasnojarsk vorangegangen, hieß es aus Kiew. Russische Behörden hingegen bezeichneten die Nachricht als Falschinformation. Die Ukraine, auch Kornkammer Europas genannt, ist einer der größten Hersteller von Mais oder Sonnenblumen. Das Land liefert große Mengen an Getreide vor allem nach Nordafrika, dem Nahen Osten und Asien.

Ukraine-Krieg: Neue Phase - Angriffe auf Russland häufen sich

Erstmeldung vom Freitag, 29. April, 09.00 Uhr: Kiew – Der Ukraine-Krieg scheint in eine neue Phase einzutreten. Darauf deuten sowohl die ausgeweiteten Gegenangriffe auf Russland als auch die kürzlichen Ereignisse in Transnistrien hin. Doch auch die Einstellung des Westens hat sich offenbar geändert.

Erst vor Kurzem hatten sich die Truppen aus Russland aus der Region um Kiew zurückgezogen, um ihre Angriffe stärker auf den Osten der Ukraine zu fokussieren. Das Muster, das seit Anordnung der Invasion durch Wladimir Putin erkennbar ist, setzt sich dabei scheinbar fort: Das ukrainische Militär präsentiert sich ungebrochen, während Russlands wenige Erfolge immer wieder infrage gestellt werden. Selbst in der Stadt Mariupol, welche die Angreifer als erobert deklariert hatten, leistet die Gruppe Soldaten, die sich in dem Azovstal-Stahlwerk verschanzt hat, weiter Widerstand.

Ukraine-Krieg: Selenskyj-Berater verteidigt Gegenangriffe auf Russland

Allerdings gibt es einige Veränderungen im Kriegsgeschehen. So warf Russland der Ukraine vermehrt Angriffe auf russischen Boden vor. Mitte April erklärte der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod, dass ein Tanklager in der Region aus Hubschraubern der Ukraine heraus beschossen worden. Am Montag (25. April) meldete Russland dann einen Brand in einem großen Treibstofflager in Brjansk. Die 150 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernte Stadt dient als Logistik-Stützpunkt für die russische Militäroffensive in der Ukraine.

Russlands Angriff auf Transnistrien: Grenzüberschreitung im Ukraine-Krieg

Zur Ursache des Brands in Brjansk machte Russland keine Angaben. Allerdings meldete sich kurz darauf der Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Mychailo Podoljak, und verteidigte Gegenangriffe auf Russland. „Die Welt erkennt dieses Recht an“, schrieb er auf Twitter. Tatsächlich haben Regierungsmitglieder aus sowohl den USA als auch Großbritannien dies ausgedrückt. Zuvor hatte sich der Westen mit derartigen Aussagen zurückgehalten. Grund dafür war die Angst, dass sich der Krieg ausbreiten könne, wie die Nachrichtenplattform Politico berichtet. Dies scheint aber bereits der Fall zu sein.

Am Dienstag wurde das Gebiet Transnistrien in Moldau von Raketen angegriffen. Hintergrund sollen Pläne von Russland sein, eine Landbrücke entlang des Schwarzen Meers bis zu der selbsternannten Republik zu erobern, und die Ukraine vollständig vom Meer abzuschneiden, wie die Moscow Times berichtete. Dieser erste Angriff auf ein Gebiet außerhalb der Ukraine lässt die Sorge wachsen, dass Putin noch weitere Eroberungspläne hat. In jedem Fall gehen Beobachter davon aus, dass sich der Krieg noch längere Zeit hinziehen soll. (vbu/as/ms/tu mit dpa/AFP)

Auch interessant

Kommentare