Serie von 28 Tweets

Türkischer EU-Minister: Gabriel redet wie ein "Rassist"

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Ömer Celik und Sigmar Gabriel

Eine neuer Angriff eines türkischen Diplomaten auf einen deutschen Politiker. Sigmar Gabriel wird vorgeworfen, wie ein „Rassist“ zu reden. Auch Österreichs Außenminister war Ziel der Attacke.

Die Türkei hat erneut den Ton gegenüber Deutschland verschärft: Der türkische Europaminister Ömer Celik warf Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) und seinem österreichischen Kollegen Sebastian Kurz am Mittwoch "Rassismus" vor. Gabriel hatte zuvor die Einmischung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in den deutschen Wahlkampf kritisiert und war daraufhin von Erdogan hart attackiert worden.

Celik warf dem deutschen Außenminister in einer Serie von 28 Mitteilungen auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter "vernunftwidrige" Äußerungen zu Erdogan vor. Gabriel rede wie ein "Rassist" und "Rechtsextremer", schrieb Celik. Zudem beschuldigte er ihn, sich wie Österreichs Außenminister Kurz zu verhalten, der "ein Feind der Flüchtlinge und ein Symbol einer rassistischen Politik" sei.

"Rassisten, Faschisten und den Feinden des Islam"

Gabriel wolle die Beziehungen der Türkei zur Europäischen Union "sabotieren", schrieb der EU-Minister, nachdem sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kürzlich gegen eine Ausweitung der EU-Zollunion mit der Türkei ausgesprochen hatte. Angriffe von "Rassisten, Faschisten und den Feinden des Islam" gegen die Türkei oder ihren Präsidenten bedeuteten Ankara aber "nichts", versicherte Celik.

Erdogan hatte die türkischstämmigen Wähler in Deutschland vergangene Woche aufgerufen, bei der Bundestagswahl nicht SPD, CDU oder Grüne zu wählen, da sie alle "Feinde der Türkei seien". Gabriel hatte dies als "einmaligen Akt des Eingriffs in die Souveränität" Deutschlands zurückgewiesen. Auch Österreichs Außenminister Kurz warf Ankara eine "ständige Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten" vor.

Erdogan attackierte Gabriel daraufhin in einer Rede am Samstag persönlich: "Wer sind Sie, dass Sie mit dem Präsidenten der Türkei reden? Kennen Sie Ihre Grenzen!", sagte er. Gabriel seinerseits erneuerte am Montag seine Kritik an Erdogan: "Er macht aus der Türkei einen undemokratischen Staat", sagte der Außenminister. Zudem machte er die Art von Erdogan dafür mitverantwortlich, dass bei seiner Frau Anke Drohanrufe eingegangen seien.

Merkel warnte vor einem Missbrauch von Interpol

Für weitere Spannungen sorgte die Festnahme des deutschen Schriftstellers Dogan Akhanli in Spanien auf Betreiben der türkischen Justiz. Grund war eine von der Türkei bei der internationalen Polizeibehörde Interpol hinterlegte Red Notice. Merkel warnte daraufhin vor einem Missbrauch von Interpol. Das türkische Innenministerium wies diese Kritik am Dienstag als "inakzeptabel" zurück.

Österreichs Außenminister Kurz sprach sich derweil gegen eine Ausweitung der EU-Zollunion mit der Türkei aus. Angesichts der Verletzung der Menschenrechte sei dies "völlig unrealistisch", sagte Kurz der "Welt". "Er entwickelt das Land in eine falsche und gefährliche Richtung" und zeige "diktatorische Züge". Erdogans Umgang mit Kritikern, Andersdenkenden und Minderheiten sei "absolut inakzeptabel".

Gabriel und Justizminister Heiko Maas (beide SPD) forderten in einem gemeinsamen Gastbeitrag für den "Spiegel", die Zahlung von Fördermitteln an Vereine und Moscheen in Deutschland zu überprüfen, die der türkischen Regierung nahestehen. Es müsse genau geprüft werden, "wen wir hier in Deutschland mit Fördergeldern und gut gemeinter Unterstützung finanzieren", schrieben die beiden Minister.

"Wir dürfen auf keinen Fall Parallel- oder gar Gegengesellschaften in unserem Land zulassen", mahnten sie. Es müsse auch genau geschaut werden, was in den von der Türkei unterstützten Moscheen gepredigt werde. Erdogans "Rhetorik der Feindbilder" sei eine "Gefahr für die demokratische Kultur in Deutschland".

Der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Manfred Weber, forderte ein Ende der EU-Beitrittsgespräche mit Ankara. Der stellvertretende CSU-Chef forderte in der "Passauer Neuen Presse" zudem, Europa müsse seine wirtschaftliche Macht stärker nutzen.

afp

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