Syrien-Konflikt

Türkei will zehn deutsche IS-Kämpfer abschieben

Türkei: Sieben deutsche IS-Kämpfer sollen abgeschoben werden
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Die Türkei will am Donnerstag sieben deutschstämmige Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) abschieben.

Die Türkei will ausländische IS-Kämpfer abschieben. Das teilte der Sprecher des türkischen Innenministeriums mit.

Update, 13.30 Uhr: Inzwischen ist die Zahl der aus der Türkei abzuschiebenden deutschen IS-Kämpfer auf zehn gestiegen. Unter ihnen befinden sich auch Frauen und Kinder. Der Deutsche, der am heutigen Montag aus der Türkei ausgewiesen werden solle, besitze keine Verbindung zur IS-Miliz, wie die Bundesregierung mitteilte. 

Der Umgang mit den tausenden in Syrien und dem Irak inhaftierten ausländischen IS-Anhängern bereitet dem Westen seit langem Kopfzerbrechen. Allein die syrische Kurdenmiliz YPG hält im Nordosten Syriens bis zu 3000 ausländische IS-Kämpfer sowie 12.000 ausländische Frauen und Kinder in Haft. Trotz des Drängens der YPG haben die westlichen Staaten bisher nur in wenigen Fällen Staatsbürger zurückgenommen.

Erstmeldung vom 11.11.2019, 10.49 Uhr: Die Türkei will am Donnerstag sieben deutschstämmige Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) abschieben. Ihre Ausreiseformalitäten seien in Rückführungszentren abgeschlossen worden, sagte der Sprecher des türkischen Innenministeriums, Ismail Catakli, laut türkischer Nachrichtenagentur Anadolu am Montag. "Sie werden am 14. November abgeschoben." Ein deutscher IS-Kämpfer soll bereits am Montag abgeschoben werden.

Türkei: Ausländische IS-Anhänger sollen abgeschoben werden

Der Sprecher verkündete zudem, ein US-Dschihadist sei am Montag des Landes verwiesen worden. Er machte jedoch keine Angaben darüber, in welches Land der Mann abgeschoben wurde. Der türkische Innenminister Süleyman Soylu hatte am Freitag angekündigt, dass die Türkei ab Montag gefangene ausländische IS-Anhänger in ihre Heimatländer zurückschickt. Soylu zufolge befanden sich zuletzt rund 1200 ausländische IS-Anhänger in türkischer Gefangenschaft. Allein während der jüngsten Offensive der Türkei in Nordsyrien seien 287 gefangen genommen worden.

Türkei: Kritik an Offensive gegen YPG 

In der Türkei ist die Weigerung des Westens auf Kritik gestoßen, die eigenen Bürger zurückzuholen. Im Westen wiederum gab es wegen der türkischen Offensive gegen die syrische Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien Sorgen, dass die zehntausenden IS-Anhänger in kurdischer Haft die Chance zum Ausbruch nutzen könnten. Tatsächlich gelang einigen IS-Kämpfern während der Kämpfe die Flucht, doch wurde ein Teil davon wieder gefasst, einige durch die türkische Armee.

marv mit afp

In Nordsyrien ist es erneut zu Gefechten zwischen Kurden und protürkischen Rebellen gekommen. Zudem soll die türkische Luftwaffe eingegriffen haben. Dänemark will im Ausland geborenen Kindern von IS-Kämpfern die Staatsbürgerschaft verweigern. Das Land verabschiedet sich so von Menschenrechtskonventionen.

Die Bundesregierung weigert sich, eine aus dem Rhein-Main-Gebiet stammende mutmaßliche IS-Anhängerin* und ihre Kinder zurück nach Deutschland zu holen. Ihre Anwältin fordert ein Zwangsgeld in Höhe von 10.000 Euro von der Regierung.

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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