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Kampf um Bachmut: Stadt im Osten der Ukraine ist immer noch heftig umkämpft

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Von: Sandra Kathe, Nadja Austel, Stefan Krieger, Lucas Maier

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Der Ukraine-Krieg dauert nun rund elf Monate. Russland verstärkt seine Angriffe auf Bachmut und behauptet, die Stadt von drei Seiten eingekesselt zu haben. Der News-Ticker.

+++ 22.35 Uhr: Nach Informationen von pro-russischen Quellen soll die Stadt Bachmut im Osten der Ukraine nach wochenlangen brutalen Kämpfen inzwischen von drei Seiten umzingelt sein. Das sagte Vitaly Kiselev, Militärvertreter der völkerrechtlich nicht anerkannten Volksrepublik Lugansk, nach Informationen des US-Senders CNN gegenüber russischen Staatsmedien. Derzeit versuchten die russischen Truppen demnach außerdem die Stadt Chasov Yar, sechs Kilometer westlich von Bachmut einzunehmen, um den Kessel um Bachmut voranzutreiben.

Seit Wochen toben heftige Kämpfe um die Stadt Bachmut im Osten der Ukraine.
Seit Wochen toben heftige Kämpfe um die Stadt Bachmut im Osten der Ukraine. (Symbolfoto) © Yasuyoshi Chiba/AFP

Wie der Chef der privaten Militärgruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, laut CNN behauptet, stünden außerdem die Ortschaften Sacco und Vanzetti unweit von Bachmut seit Mittwoch unter russischer Kontrolle. Vonseiten der stellvertretenden ukrainischen Verteidigungsministerin Hanna Maliar heißt es dagegen, die Region um Bachmut sei nach wie vor heftig umkämpft, auch wenn russische Truppen „starke Versuche“ unternähmen, die Oberhand zu gewinnen. Auf Telegram schrieb Maliar am Mittwoch: „Der Feind versucht, die Fronten seiner Angriffe in der Region Lyman zu verschieben“. Lyman liegt rund 50 Kilometer Luftlinie nördlich von Bachmut.

Russland bereitet wohl neue Offensiven im Ukraine-Krieg vor

+++ 20.55 Uhr: Laut den Angaben des ukrainischen Generalstabs bereiten sich Russlands Truppen in mehreren, nicht näher benannten Gebieten „aktiv“ auf neue Offensiven vor. Das berichtet die Zeitung Kyiv Independent. Dem Bericht zufolge habe auch der ukrainische Militärexperte Ivan Tymochko davon gesprochen, dass das russische Militär seine Einheiten entlang der Front im Osten der Ukraine stärken würde und damit das Ziel verfolge, nach zahlreichen militärischen Misserfolgen in Russland wieder mehr Rückhalt für den Krieg zu gewinnen.

Laut dem Militärsprecher Yevhen Yerin rechne die Ukraine damit, dass sich die neuen Offensiven erneut hauptsächlich gegen den Osten des umkämpften Donbas richten würde. Auch die kleineren Angriffe am Mittwoch konzentrierten sich laut Angaben des Generalstabs vor allem auf die Gebiete um Lyman, Bachmut, Awdijiwka und Novopavlivka in der ostukrainischen Region Donezk.

Verrat und Sabotage: Ukraine vereitelt wohl Anschlag auf Kraftwerk

+++ 19.05 Uhr: Laut Angaben des ukrainischen Geheimdiensts SBI sei der Plan eines Anschlags auf ein Kraftwerk im Osten der Ukraine vereitelt worden. Das berichtete der US-Sender CNN. Ein „ehemaliger Sicherheitsbeamter“ aus der Ukraine habe in Zusammenarbeit mit den russischen Besatzern einen Anschlag geplant und „explosive Geräte, Munition und Zündgeräte“ in der Nähe des Kraftwerks versteckt. Nun werfe man dem Mitarbeiter einer regionalen Sicherheitsbehörde Hochverrat und versuchte Sabotage vor. Bei der Ausübung des geplanten Anschlags hätte außerdem ein Komplize des Mannes mithelfen sollen.

+++ 17.00 Uhr: Der Kreml unterstützt russische Initiativen zur Zahlung von Prämien für die Erbeutung oder Zerstörung schwerer Waffen aus Nato-Staaten in der Ukraine. Solche Sonderzahlungen könnten die Soldaten noch weiter anspornen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. „Was diese Panzer angeht, so haben wir schon gesagt, dass die brennen werden, natürlich, dann noch mehr, wenn es solche ausgeweiteten Maßnahmen gibt“, sagte Peskow. Deutschland will Leopard-Kampfpanzer liefern, die USA Panzer vom Typ Abrams.

News zum Ukraine-Krieg: Ukraine kündigt „sehr aktive Phase im Krieg“ an

+++ 15.10 Uhr: Die Ukraine steht vor einer „sehr aktiven Phase“ des Krieges. Es werden im Februar und März intensive Operationen an der Front erwartet, so Andrii Jusow, Vertreter der Hauptverwaltung für Nachrichtendienste, im Programm des Senders Freedom. Jusow erklärte, dass die Lage an der Front derzeit schwierig sei, da die russischen Truppen ihre Offensivoperationen fortsetzten. Trotzdem seien die Verluste der Russen viel größer als die der ukrainischen Armee.

„Die Fähigkeiten und die Motivation der ukrainischen Soldaten sowie ihre Ausrüstung und Waffen, sowohl die einheimischen als auch die von internationalen Partnern entsandten, werden letztlich den Ausschlag für diese Offensivaktionen geben“, so der Vertreter des Verteidigungsnachrichtendienstes abschließend.

News zum Ukraine-Krieg: Russische Schiffe im Schwarzen Meer bleiben im Kampfeinsatz

+++ 14.30 Uhr: Drei russische Kriegsschiffe, die mit etwa 20 Kalibr-Marschflugkörpern bewaffnet sind, bleiben im Schwarzen Meer im Kampfeinsatz. Dies teilte die ukrainische Marine in einem Posting in der Nachrichten-App Telegram mit.
„Dreizehn feindliche Schiffe sind im Schwarzen Meer im Kampfeinsatz, darunter drei Träger von Kalibr-Marschflugkörpern. Die Gesamtzahl der Raketen beträgt etwa 20“, heißt es in dem Bericht. Im Asowschen Meer kontrolliert Moskau weiterhin die Seekommunikation und hält ein Schiff im Kampfeinsatz, so die ukrainische Marine. Im Mittelmeer befinden sich den Angaben zufolge russische Kriegsschiffe, von denen fünf mit insgesamt 72 Kalibr-Marschflugkörpern bewaffnet sind.

+++ 13.00 Uhr: Russische Truppen haben in den vergangenen 24 Stunden 151 Mal ukrainische Militärstellungen in der Nähe von Bachmut angegriffen. Das gab Suspilne, ein öffentlicher Sender der Ukraine, bekannt. Der Sender berief sich dabei auf
Serhii Cherevatyi, Sprecher der Ostgruppe der Streitkräfte der Ukraine.

Ukrainische-Krieg: Berichte über mehrere Explosionen in Mariupol

Update vom Mittwoch, 1. Februar, 7.45 Uhr: Inmitten der russischen Invasion will der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den geplanten EU-Beitritt seines Landes weiter vorantreiben. Von einem EU-Ukraine-Gipfel Ende dieser Woche erwarte Kiew sich „Neuigkeiten“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Dienstag. „Wir erwarten Entscheidungen unserer Partner in der Europäischen Union, die (...) unserem Fortschritt entsprechen. Fortschritt, der offensichtlich da ist - und das sogar trotz des großflächigen Kriegs“, sagte Selenskyj. Er bekräftigte, dass in Kiew an Reformen gearbeitet werde. An dem EU-Ukraine-Gipfel am Freitag sollen dem Vernehmen nach unter anderem EU-Ratspräsident Charles Michel und Kommissionschefin Ursula von der Leyen teilnehmen.

+++ 22.50 Uhr: Am späten Dienstagabend haben wohl mehrere Explosionen die russisch besetzte Stadt Mariupol erschüttert. Das berichtete der stellvertretende Bürgermeister der Stadt, Petro Andriushchenko, über den Nachrichtendienst Telegram. Laut Andriushchenkos Bericht ertönte über der Stadt Luftalarm und mindestens „sieben laute Explosionen“ seien zu hören gewesen. Während die russischen Besatzer vermeldet hätten, dass es sich um ukrainische Drohnenangriffe handle und „alle Ziele abgeschossen“ worden wären, schreibt Andriushchenko, dass pro-ukrainische Bewohner der Stadt diese Einschätzung für „Wunschdenken“ halten und sich „gute Nachrichten“ erhoffen.

Militärische Sackgasse im Ukraine-Krieg: Insider nennt Bedingung für ukrainischen Durchbruch

+++ 20 Uhr: Laut Bericht des Guardian soll sich die Zahl der militärischen Opfer beider Seiten im Ukraine-Krieg auf etwa 200.000 belaufen. Das habe ein westlicher Beamter während eines Briefings geäußert. Er fügte demnach hinzu, dass ein höherer Anteil der Russen getötet worden sei, da sie in der Offensive kämpften. Sie hätten dadurch „unter dem Strich mehr Todesopfer zu beklagen als die Ukrainer“. Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte gab in seinem letzten Bericht an, etwa 127.500 Mitglieder der prorussischen Streitkräfte getötet zu haben.

Russland habe trotz der verstärkten Angriffe im östlichen Donbass in der vergangenen Woche noch keine Großoffensive gestartet, sondern kleinere Anstrengungen unternommen, mit denen es „nur taktische Gewinne“ erzielen kann, so der Beamte weiter. Der Beamte, der unter der Bedingung der Anonymität mit dem Guardian sprach, glaube, dass es derzeit eine militärische Sackgasse gebe. Das bedeute, dass es auf beiden Seiten eine Veränderung geben müsse, um einen Durchbruch zu erzielen. Dafür müsse Russland neue Mobilisierungen einleiten, während die Ukraine auf weitere Waffenlieferungen aus dem Westen und taktische Innovationen auf dem Schlachtfeld angewiesen wäre, schließt der Insider.

News im Ukraine-Krieg: Russland meldet Vorstoß – Panzerzug „bis an die Zähne bewaffnet“

+++ 15.30 Uhr: Russische Truppen haben laut eigenen Angaben ein Dorf im Gebiet Donezk erobert. Man habe es nun vollständig unter Kontrolle gebracht. Das teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit. Zuvor hatte bereits der Chef der Wagner-Gruppe, Jewgeni Prigoschin, den Kampferfolg für seine Einheiten beansprucht. Bestätigt wurde die Einnahme von ukrainischer Seite nicht. Am Wochenende hieß es aus Kiew, die Angriffe seien abgewehrt worden. Das Dorf liegt nördlich der umkämpften Stadt Bachmut.

Das russische Verteidigungsministerium informierte zudem über den Einsatz eines Panzerzugs im Kriegsgebiet. Die Besatzung solle für technische Aufklärung und Minenräumung eingesetzt werden sowie militärische Ziele in der Luft und am Boden zerstören. „Dieser gewaltige Rüstungskomplex ermöglicht es den Soldaten, sogar unter den schwierigsten Bedingungen zu arbeiten“, hieß es in der Mitteilung Russlands. „Das ist ein echter Panzerzug, bis an die Zähne bewaffnet.“

News aus dem Ukraine-Krieg: Sirenenalarm – Kampfjet startet in Russland

+++ 13.45 Uhr: Am Dienstag wurden in der gesamten Ukraine Luftschutzsirenen ausgelöst, da in Russland ein MiG-31-Kampfflugzeug gestartet war. Das berichtet die Ukrainska Pravda. Die Sirenen signalisieren der Bevölkerung die Gefahr von Raketeneinschlägen, bei dem ein Schutzraum aufgesucht werden, oder die Zwei-Wände-Regel befolgt werden soll. Bei letzterer sollen Personen zwei Wände ohne Fenster zwischen sich und der Straße halten.

Zuvor hatte der Sprecher der Luftwaffe, Juri Ihnat, erklärt, dass die rasche Ausbreitung der Luftschutzsirenen in der Ukraine auf die Gefahr von Angriffen mit Hyperschallraketen des Typs Kinzhal hinweise. Belaruski Hajun, ein unabhängiges belarussisches Militärbeobachtungsmedium, berichtete zudem über den Start eines Radarflugzeugs und eines Begleitjägers in Belarus.

News im Ukraine-Krieg: Durchbruch russischer Truppen unwahrscheinlich

Update vom Dienstag, 31. Januar, 10.15 Uhr: Ein bedeutender Durchbruch der russischen Truppen in ihrem Angriffskrieg in der Ukraine ist derzeit nach Ansicht britischer Militärexperten unwahrscheinlich. Das ging aus dem täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London am heutigen Dienstag hervor.

Demnach versuchen russische Kommandeure derzeit in den von der Ukraine gehaltenen Teil des Oblasts Donezk vorzurücken. „Es gibt eine realistische Möglichkeit, dass Russland weiterhin lokale Gebietsgewinne in dem Bereich macht“, so die Mitteilung. Ein bedeutender Durchbruch sei aber angesichts unzureichender ungebundener Truppen unwahrscheinlich.

News zum Ukraine-Krieg: Nächste Großoffensive aus Russland erwartet

Erstmeldung vom Dienstag, 31. Januar 2023: Kiew – „Der russische Terror muss überall und in jeder Hinsicht verlieren: sowohl auf dem Schlachtfeld als auch insofern, als in unserem Land keine einzige Ruine übrig bleibt“, mit diesen Worten betonte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Montag (30. Januar) die Wichtigkeit eines ganzheitlichen Sieges.

Seit zirka elf Monaten tobt der Ukraine-Krieg, am 24. Februar 2022 überfielen russischen Truppen die Ukraine. Zuletzt wurde die Debatte um westliche Militärhilfen von Kampfpanzerlieferungen dominiert. Mittlerweile fordert die Ukraine Kampfjets. Der US-Präsident Joe Biden hat eine Lieferung zuletzt ausgeschlossen.

News zum Ukraine-Krieg: Artilleriemunition zugesichert

Der Ukraine-Krieg gilt unter Expertinnen und Experten als der materialintensivste seit dem Korea-Krieg. Gerade die Beschaffung von Artilleriemunition wird immer wieder zum Problem.

Frankreich und Australien wollen der Ukraine nun Artilleriemunition liefern. Bei der Lieferung soll es den Angaben zufolge um mehrere Tausend Geschosse vom Kaliber 155 mm gehen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) das französische Außenministerium zitiert.

News im Ukraine-Krieg: Russland scheint sich auf eine Offensive vorzubereiten

Aufseiten Russlands scheinen Munitionsprobleme ebenfalls ein Problem darzustellen. Trotzdem gehen Expertinnen und Experten weiterhin von einer bevorstehenden Offensive aus.

Nato-Sekretär Jens Stoltenberg sprach am Montag (30. Januar) laut dem Kyiv Independent davon, dass Russland „möglicherweise mehr als 200.000 Mitarbeiter mobilisieren wird und weiterhin Waffen und Munition durch verstärkte Inlandsproduktion und  Partnerschaften mit autoritären Staaten  wie dem Iran und Nordkorea beschafft“. (Redaktion mit Agenturen)

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