Thierse weist Kritik an Papstrede zurück

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Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse ( SPD).

Berlin - Vor dem Papstbesuch hält die Diskussion um die geplante Rede des Kirchenoberhauptes im Bundestag an. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse wies die Kritik an der Rede als “sehr übertrieben“ zurück.

“Ich glaube nicht, dass die Trennung von Staat und Kirche infrage gestellt wird“, sagte Thierse (SPD) am Mittwoch im ZDF-“Morgenmagazin“. Ihn irritiere die “Aggressivität und Heftigkeit“ mit der die Kritik geäußert werde, fügte er hinzu.

Bundestagsabgeordnete von SPD, Grünen und Linken hatten angekündigt, aus Protest nicht an der für Donnerstag geplanten Rede des Papstes teilnehmen zu wollen.

“Begehren des Dalai Lama wurde auch zurückgewiesen“

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, äußerte Zweifel an der Einladung des Papstes in den Bundestag. Ob das Haus der geeignete Ort für diese Rede sei, “darüber darf man trefflich streiten“, sagte Beck dem Nachrichtensender N24. “Wir haben in der Vergangenheit auch ähnliche Begehren, zum Beispiel des Dalai Lama, abgewehrt mit der Begründung, dass wir keine Religionsführer vor dem Deutschen Bundestag reden lassen wollen“, sagte Beck. Diese Regel werde nun “ohne rechten Grund“ durchbrochen.

Der Fraktionschef der Linken, Gregor Gysi, forderte von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), künftig auch andere kirchliche Oberhäupter einzuladen. Man könne nicht allein bei der katholischen Kirche stehen bleiben, sagte Gysi dem Bayerischen Rundfunk.

Nahles fordert “Respekt“ für den Papst

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles kritisierten die Abgeordneten, die der Papstrede im Bundestag fernbleiben wollen. “Dafür habe ich kein Verständnis“, sagte Schavan den Zeitungen der WAZ-Gruppe. Der Papst sei nicht nur das Oberhaupt der katholischen Kirche, “sondern auch einer der größten Denker unserer Zeit“, betonte die CDU-Politikerin.

Nahles forderte “Respekt“ für den Papst. “Wir haben auch George W. Bush und Wladimir Putin im Bundestag angehört.“ Man müsse nicht allem zustimmen, was Benedikt XVI. sage.

dapd

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