Stuttgart 21-Schlichtung: Diese Teilnehmer sitzen am Tisch

Stuttgart - Nach langem Tauziehen haben sich Gegner und Befürworter des Bahnprojekts Stuttgart 21 unter der Leitung des Vermittlers Heiner Geißler zu einem ersten Spitzengespräch getroffen. Derzeit sind die Gespräche allerdings unterbrochen.

Die Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben das Vermittlungsgespräch mit den Befürwortern am Freitag nach gut zwei Stunden unterbrochen, um zunächst allein weiter zu beraten. Wie es aus Teilnehmerkreisen hieß, geht es weiter um die Bedingung, die die Gegner für die Fortsetzung der Schlichtung stellen.

Kurz vor Beginn der Schlichtungsgespräche haben Befürworter und Gegner von "Stuttgart 21" ihre Teilnehmer am Verhandlungstisch benannt. Dabei sind für die Gegner des Milliarden-Bauvorhabens wie erwartet Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann und der Grünen-Verkehrsexperte Werner Wölfle dabei. VomAktionsbündnis gegen das Projekt kommen BUND-Landeschefin Brigitte Dahlbender, Gangolf Stocker von der Initiative “Leben in Stuttgart - kein Stuttgart 21“, Fritz Mielert von den “Parkschützern“, der Stadtrat der SÖS (Stuttgart Ökologisch Sozial), Hannes Rockenbauch, und der frühere Präsident der Bundesarchitektenkammer, Peter Conradi.

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Auch auf Seite der Befürworter sitzen sieben Vertreter mit am Tisch, wenn der Vermittler Heiner Geißler gegen 10.30 Uhr das erste Gespräch im Stuttgarter Rathaus eröffnet. Darunter sind auch Ministerpräsident Stefan Mappus und Verkehrsministerin Tanja Gönner (beide CDU) sowie Bahnvorstand Volker Kefer, außerdem Vertreter der Stadt und der Region Stuttgart.

Fotostrecke: Stuttgart 21: Argumente Pro und Contra

Stuttgart 21: Argumente Pro und Contra

Mit Spannung wird erwartet, ob sich die gegnerischen Parteien auf das Prozedere der Schlichtung einigen können. Zunächst wollen die Projektgegner aber noch durchsetzen, dass die Vorarbeiten am sogenannten Grundwassermanagement während der Gespräche ausgesetzt werden. Das hatten Mappus und Bahnchef Rüdiger Grube bisher strikt abgelehnt.

Industriepräsident für weniger Bürgerbeteiligung

Die deutsche Wirtschaft fordert unterdessen wegen der massiven Proteste gegen Stuttgart 21, die Einspruchsrechte der Bürger zu begrenzen. “Wir haben im weltweiten Vergleich eine einmalige Beteiligung von Bürgern und Verbänden“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, der “Berliner Zeitung“ (Freitag). “Manchmal müssen wir aber überlegen, ob das nicht zu viel und zu langwierig ist und es am Ende sogar mehr schadet als nützt.“

Durch die starke Öffentlichkeitsbeteiligung verlängerten sich die Genehmigungsverfahren derart, dass bei deren Abschluss der technische Fortschritt die Bedingungen grundlegend verändert habe. Keitel beklagte ein latentes Misstrauen in der Bevölkerung, das alle Bereiche der Wirtschaft treffe. “Wir müssen aufpassen, dass wir nicht jeden Investor unter Generalverdacht stellen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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