Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz

Beck nimmt den Hut - Nachfolgerin auserkoren

+
Kurt Beck.

Mainz - Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) tritt ab. Als Grund nannte er am Freitagabend in Mainz seine angeschlagene Gesundheit. Wer ihm folgen soll:

Seine Nachfolgerin solle Sozialministerin Malu Dreyer werden. „Ich bin froh und dankbar, dass die gesundheitliche Verfassung von Malu Dreyer es erlaubt, dass sie die Aufgabe als Ministerpräsidentin in diesem Land wahrnehmen kann und ich bin sicher hervorragend wahrnehmen wird“, sagte Beck. Die Gremien hätten dies einstimmig gebilligt. Innenminister Roger Lewentz soll SPD-Landeschef werden.

Als Vorsitzender der Landes-SPD soll Innenminister Roger Lewentz auf Beck folgen. Die Ankündigung kommt zwei Monate nach der für die Beck-Regierung verheerenden Insolvenz der Eifel-Rennstrecke Nürburgring. Beck regiert seit etwa 18 Jahren in Rheinland-Pfalz. Wegen der Nürburgring-Pleite war er zuletzt immer stärker unter Druck geraten.

Wer in welchem Bundesland regiert

Wer in welchem Bundesland regiert

Dreyer (51) soll Anfang 2013 als erste Frau der Landesgeschichte an die Spitze der Regierung rücken und die rot-grüne Koalition weiterführen. Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, dass Dreyer schon bald eine zentrale Rolle im Land spielen könnte.

Malu Dreyer.

Die rheinland-pfälzische SPD wählt im November ihren Landeschef neu, 2016 steht die nächste Landtagswahl an. Dreyer leidet seit vielen Jahren an Multipler Sklerose, einer chronischen Entzündungserkrankung des zentralen Nervensystems. 2006 machte sie die Erkrankung publik. „Mir geht es unheimlich gut. Ich kann nur nicht gut laufen“, sagte sie 2011 der dpa. Mehrere Sozialdemokraten sagten am Freitag übereinstimmend, Dreyer habe nie Nein gesagt auf die Frage, ob sie Ministerpräsidentin werden könnte. Viele in der SPD halten die als kompetent und warmherzig geltende Politikerin für am besten geeignet, der forschen und redegewandten CDU-Landeschefin Julia Klöckner (39) bei der Landtagswahl 2016 Paroli zu bieten. Bei der Wahl 2011 war die oppositionelle Union bis auf einen halben Prozentpunkt an die SPD herangekommen. Dreyer wollte sich am Freitag zunächst nicht äußern.

Das Kreuz mit dem Kreuzchen: Diese Wahlen stehen bis Ende 2013 an

Wer in welchem Bundesland regiert

Beck hatte noch im Juli gesagt, er wolle im November erneut als SPD-Landeschef kandidieren. Bis vor kurzem hielt der Südpfälzer auch an seiner Aussage fest, bei guter Gesundheit bis 2016 regieren zu wollen. Um seinen gesundheitlichen Zustand gibt es Spekulationen. Hinzu kam die Insolvenz des Nürburgrings. Möglicherweise ist wegen des Planungsdesasters Steuergeld in dreistelliger Millionenhöhe verloren gegangen. Die CDU hatte deshalb vor kurzem im Landtag einen Misstrauensantrag gegen Beck gestellt, den dieser abwenden konnte.

Bislang hatten als wahrscheinlichste Beck-Nachfolger im Amt des Ministerpräsidenten Lewentz und SPD-Fraktionschef Hendrik Hering gegolten. Doch auch sie sind wegen des Nürburgrings angeschlagen: Lewentz ist als Verkehrsminister für die Rennstrecke zuständig - und Hering war sein Vorgänger.

dapd/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare