Als Bundesratspräsident auf Reisen

Seehofer lobt Polen als Vorbild

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Horst Seehofer (l.) und der polnische Senatsmarschall Bogdan Borusewicz.

Warschau - Horst Seehofer ist für zwei Tage zu Gast in Polen - in seiner Funktion als amtierender Bundesratspräsident. Er findet reichlich lobende Worte für die Reformen im Nachbarland.

Angesichts der sich zuspitzenden europäischen Schuldenkrise hat Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) das Nachbarland Polen als Vorbild für Reformwillen und -kraft gewürdigt. Nach einem Gespräch mit dem polnischen Staatspräsidenten Bronislaw Komorowski am Donnerstag in Warschau betonte Seehofer, Polen sei ein Vorbild dafür, was man mit Reformen innerhalb weniger Jahre erreichen könne. Im Kampf gegen die Schuldenkrise gehörten Solidarität und Reformen zusammen, betonte der bayerische Ministerpräsident - darin sei er sich mit Komorowski einig gewesen. “Solidarität und Solidität gehören zusammen“, sagte Seehofer.

Er bekannte sich im Einklang mit seinen Gesprächspartnern klar zur europäischen Idee und zur europäischen Integration. Europa sei nach Überzeugung beider Länder mehr als ein Rettungsschirm oder ein Institut für Bankenhilfe - nämlich eine große Wertegemeinschaft. Der polnische Senatspräsident Bogdan Borusewicz warnte wegen der aktuellen finanzpolitischen Spannungen vor einer Spaltung Europas.

Seehofer zu Besuch in Polen - Bilder von seiner Reise ins Nachbarland

Seehofer zu Besuch in Polen - Bilder von seiner Reise ins Nachbarland

Seehofer, Borusewicz und die polnische Parlamentspräsidentin Ewa Kopacz würdigten die intensiven Beziehungen der beiden Nachbarn. Das Verhältnis zwischen den beiden Ländern sei nachbarschaftlich, partnerschaftlich und freundschaftlich, sagte der CSU-Politiker.

Am Nachmittag gedachte er des Warschauer Aufstandes. Mit dem Begriff wird die Erhebung der polnischen Heimatarmee gegen die deutschen Besatzungstruppen ab dem 1. August 1944 bezeichnet.

Zunächst gelang es damals den Polen, Warschau weitgehend unter ihre Kontrolle zu bringen. Nach verlustreichen Straßenkämpfen brach jedoch der Aufstand am 2. Oktober 1944 zusammen. Hitler befahl daraufhin die Zerstörung der Stadt. Widerstandskämpfer und Zivilisten wurden von den Besatzern umgebracht oder in Konzentrationslager verschleppt.

Seehofer schrieb bei einer Besichtigung des Museums des Warschauer Aufstandes sichtlich bewegt in das Gästebuch: „Das Gedenken an den Tod so vieler Menschen beim Warschauer Aufstand, unter ihnen viele Frauen und Kinder, und an die aus blinder Rachsucht erfolgte Zerstörung der Stadt ist schmerzlich.“ Der Bundesratspräsident fügte hinzu: „Umso mehr freue ich mich über den Anblick der wiederaufgebauten Altstadt von Warschau und das Erleben der heutigen Freundschaft zwischen Polen und Deutschen.“

dapd

Am Freitag trifft er Außenminister Radoslaw Sikorski sowie Vize-Ministerpräsident Waldemar Pawlak.

dpa

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