Netz-Gemeinde feiert Ex-Gouveneur

Nach Charlottesville-Aussetzer: Schwarzenegger knöpft sich Trump vor

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Arnold Schwarzenegger

Donald Trump und Arnold Schwarzenegger gelten als Intim-Feinde. Nun gibt Schwarzenegger seinem Partei-Kollegen einen vielgeklickten Tipp für eine passende Antwort auf Charlottesville.

Washington - Seit Tagen steht Donald Trump wegen seiner Antwort auf die Vorfälle von Charlottesville unter Beschuss. Dass ein US-Präsident souveräner hätte reagieren können, will nun ausgerechnet ein Parteifreund beweisen: Kaliforniens Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat auf seinem Twitter-Account eine alternative Rede gehalten - und damit einen Klick-Hit gelandet.

Tatsächlich argumentiert Schwarzenegger - der seit längerem mit Trump im Clinch liegt - aus Sicht eines überzeugten Republikaners. Dennoch ergreift er eindrücklich Partei.

Kritik aus Republikaner-Sicht

„Lass mich dir helfen, deine Rede zu formulieren“, eröffnet Schwarzenegger seinen Monolog an Trumps Adresse, ehe er folgenden fiktiven Vorschlag unterbreitet: „Als Präsident der Vereinigten Staaten und als Republikaner distanziere ich mich von jeglicher Unterstützung für Rassisten. In dem Land, das Adolf Hitlers Armee besiegt hat, ist kein Platz für Nazi-Flaggen. Lincolns Partei wird nicht denen beistehen, die die Fahne der gescheiterten Südstaaten-Föderation tragen.“

Auch die Teilnehmer der rechtsgerichteten Demonstration, die Trump teilweise in Schutz genommen hatte, nahm Schwarzenegger ins Gebet. „Wenn ihr mir sagt, ‚Arnold, ich war nur beim Demonstrationszug, nenn mich nicht Nazi, ich habe mit Nazis nichts am Hut‘, dann lasst mich euch einen Tipp geben“, sagte der frühere Hollywood-Star:

„Hängt nicht mit Leuten herum, die Nazi-Parolen brüllen“

„Hängt nicht mit Leuten herum, die Nazi-Fahnen tragen, den Hitlergruß machen und Nazi-Parolen brüllen. Geht nach Hause. Oder noch besser: Sagt diesen Leuten, dass sie einen Fehler begehen, wenn sie eine Ideologie unterstützen, die Millionen Menschen das Leben gekostet hat“, fuhr Schwarzenegger fort.

Trump hatte sich erst nach heftigen Protesten auch aus seiner eigenen Partei am Montag von der rechtsextremen Gewalt in Charlottesville distanziert. Der US-Präsident bezeichnete den Auto-Angreifer am Dienstag dann zwar als "Schande für seine Familie und sein Land". Gleichzeitig sagte er aber, viele Menschen hätten friedlich und "völlig rechtmäßig" in Charlottesville gegen die Entfernung eines Denkmals für einen General der Südstaaten-Armee protestiert.

Tillerson findet klare Worte

Auch US-Außenminister Rex Tillerson hat sich am Freitag in einer selten deutlichen Erklärung gegen Rassismus und Fanatismus gewandt. „Wir verurteilen das in jeder Form aufs Schärfste“, sagte Tillerson am Freitag in einer Rede vor Auszubildenden und Praktikanten seines Ministeriums. Hass sei kein amerikanischer Wert und die Antithese zur Idee Amerikas. Tillersons Rede wurde allgemein als Kommentar zur Diskussion über die Gewalt von Charlottesville gelesen.

Susan Bro, die Mutter der am vergangenen Samstag in Charlottesville von einem Auto getöteten Heather Heyer, will unterdessen nicht mehr mit Trump sprechen. Trump habe sich bis heute nicht gemeldet, sagte Bro am Freitag im Sender ABC. Zunächst habe sie seinen Anruf vermisst, aber jetzt sei es zu spät. „Ich werde nicht mit dem Präsidenten sprechen. Tut mir leid.“

fn (mit AFP und dpa)

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