Attacke vom Herausforderer

Schulz im Live-Interview: „Merkel spricht Probleme nicht an“

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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz

Vor dem TV-Duell hat Martin Schulz in einem Livestream der „Bild“ Angela Merkel attackiert - und sich zu den Themen Diesel und Flüchtlinge geäußert.

Berlin - Zwei Tage sind es noch, bis zum TV-Duell zwischen SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) - für Schulz ist es vielleicht der letzte Strohhalm, das Rennen ums Kanzleramt doch noch für sich zu entscheiden. Bei einem Liveinterview mit der Bild-Zeitung präsentierte sich Schulz am Freitagmorgen schon ausführlich den Wählern - und versuchte, eine Mischung aus Angriffslust und Gelassenheit zu zeigen.

Schulz geht nach eigenen Worte gelassen in das Fernsehduell mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntagabend. "Ich bin nicht nervös, auf keinen Fall", sagte er. Merkel weiche "in vielem aus, sie hat auch versucht Bedingungen zu diktieren oder diktieren zu lassen, die für sie günstig sind“, warnte Schulz mit Blick auf die Vorgeschichte zum TV-Duell.

„Bloß keine Probleme ansprechen“

Auch ansonsten ging Schulz hart mit der Kanzlerin ins Gericht: „Die Methode Merkel ist: Bloß keine Probleme ansprechen“, erklärte er.

Im Umgang mit der Fluchtbewegung Richtung Europa warf Schulz Merkel Konzeptlosigkeit vor. „Die Union hat keinen Faden. Ich glaube Frau Merkel sollte die Fehler nicht wiederholen, die sie 2015 gemacht hat, nämlich die europäischen Partner nicht vorher mit einzubeziehen.“

Pro Diesel - aber auf Kosten der Konzerne

Schulz sagte zur Debatte über den Dieselskandal, nach seiner Einschätzung werde der Verbrennungsmotor "noch Jahrzehnte bleiben". Dieselfahrzeuge müssten allerdings umgerüstet werden - "zu Lasten der Konzerne". Zur Stärkung der Verbraucherrechte bekräftigte Schulz die SPD-Forderung nach einer Musterfeststellungsklage

Dass es diese immer noch nicht gibt, dafür sieht die Verantwortung bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) - und will von ihr beim TV-Duell eine Antwort hören.

„Wir können ja Sonntag Frau Merkel mal fragen, warum Herr Altmaier einen angeblich so schlechten Gesetzentwurf im Auftrag von Frau Merkel blockiert?“, sagte Schulz am Freitag in einem Live-Interview bei „bild.de“ auf eine Bürgerfrage. „Aber wenn man das fragt, kriegt man wahrscheinlich die Antwort, damit verunsicherst Du die Leute.“

Keine „ewige Verdammnis“ für Guttenberg

Im Übrigen hätte Schulz nichts gegen ein mögliches Comeback von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). „Es gibt in der Politik sicher keine ewige Verdammnis, und das gilt auch für Herrn von und zu Guttenberg“, sagte Schulz in dem Live-Interview. Eine Bereicherung für die Politik sei Guttenberg aber nur aus Sicht „radikalkonservativer Wähler“.

Mehr über die aktuellen Umfragewerte der Parteien erfahren Sie in diesem Artikel.

fn (mit dpa und AFP)

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