Delta-Variante

Wieder Wechselmodell an Schulen? Lehrerchef mit düsterer Prognose für neues Schuljahr

Wegen der Delta-Variante des Coronavirus droht nach den Sommerferien an Schulen erneut das Wechselmodell. Der Chef des Lehrerverbandes hat eine düstere Prognose.

Hamm - Die Corona-Krise hat Millionen Kinder und Jugendliche um einen normalen Schulalltag gebracht. Das andauernde Wechselspiel zwischen Distanzlernen und Präsenzunterricht - das sogenannte Wechselmodell - sorgt seit über einem Jahr für Frust und Stress bei Schülern wie Eltern. Nach den Sommerferien 2021 könnte das ständige Hin und Her an den Schulen weitergehen, sagt der Chef des Lehrerverbandes. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
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Schulen nach den Ferien weiter mit Wechselmodell? Lehrerverbandschef mit düsterer Prognose

Schule und Normalität - das gab es seit März 2020 nicht mehr. Oder nur noch eine Variante davon. Im Jahr 2021 durften die Schüler etwa in Nordrhein-Westfalen erst wenige Wochen vor dem Start in die Sommerferien in voller Klassenstärke zurück an die Schulen. Dort galten dann weiterhin Maskenpflicht und - neu - die Pflicht, sich zweimal pro Woche einem Corona-Test zu unterziehen.

So wird es auch nach den Sommerferien an den Schulen in Deutschland weitergehen. Das haben die meisten Bundesländer, unter ihnen NRW, wegen der Ungewissheit durch Urlaubsrückkehrer bereits vor Wochen angekündigt. Zu einer Zeit, als die Inzidenz niedrig war und die Hoffnung groß, dass die Corona-Maßnahmen im neuen Schuljahr 2021/22 nach zwei Wochen wieder fallen gelassen werden könnten.

Daran glauben wegen der sich rasant ausbreitenden und besonders ansteckenden Delta-Variante nur noch Optimisten. Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Lehrerverbandes, gehört nicht zu ihnen. Er hat die Befürchtung, dass Hunderttausende Schüler in Quarantäne müssen.

Schulen weiter mit Wechselmodell? Delta-Variante bereitet Sorgen

„Niemand kann ausschließen, dass wir wegen der Delta-Variante und der mangelnden Impfquote eine enorme vierte Welle bekommen, in der dann auch wieder Wechselunterricht nötig wird“, sagte Meidinger der Tageszeitung Welt und rief die Politik zu Ehrlichkeit auf. „Wer jetzt verspricht, dass es im nächsten Jahr auf jeden Fall vollständigen Präsenzunterricht geben wird, begibt sich auf dünnes Eis.“

Meidinger findet starke Worte: „Präsenzunterricht um jeden Preis bedeutet, die Durchseuchung der Schulen in Kauf zu nehmen. So ehrlich sollte Politik das schon sagen.“

Wegen der Delta-Variante droht nach den Sommerferien an Schulen erneut das Wechselmodell.

Schulen weiter mit Wechselmodell? Jens Spahn befürchtet hohe Inzidenzen im Herbst

Zumindest Jens Spahn (CDU) hat deutliche Worte gefunden. Der Bundesgesundheitsminister malte für den Herbst ein Schreckensszenario mit Inzidenzen bis 800 in Deutschland. Spahn wies darauf hin, wie wichtig es sei, Schulen und Kitas in einem Umfeld niedriger Ansteckungen zu öffnen. NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte dagegen vor den Sommerferien verkündet, dass der Betrieb an Schulen mit voller Präsenz der Schüler und auch im vollen Umfang starten solle - unabhängig von den 7-Tage-Inzidenzen in den Kommunen.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sprach sich für Corona-Impfungen auch in den Schulen aus. Nach den Sommerferien dürfe es nicht mehr dazu kommen, dass Schulen geschlossen werden müssten, sagte Lindner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Ich bin dafür, dass es an den Schulen auch Impfangebote für Jugendliche gibt. Das muss man schon jetzt mit mobilen Impfteams in großem Umfang vorbereiten.“ Am Ende müssten Schüler und Eltern aber selbst entscheiden, ob sie eine Impfung wollten.

Kinder im Alter von 12 bis 15 Jahren dürfen sich in NRW ab sofort im Impfzentrum gegen Corona impfen lassen. Doch es gibt Einschränkungen.

Rubriklistenbild: © Jonas Güttler/dpa

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