Entspannung zur Hadsch

Saudi-Arabien öffnet Grenze für Pilger aus Katar

+
Ende Juli hatte Katar dem Nachbarn vorgeworfen, Pilger bei ihrer Reise nach Mekka zu behindern. Foto: Fazry Ismail/Archiv

Anfang Juni hatte Saudi-Arabien die Grenze zu Katar geschlossen. Bislang gibt sich das Emirat in der Krise trotzig. Der Kontrahent Saudi-Arabien verzichtet dennoch auf ein neues Druckmittel.

Riad/Stockholm (dpa) - Mit der angekündigten Öffnung seiner Grenze für Hadsch-Pilger aus Katar hat Saudi-Arabien eine weitere Eskalation der Krise am Golf vermieden.

Rund zwei Wochen vor Beginn der für Muslime heiligen Wallfahrt ordnete König Salman an, Pilger aus dem Nachbarland auch ohne die üblichen elektronischen Einreisegenehmigungen ins Land zu lassen.

Er will außerdem Pilger vom Flughafen der katarischen Hauptstadt Doha auf seine eigenen Kosten einfliegen lassen, wie die saudische Nachrichtenagentur SPA meldete.

Katar begrüßte die Entscheidung. Sie sei ein Schritt nach vorne, um die Blockade seines Landes aufzuheben, sagte Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani am Donnerstag nach einem Treffen mit seiner schwedischen Kollegin Margot Wallström in Stockholm. "Wir hoffen, dass die saudischen Behörden mit unseren Regierungseinrichtungen kooperieren werden, um die Sicherheit der Pilger zu garantieren."

Saudi-Arabien hatte Anfang Juni zusammen mit drei anderen arabischen Ländern seine diplomatischen Kontakte zu dem Golfemirat abgebrochen und die Grenze geschlossen. Katars Kontrahenten werfen dem Wüstenstaat die Unterstützung von Terrorgruppen sowie zu enge Beziehungen zum schiitischen Iran vor. In einem umfangreichen Forderungskatalog verlangen sie unter anderem, dass Katar seinen populären Nachrichtenkanal Al-Dschasira schließt.

Das Emirat weist die Vorwürfe zurück. Katars Außenminister bekräftigte in Stockholm, sein Land sei weiterhin zu einem Dialog bereit, um die "illegalen Maßnahmen" gegen Katar zu beenden.

Saudi-Arabien verkündete die Entscheidung zur Grenzöffnung, nachdem Salman in der Hafenstadt Dschidda ein hochrangiges Mitglied der katarischen Herrscherfamilie empfangen hatte. SPA zufolge ordnete der Monarch auch an, Pilger von den Flughäfen Dammam und Al-Ahsa im Osten des Landes als persönliche Gäste des Königs weiterzutransportieren.

Ende Juli hatte Katar dem Nachbarn noch vorgeworfen, Pilger bei ihrer Reise nach Mekka zu behindern. Das Nationale Menschenrechtskomitee (NHRC) beschwerte sich bei den Vereinten Nationen über die Hürden, mit denen katarische Bürger bei der Hadsch zu kämpfen hätten.

Für jeden gläubigen Muslim ist es eine Pflicht, einmal in seinem Leben nach Mekka zu pilgern. Zu der Wallfahrt in die heilige Stadt der Muslime reisen jedes Jahr Millionen Menschen an. Trotz scharfer Spannungen mit dem sunnitischen Königreich werden in diesem Jahr auch Pilger aus dem schiitischen Iran an der Wallfahrt teilnehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare