Martialische Strafe

Mit 13 verhaftet: Dieser Teenager soll in Saudi-Arabien geköpft und gekreuzigt werden

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Murtaja Qureiris auf einem undatierten Foto.

Saudi-Arabien ist für seine martialischen Strafen berüchtigt. Nun soll dort der heute 18-jährige Murtaja Qureiris nach fünf Jahren Haft hingerichtet werden.

Riad - "Es ist entsetzlich, dass Murtaja Qureiris wegen Straftaten hingerichtet wird, zu denen die Teilnahme an Protesten gehört, als er gerade 10 Jahre alt war", so Lynn Maalouf von Amnesty International. Der Grund, warum der Teenager sterben soll, liegt rund acht Jahre zurück. In einem kurzen Video von damals ist er in einer Gruppe Jungs in Jeans und Flip-Flops zu sehen. Laut dem Sender CNN, der den Clip veröffentlicht hat, soll Murtaja Qureiris anschließend noch durch ein Megafon Menschenrechte verlangt haben. 

Im Dezember 2014 wurde der Teenager laut Amnesty International verhaftet und in die Jugendstrafanstalt in al-Dammam gebracht. Dort sei er einen Monat lang in Einzelhaft gesessen und während seines Verhörs geschlagen worden. Man habe ihm versprochen, ihn freizulassen, wenn er seine Taten gestehe. Im Mai 2017 wurde Murtaja Qureiris dann in das Al-Mabaheth-Gefängnis in al-Dammam verlegt. Das Gefängnis ist eigentlich für erwachsene Straftäter. Während seiner gesamten Haftzeit wurde ihm der Zugang zu einem Anwalt verweigert, berichtet Amnesty.

Dem Jugendlichen droht die Höchststrafe in Saudi-Arabien

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den heute 18-Jährigen an Anti-Regierungsprotesten teilgenommen zu haben und zu einer "terroristischen Vereinigung" zu gehören. Angeblich habe er Molotow-Cocktails auf eine Polizeistation geworfen und auf Sicherheitskräfte geschossen. Dafür könne es die Höchststrafe geben: Köpfen und eine anschließende Kreuzigung. Der verstümmelte Körper wird damit zur Schau gestellt. 

Die saudi-arabischen Behörden seien dafür bekannt, „dass sie die Todesstrafe als Waffe einsetzen, um politische Meinungsverschiedenheiten zu unterdrücken und regierungsfeindliche Demonstranten - einschließlich Kinder - zu bestrafen", klagt Lynn Maalouf von Amnesty International an. In diesem Jahr sind laut Amnesty bereits mindestens 104 Menschen in Saudi-Arabien hingerichtet worden.

Auch in einigen US-Staaten ist die Todesstrafe immer noch erlaubt. Den Verurteilten steht üblicherweise eine Henkersmahlzeit zu. Texas schaffte diese nun ab.

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Donald Trump geht in die Offensive: Nach den Angriffen auf die Ölraffinerie in Saudi-Arabien erklärt er, die USA seien für einen Vergeltungsschlag bereit.

mb

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