Sarkozys Partei hilft Chirac aus der Patsche

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Jacques Chirac erhält Hilfe von Sarkozys Partei UMP.

Paris - Die Regierungspartei UMP wird dem französischen Altpräsidenten Jacques Chirac aus der Patsche helfen und für ihn bei der Stadt Paris eine offene Rechnung begleichen.

Es geht um eine Rechnung in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Die Stadt billigte am Montag mehrheitlich eine entsprechende Vereinbarung. Chirac selber muss der Stadt demnach 550.000 Euro zahlen. Die Stadt verzichtet im Gegenzug darauf, in einem bevorstehenden Verfahren gegen Chirac als Nebenklägerin aufzutreten.

Hintergrund sind Jobs, die Chirac in seiner Zeit als Bürgermeister von Paris (1977-95) Parteifreunden aus Gefälligkeit zugeschustert hatte, ohne dass diese je für die Stadtverwaltung arbeiteten. Mindestens 21 Männer und Frauen sollen Anfang der 90er Jahre auf der Gehaltsliste des Rathauses gestanden haben, in Wirklichkeit aber vor allem für die UMP-Vorgängerpartei RPR gearbeitet haben.

Der Prozess gegen Chirac soll Ende des Jahres oder Anfang des kommenden Jahres beginnen. Eine Verurteilung gilt als sehr unwahrscheinlich, da die Staatsanwaltschaft bereits für eine Einstellung des Verfahrens plädiert hat. Im Fall eines Schuldspruchs drohen dem Ex-Staatschef bis zu zehn Jahre Haft und 150.000 Euro Strafe.

Chirac hat bislang alle Verantwortung für die Betrügereien zurückgewiesen und will auch die Schadensersatzzahlung nicht als Schuldeingeständnis gewertet sehen. Er wäre der erste französische Ex-Präsident, der sich vor Gericht verantworten muss.

dpa

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