Roland Koch an Spitze von Bilfinger Berger

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Roland Koch ist jetzt an der Spitze von Bilfinger Berger

Mannheim - Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch ist neuer Vorstandschef des Baukonzerns Bilfinger Berger. Damit trägt Koch nun die Verantwortung für mehr als 58 000 Mitarbeiter.

Vom Vollblutpolitiker zum Vollblutmanager: Der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) ist neuer Vorstandschef des Dienstleistungs- und Baukonzerns Bilfinger Berger. Koch übernahm am Freitag den Topposten bei dem Mannheimer Unternehmen mit mehr als 58 000 Mitarbeitern. Der 53-Jährige will an die Strategie seines Vorgängers Herbert Bodner anknüpfen. “Es ist ein Wechsel in Kontinuität“, sagte Koch kurz vor seinem Amtsantritt. Bodner, der in den Ruhestand ging, hatte in den vergangenen zehn Jahren das Dienstleistungsgeschäft durch Zukäufe ausgebaut und das konjunkturanfällige Baugeschäft zurückgefahren. Einige Geschäftsfelder will Koch stärken, damit sie “wie andere Bereiche auch Weltgeltung bekommen“. Zugleich sollen die fünf Geschäftsfelder stärker vernetzt werden, um neue Projekte zu entwickeln. “Bilfinger hat die große Chance, in fünf Jahren als der Prototyp eines neuen Unternehmensdienstleisters wahrgenommen zu werden“, sagte Koch. Im abgelaufenen Geschäftsjahr verdoppelte die börsennotierte Gesellschaft ihren Konzerngewinn auf 284 Millionen Euro, der Umsatz stieg um 5 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro.

Dabei will der Jurist an die erfolgreiche Strategie seines Vorgängers Herbert Bodner anknüpfen, der den Dienstleistungsbereich massiv ausbaute und das schwankungsanfällige Baugeschäft zurückfuhr. “Es ist ein Wechsel in Kontinuität. Wir müssen das Rad nicht neu erfinden“, sagte Koch.

Auch Koch will weiter im Dienstleistungsgeschäft zukaufen. Die Kasse von Bilfinger Berger ist mit rund einer Milliarde Euro gut gefüllt.

Einige Geschäftsfelder will der Manager stärken, damit sie “wie andere Bereiche auch Weltgeltung bekommen“. Zugleich sollen die fünf Geschäftsfelder stärker vernetzt werden, um neue Projekte zu entwickeln. Die unterschiedlichen Teile des Konzerns sollen nach den vergangenen Zukäufen zu einem Ganzen zusammengefügt werden. “Wir müssen jetzt intern das Bewusstsein für ein vernetztes Unternehmen schaffen.“

Koch, der in der politischen Debatte gern zu polarisieren pflegte, will die Mitarbeiter “vorsichtig“ an das Ziel heranführen. “Wir haben keine Sanierungsfälle gekauft, sondern gesunde Unternehmen mit selbstbewussten Mitarbeitern“, sagte der 53-Jährige, den Wirtschaft immer gereizt hat. Schon als Regierungschef in Wiesbaden gab sich Koch weniger als Landesvater, denn als Vorstandsvorsitzender der “Hessen AG“.

Vier Monate Zeit hatte Koch, sich als einfaches Vorstandsmitglied in den Konzern einzuarbeiten. Sein Fazit: “Ein tolles Unternehmen und tollte Leute. Unser größtes Gut sind unsere langfristig engagierten Mitarbeiter“.

Nachhaltigkeit und Langfristigkeit sind die Begriffe die der Manager immer wieder bemüht. Er strebe eine dauerhafte Rendite und Dividende für die Aktionäre des Konzerns an. Ein Aufstieg in die Börsen-Topliga Dax um jeden Preis kommt für Koch daher nicht infrage. “Ich werde das Unternehmen nicht danach steuern“, sagte der Manager, der elf Jahre Ministerpräsident in Hessen war. “Wenn wir nur Kapital ansaugen, um in den Dax zu kommen, vernichten wir Profitabilität“.

dpa

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