Röttgen will möglichst Atom-Ausstieg

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Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) möchte möglichst bald die Atomkraftwerke in Deutschland abschalten. 

Berlin - Trotz Kritik aus der eigenen Partei pocht Umweltminister Norbert Röttgen auf einen möglichst schnellen Ausstieg aus der Atomenergie. Es sei im Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP vereinbart, die Kernkraft durch erneuerbare Energien zu ersetzen, sagte er.

“Die Kernenergie ist nicht die Zukunftsoption“, bilanzierte Röttgen gegenüber einer Zeitung. Um wie viel Jahre die Laufzeiten der Kernreaktoren maximal verlängert werden sollen, ließ Röttgen aber offen.

Das Rückgrat der künftigen Stromversorgung in Deutschland werde die Windenergie, sagte Röttgen. Der komplette Umbau der Energieversorgung einschließlich neuer, intelligenter Netze koste aber wahrscheinlich dreistellige Milliardensummen. Für diese Investitionen brauche die Wirtschaft verlässliche Rahmenbedingungen, die das neue Energiekonzept der Regierung liefern werde. Kritik an seinem Kurs komme in der CDU nur von Einzelnen, nicht aus der Breite der Partei, sagte der Minister.

“Es ist noch nicht jedem klar, dass wir mit dem Umbau der Energieversorgung langfristig vierfach gewinnen“, sagte Röttgen. So bedeute der Verzicht auf Kernkraft auf lange Sicht auch einen Zugewinn an Sicherheit. Gleichzeitig könne Deutschland unabhängiger von Energieimporten werden und einen neuen Industriezweig aufbauen. Auch dem Klimaschutz sei damit gedient. “Es geht um einen Paradigmenwechsel.“

Für seine Atom-Ausstiegspläne war Röttgen vor allem vom baden-württembergischen CDU-Ministerpräsidenten Stefan Mappus scharf gerügt worden. Der Opposition warf er vor, sich nicht an der Debatte um ein Energiekonzept zu beteiligen. “SPD und Grüne verweigern sich der Verantwortung“, kritisierte Röttgen. “Dabei sollte Energiepolitik zu den Bereichen gehören, über die ein breiter ökonomischer, politischer und gesellschaftlicher Konsens herrscht.“ Die Atombranche hatte am Donnerstag unbegrenzte Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke gefordert. “Lasst die Anlagen so lange laufen, wie sie sicher sind und ihren Beitrag liefern“, sagte der Präsident des Deutschen Atomforums, Ralf Güldner, der “Süddeutschen Zeitung“.

dapd

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