Regionalwahlen in Italien: Beteiligung gering

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Silvio Berlusconi bei den Regionalwahlen.

Rom - Bei den zweitägigen Regionalwahlen in Italien zeichnet sich eine niedrige Wahlbeteiligung ab. Ministerpräsident Silvio Berlusconi muss nun mit Verlusten für seine Partei rechnen.

Bis Sonntagabend hatten nach ersten Angaben des Innenministeriums nur rund 35 Prozent der mehr als 40 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Das waren rund sieben Prozentpunkte weniger als bei den Regionalwahlen im Jahr 2005. Der umstrittene Ministerpräsident Silvio Berlusconi muss bei einer schwachen Wahlbeteiligung mit Verlusten für seine Partei “Volk der Freiheit“ (PdL) rechnen. Der 73-jährige Milliardär und Medienmogul hatte die Regionalwahlen zu einem “nationalen Test“ für die Regierung erklärt, die er seit zwei Jahren zusammen mit der Lega Nord führt.

Bei der Abstimmung in 13 der 20 Regionen hatten die Wähler allerdings noch am Sonntag bis 22.00 Uhr und dann am Montag bis 15.00 Uhr Zeit, zur Wahl zu gehen. Letzte Umfragen hatten eine niedrige Beteiligung sowie Verluste für Berlusconi vor allem auch zugunsten der ausländerfeindlichen Lega Nord vorhergesagt. Berlusconi muss befürchten, dass seine Auseinandersetzungen mit der Justiz und Schlampereien seiner Partei bei der Aufstellung der Wahllisten in mehreren Regionen Verdruss bei seinen Anhängern ausgelöst haben. Kriminelles Beiwerk zur Wahl: Am Vortag war in Mailand eine an die Lega Nord gerichtete Briefbombe detoniert und hatte einen Postangestellten verletzt.

Im Vorfeld der Wahlen wurde außerdem am Freitagabend in einem Mailänder Postzentrum ein Drohbrief an Berlusconi entdeckt, in den Unbekannte auch eine Pistolenkugel gepackt hatten. Und einem Wahlbetrug sollten offensichtlich die 85 versteckten Wahlscheine dienen, die die Polizei zusammen mit 5300 Euro auf der Toilette eines Spielsalons bei Neapel gefunden hat. In elf der zur Wahl aufgerufenen Regionen regiert das in Rom in der Opposition stehende Mitte-Links-Bündnis. Landesweit ist das Parlament bis 2013 gewählt. Als besonders umkämpfte Regionen gelten Piemont, Ligurien, Latium und Kampanien. Außerdem stellen sich vier Provinz- und 463 Kommunalregierungen der Abstimmung, darunter als wichtigste die Stadtverwaltung von Venedig. Stichhaltige erste Ergebnisse der Wahlen werden nicht vor Montagnacht erwartet.

dpa

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