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Pure Putin-Propaganda

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Von: Tobias Utz, Fee Halberstadt, Marvin Ziegele

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Wladimir Putin möchte beim Wirtschaftsforum erklären, wie es angesichts der Sanktionen weitergehen soll.
Wladimir Putin möchte beim Wirtschaftsforum erklären, wie es angesichts der Sanktionen weitergehen soll. (Archivbild) © Mikhail Metzel/dpa

Auf dem internationalen Wirtschaftsforum glorifiziert Wladimir Putin die „Spezialoperation“ in der Ukraine.

+++ 14.45 Uhr: Wladimir Putins Rede auf dem internationalen Wirtschaftsforum hat begonnen. Putin sagte, dass der wirtschaftliche „Blitzkrieg“ gegen Russland keinen Erfolg habe. Die Staatsoberhäupter der westlichen Länder würden von „beunruhigenden Perspektiven“ sprechen, europäische Politikerinnen und Politiker hätten sich und ihren Ländern selbst geschadet. „Die Lebensqualität der Europäer sinkt“, so Putin. Die Sanktionen gegen Russland seien darüber hinaus „realitätsfremd“ und „ohne Vernunft“ angewendet worden. Die wirtschaftliche Situation sei nicht das Ergebnis der „Sonderoperation“ im Donbass. Das sei laut Putin eine „bewusste Verdrehung der Tatsachen“. Die Situation auf den Märkten sei lange vor der „Operation“ bekannt gewesen. Bereits durch die Corona-Pandemie seien Verschuldung und Inflation angetrieben worden.

Was habe die „Militäroperation“ damit zu tun, fragt Putin. „Gar nichts.“ Die Inflation, die Ernährungskrise, die Kraftstoffkrise seien Ergebnisse der systematischen Fehler der USA und der europäischen Bürokratie. Einen „gewissen Einfluss“ hätte die Operation zwar gehabt, aber im Großen und Ganzen würden die Europäische Union und die USA die „Operation“ als Ausrede benutzen. Das wüsste jeder, „der eine Grundschule besucht hat.“

„Massive“ Cyber-Angriffe: Putins „äußerst wichtige“ Rede überraschend verschoben

+++ 13.30 Uhr: Die Rede von Wladimir Putin auf dem internationalen Wirtschaftsforum soll angeblich verschoben worden sein. Das berichtet neben russischen Medien auch die Deutsche Presse-Agentur.

Demnach gab es offenbar zahlreiche „massive“ Cyber-Angriffe auf die Veranstaltung. Es habe eine Attacke auf das Einlasssystem gegeben, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag. Die für 13.00 Uhr MESZ geplante Rede wurde demnach um eine Stunde nach hinten verlegt. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Anonymous gelingt offenbar neuer Coup gegen Putin

News zum Ukraine-Krieg: Wladimir Putin hält heute „äußerst wichtige“ Rede

Erstmeldung vom Freitag, 17. Juni, 09.00 Uhr: St. Petersburg – Dieses Jahr findet das 25. internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg statt. Als Gastgeber sieht sich Kremlchef Putin zwar vom Westen isoliert, jedoch lächelt er die Sanktionen der EU und der USA im Zuge von Russlands Krieg gegen die Ukraine weg. Er sieht die Rohstoffgroßmacht auf Erfolgskurs.

Die 20er Jahre sollten zu einer Zeit der „Festigung der wirtschaftlichen Souveränität für Russland“ werden, schrieb Putin in einem Grußwort an die Teilnehmer des Wirtschaftsforums. An diesem Freitag (17. Juni) will der russische Präsident dort erklären, wie es angesichts der Sanktionen weitergehen soll. Zu Wochenbeginn hatte ein Kreml-Sprecher angekündigt, Putin werde eine „äußerst wichtige“ Rede halten.

Ukraine-News: Putin schiebt Schuld für Inflation von sich – „Jahrelange Fehler der westlichen Staaten“

„Das Jubiläumstreffen läuft in einer nicht einfachen Zeit für die Weltgemeinschaft“, so Putin. Der Westen sieht den 69-Jährigen verantwortlich für zahlreiche Krisen sowie die hohen Preise für Energie und Lebensmittel. Der Kremlchef wies das zurück: „Jahrelange Fehler der westlichen Staaten in der Wirtschaftspolitik und die unrechtmäßigen Sanktionen haben zu einer Welle der globalen Inflation geführt, zur Zerstörung gewohnter Liefer- und Produktionsketten und zu einem starken Anstieg der Armut und zum Defizit bei Lebensmitteln.“

Putin hat immer wieder deutlich gemacht, dass Russland sich von den Sanktionen der EU und der USA nicht beeindrucken lasse. Zugleich meinte er, die Lage biete neue Perspektiven. Unter dem Motto „Neue Welt – neue Möglichkeiten“ werden in St. Petersburg Vertreter aus mehr als 100 Ländern erwartet. Russland orientiert sich angesichts der massiven Spannungen mit dem Westen wirtschaftlich zunehmend nach Asien, vor allem nach China und Indien, aber auch nach Afrika und Südamerika.

News zum Ukraine-Krieg: Putin beim Wirtschaftsforum – Öl- und Gas wird in andere Länder umgeleitet

Russland leitet seine Öl- und Gaslieferungen zunehmend von der EU in andere Weltregionen um. Das Land generiert wegen der hohen Preise für Öl und Gas auf dem Weltmarkt gerade besonders hohe Einnahmen. Auch die nationale Währung hat sich nach einem Wertverlust gegenüber dem Dollar und Euro zu Beginn des Ukraine-Konflikts vor fast vier Monaten nun deutlich erholt. Der Rubel ist inzwischen so stark wie seit Jahren nicht mehr.

Wegen der Sanktionen hatten sich zahlreiche westliche Firmen, darunter deutsche Unternehmen, aus Russland verabschiedet. Putin erklärte dazu, dass andere Unternehmen die Lücken füllten. So wurden etwa nach dem Abschied der US-Kette McDonald's gerade in den Filialen neue Burger-Restaurants. In Moskau bilden sich bereits seit Tagen Schlangen an den Lokalen.

Ukraine-News: Teilnehmende aus 115 Länder bei Wirtschaftsforum – Putin wird ebenfalls da sein

Die Organisatoren des Wirtschaftsforums sprechen von Teilnehmenden aus 115 Ländern in diesem Jahr. Im Rekord-Jahr 2020 waren es demnach 19.000 Teilnehmer aus 145 Staaten. Eine Teilnehmerzahl wurde diesmal nicht genannt. Unternehmer haben in diesem Jahr die Möglichkeit, anonym an dem Forum teilzunehmen. Das soll ihnen Schutz bieten, damit sie nicht im Zuge der Sanktionspolitik des Westens mit Strafen belegt werden. Medienberichten zufolge sind auch Teilnehmer aus Frankreich, Italien, Kanada und den USA angemeldet.

Es gibt zudem einige Ehrengäste in diesem Jahr. Unter andere, wird der Präsident Kassym-Schomart Tokajew von Kasachstan, der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik, erwartet. Die Taliban aus Afghanistan und die als Terroristen von der Ukraine verfolgten Separatistenführer aus den von Russland anerkannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk sollen ebenfalls teilnehmen. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi soll per Video zugeschaltet werden. Treffen wird sich Putin auch mit russischen Medienvertretern, darunter mit Kriegsreportern. (fh/marv/tu mit dpa)

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