Prozess gegen Punkband Pussy Riot beginnt

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Die Mitglieder der Punkband "Pussy Riot" Nadezhda Tolokonnikova (l), Yekaterina Samutsevich (M) und Maria Aliokhina (r) sitzen unter Bewachung bei einem Gerichtstermin in Moskau.

Moskau - Begleitet von einem Polizei-Großaufgebot hat in Moskau der Prozess gegen die kremlkritische Punkband Pussy Riot wegen eines spektakulären Protestgebets gegen Präsident Putin begonnen.

Die drei wegen Rowdytums angeklagten Frauen beantragten zum Auftakt am Montag mehr Zeit, um sich mit den 3000 Seiten Ermittlungsakten vertraut zu machen.

Die Musikerinnen hatten im Februar in der Erlöserkathedrale in Moskau dafür gebetet, dass Russland von Putin erlöst werden möge. Dabei habe es sich um einen Protest gegen die zunehmend autoritären Tendenzen im Land gehandelt, hieß es in einer vor Gericht verlesenen Erklärung der seit fast fünf Monaten inhaftierten Frauen. Pussy Riot sei eine politische Band, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nutze. Es sei nicht Ziel gewesen, religiöse Gefühle zu verletzten, las Verteidigerin Violetta Wolkowa vor.

Menschenrechtler kritisieren das Verfahren als politischen “Schauprozess“ zur Einschüchterung der Opposition. Die drei Frauen im Alter zwischen 22 und 29 Jahren saßen im Verhandlungssaal des Chamowniki-Gerichts in einem Kasten aus Plexiglas. Die Verhandlung wurde live im Internet übertragen.

Unterstützer riefen vor dem Gebäude “Freiheit für Pussy Riot“. “Das ist politische Vergeltung und Rache“, sagte der frühere Vizeregierungschef und Regierungskritiker Boris Nemzow. Auch die Verteidigung hatte die Anklage als absurd bezeichnet.

Nadeschda Tolokonnikowa (22) und Maria Aljochina (24) - beide sind Mütter - sowie Jekaterina Samuzewitsch (29) sind angeklagt, an den Grundfesten der russisch-orthodoxen Kirche gerüttelt zu haben. Auch Putin hatte die Aktion nach seiner Wiederwahl im März scharf kritisiert. Die Frauen sind von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International als politische Gefangene anerkannt.

dpa

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