Neue Proteste, weitere Festnahmen

Szenario wiederholt sich: Moskauer Polizei nimmt Hunderte von Demonstranten fest

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In Moskau protestieren neuerlich Anhänger der Opposition gegen die Kremlpartei Geeintes Russland.

Eine Woche nach der Festnahme von zahlreichen Demonstranten gehen in Moskau erneut viele Menschen auf die Straße, um zu protestieren. Der Grund: Glaube an Manipulation bei den Regionalwahlen. 

Moskau - Die Polizei in der russischen Metropole Moskau hat nach Angaben der Nichtregierungsorganisation OWD-Info bei einer nicht genehmigten Demonstration für freie Kommunalwahlen mittlerweile etwa 600 Menschen festgenommen, wie die „AFP“ berichtet. Sechs Menschen seien während der Festnahme verletzt worden, teilte OWD-Info am Samstag mit. Demnach setzte die Polizei die Festnahmen weiter fort.

In der Hauptstadt hatten sich trotz eines Demonstrationsverbots hunderte Menschen versammelt, um gegen den Ausschluss mehrerer Oppositionskandidaten von den im September anstehenden Kommunalwahlen zu protestieren. Grund: Die Wahlkommission diagnostizierte schwere Formfehler. Bekannte Kremlkritiker hätten demnach Unterstützungserklärungen gefälscht. Die Opposition wiederum hält dies für ein Manöver der Behörden, denn diese könnten der Kremlpartei Geeintes Russland mögliche Stimmen wegnehmen.

Illegale Proteste: Ermittlungen wegen „Massenunruhen“

Die Sicherheitsbehörden hatten die Bevölkerung vor einer Teilnahme an den Protesten gewarnt. "Wir wiederholen, dass diese Veranstaltung illegal ist", betonte die Polizei auf ihrer Website. Die Staatsanwaltschaft warnte, die Polizei werde "alle notwendigen Maßnahmen" gegen Demonstranten ergreifen.

Bei einem Massenprotest der Opposition am Samstag vergangener Woche hatte die Polizei fast 1400 Demonstranten festgenommen. Nach den Protesten am vergangenen Wochenende leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen "Massenunruhen" und "Gewalt gegen Polizisten" ein.

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AFP/PF

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