Österreich zieht Blauhelme von Golanhöhen ab

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Aufgrund der immer unsicherer werdenden Lage zieht Österreich seine Blauhelmsoldaten von den Golanhöhen ab

Wien - Österreich zieht seine Blauhelm-Soldaten von den Golanhöhen ab. Grund des Abzugs ist die immer unübersichtlich werdende Sicherheitslage.

Nach dem Sturm syrischer Rebellen auf einen Grenzposten in den Golanhöhen hat Österreich seine dort stationierten UN-Blauhelmsoldaten abgezogen. „Die Entwicklung der heutigen Morgenstunden hat gezeigt, dass ein weiteres Zuwarten nicht mehr vertretbar ist“, erklärten Bundeskanzler Werner Faymann und Außenminister Michael Spindelegger am Donnerstag gemeinsam. Bei den Gefechten zuvor wurde mindestens ein Blauhelmsoldat verletzt.

Kämpfer der Aufständischen hatten einen Grenzübergang in Kuneitra an der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und Syrien kurzzeitig besetzt, bevor die Regierungstruppen ihn zurückeroberten. Die Blauhelmsoldaten in der Pufferzone zwischen beiden Staaten zogen sich nach dem Angriff zurück, wie ein Sprecher des österreichischen Verteidigungsministeriums mitteilte. Ein philippinischer Soldat wurde nach Angaben eines Militärsprechers in Manila verletzt, als ein Geschoss im UN-Logistikstützpunkt auf den Golanhöhen einschlug. Ob es von Rebellen oder Regierungstruppen abgefeuert wurde, war zunächst unklar.

Österreich stellt 377 der 900 UN-Blauhelme auf den 1967 von Israel eroberten Golanhöhen, die Philippinen 300. Der Grenzübergang in Kuneitra ist der einzige entlang der Waffenstillstandslinie. Er wird in erster Linie von den Blauhelmsoldaten und dort lebenden Drusen genutzt.

Nach Angaben des oppositionsnahen Syrischen Beobachtungszentrum für Menschenrechte attackierten die Rebellen am Morgen mehrere Kontrollposten der syrischen Regierung und eroberten den Grenzübergang nahe der Altstadt von Kuneitra. Der Aktivistengruppe zufolge kam es zu heftigen Gefechten, in deren Verlauf die Kontrolle über den Grenzübergang zwischen den beiden Seiten immer wieder wechselte. Opferzahlen waren zunächst nicht bekannt.

Von der israelischen Seite der Golanhöhen aus waren im Laufe des Tages Panzer und gepanzerte Fahrzeuge auf syrischem Territorium zu sehen. Über der Gegend lag dicker Rauch. Der staatliche syrische Fernsehsender Al-Ikhbarijah dementierte die Eroberung des Grenzpostens durch die Rebellen und berichtete, das Militär verfolge „Terroristen“ auf den Golanhöhen. Die israelischen Streitkräfte teilten lediglich mit, dass die Gegend zu einer „geschlossenen Militärzone“ erklärt wurde, gaben aber nicht bekannt, wer den Grenzübergang kontrolliert.

Der Bürgerkrieg in Syrien war in den vergangenen Monaten immer wieder auf die Golanhöhen übergeschwappt. Unter anderem schlugen mehrfach Geschosse aus Syrien ein, die aber meist wenig Schaden anrichteten. Im Mai griffen syrische Truppen einen israelischen Geländewagen an, nachdem dieser angeblich die Grenze überquert hatte.

Zusätzlich angeheizt wurde der Konflikt in Syrien am Donnerstag durch einen Aufruf von Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri, wonach sich sunnitische Muslime weltweit dem Kampf gegen die Regierung in Syrien anschließen sollten. Sunniten sollten ihr Leben, ihr Geld und ihre Kompetenz dem Kampf in Syrien widmen, um Präsident Baschar al-Assad zu stürzen und für eine islamische Herrschaft in dem Land zu sorgen, heißt es in einer Audiobotschaft des Terrorchefs, die im Internet veröffentlicht wurde. Die Sunniten sollten „ihre Differenzen hinter sich lassen“ und gegen die Ausbreitung des schiitischen Einflusses in Syrien kämpfen, forderte al-Sawahiri.

Russland warnte derweil den Westen davor, Berichte über Chemiewaffeneinsätze in Syrien zum Anlass für eine Invasion zu nehmen. Es müsse genauere Untersuchungen geben, vor allem zu den angeblichen Chemiewaffeneinsätzen durch die Rebellen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Frankreich und Großbritannien hatten am Dienstag mitgeteilt, dass ihnen Beweise vorlägen, wonach die Truppen von Präsident Assad im syrischen Bürgerkrieg das Nervengas Sarin eingesetzt hätten.

AP/dpa

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