Triumph für Sebastian Kurz

Amtliches Endergebnis der Österreich-Wahl 2019: ÖVP und Kurz feiern, Debakel für FPÖ - „Erdbeben“

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Österreich-Wahl 2019: Sebastian Kurz (ÖVP) spricht auf einer Wahlfeier.

Österreich-Wahl 2019: Das amtliche Endergebnis der Nationalratswahl liegt vor. Es zeigt ein politisches Erdbeben.

  • Klarer Gewinner der Nationalratswahl 2019 in Österreich ist die konservative ÖVP von Sebastian Kurz. Sie erreicht laut vorläufigem Endergebnis (ohne Briefwähler) 38,4 Prozent der Stimmen.
  • Die sozialdemokratische SPÖ verliert deutlich und landete mit 21.5 Prozent auf dem zweiten Platz.
  • Die rechtspopulistische FPÖ stürzt fast neun Prozent ab und erreicht mit 17.3 Prozent Platz drei.
  • Die Grünen gewinnen 8.6 Prozent und kommen auf 12.4 Prozent.
  • Auch die liberalen NEOS gewinnen mit 7.4 Prozent leicht hinzu.
  • Die „Liste Jetzt“ von Peter Pilz fliegt aus dem Nationalrat.
  • Laut den ersten Hochrechnungen kommen sowohl Bündnisse aus ÖVP und FPÖ als auch aus ÖVP und Grünen auf eine Mehrheit. Sie könnten zusammen eine Regierung stellen.
  • Sebastian Kurz (ÖVP) kann wohl wieder als Kanzler regieren.
  • Möglich wäre zudem eine Große Koalition aus ÖVP und SPÖ.

Amtliches Endergebnis der Nationalratswahl in Österreich

Die konservative ÖVP von Ex-Kanzler Sebastian Kurz hat bei der Parlamentswahl in Österreich nach dem amtlichen Endergebnis 37,5 Prozent der Stimmen erhalten. Das war ein Plus von 6 Prozentpunkten im Vergleich zur Wahl 2017, wie das Innenministerium in Wien am Donnerstagabend mitteilte.

Die SPÖ verlor demnach bei der Wahl am vergangenen Sonntag 5,7 Punkte und fiel auf einen historischen Tiefstand von 21,2 Prozent der Stimmen, die FPÖ sackte nach der Ibiza-Affäre auf 16,2 Prozent (minus 10 Prozentpunkte) ab.

Die Grünen konnten demnach 13,9 Prozent der Wähler überzeugen und überwanden damit deutlich die Vier-Prozent-Hürde, an der die Partei vor zwei Jahren noch gescheitert war. Ebenfalls ins Parlament geschafft haben es die liberalen Neos mit 8,1 Prozent, während die Liste Jetzt (1,8 Prozent) nicht erneut in den Nationalrat einzieht.

Insgesamt wurden 958 071 Stimmen gezählt, was einer Wahlbeteiligung von 75,59 Prozent entsprach, wie das Ministerium mitteilte.

Es wird erwartet, dass Bundespräsident Alexander Van der Bellen nun ÖVP-Chef Kurz mit der Regierungsbildung beauftragen wird. Für welchen Partner sich die ÖVP entscheidet, ist offen.

Vorläufiges Endergebnis der Österreich-Wahl ohne Briefwähler (29. September 21.27 Uhr)

Bei der Parlamentswahl in Österreich liegt ein vorläufiges Endergebnis vor - allerdings ohne Briefwähler. In früheren Hochrechnungen waren die Briefwähler mit einberechnet, deshalb weicht das vorläufige Endergebnis von den Hochrechnungen teils deutlich ab. Die Briefwahl-Stimmen werden erst am Montag ausgezählt, ein Teil sogar erst am Donnerstag. Rund eine Million Österreicher wollten ihre Stimmen per Briefwahl abgeben. 

Partei

Ergebnis

Gewinne/Verluste

Sitze im Nationalrat

ÖVP

38.4 Prozent

+ 6.9 Prozent

73

SPÖ

21.5 Prozent

- 5.3 Prozent

41

FPÖ

17.3 Prozent

- 8.7 Prozent

32

NEOS

7.4 Prozent

+ 2.1 Prozent

14

JETZT (Peter Pilz)

1.9 Prozent

- 2.5 Prozent

0

Grüne

12.4 Prozent

+ 8.6 Prozent

23

Ergebnis der Österreich-Wahl 2019: Hochrechnung inkl. Briefwahlprognose des ORF (29. September, 21.04 Uhr)

Partei

Ergebnis

Gewinne/Verluste

Sitze im Nationalrat

ÖVP

37.1 Prozent

+ 5.7 Prozent

71

SPÖ

21.7 Prozent

- 5.1 Prozent

41 - 43

FPÖ

16.1 Prozent

- 9.9 Prozent

30 - 31

NEOS

7.8 Prozent

+ 2.5 Prozent

14

JETZT (Peter Pilz)

2.0 Prozent

- 2.4 Prozent

0

Grüne

14.0 Prozent

+ 10.2 Prozent

24 - 27

Ergebnis der Österreich-Wahl 2019: Neueste Hochrechnung des ORF (29. September, 19.00 Uhr)

Partei

Ergebnis

Gewinne/Verluste

Sitze im Nationalrat

ÖVP

37.2 Prozent

+ 5.7 Prozent

71

SPÖ

21.7 Prozent

- 5.1 Prozent

41 - 43

FPÖ

16.0 Prozent

- 9.9 Prozent

30 - 31

NEOS

7.8 Prozent

+ 2.5 Prozent

14

JETZT (Peter Pilz)

2.0 Prozent

- 2.4 Prozent

0

Grüne

14.0 Prozent

+ 10.2 Prozent

24 - 27

Das ist das erste Ergebnis der Österreich-Wahl 2019 - Hochrechnung von OE24

Partei

Ergebnis

Gewinne/Verluste

Sitze im Nationalrat

ÖVP

37.2 Prozent

+ 5.7 Prozent

71

SPÖ

21.8 Prozent

- 4.9 Prozent

41 - 43

FPÖ

16.0 Prozent

- 10.0 Prozent

30 - 31

NEOS

7.4 Prozent

+ 2.1 Prozent

14

JETZT (Peter Pilz)

1.8 Prozent

- 2.6 Prozent

0

Grüne

14.3 Prozent

+ 10.5 Prozent

24 - 27

Ergebnis der Österreich-Wahl 2019: Hochrechnung des ORF

Partei

Ergebnis

Gewinne/Verluste

Sitze im Nationalrat

ÖVP

37.2 Prozent

+ 5.7 Prozent

71

SPÖ

22.0 Prozent

- 4.9 Prozent

41

FPÖ

16.0 Prozent

- 10.0 Prozent

30

NEOS

7.4 Prozent

+ 2.1 Prozent

14

JETZT (Peter Pilz)

1.8 Prozent

- 2.6 Prozent

0

Grüne

14.3 Prozent

+ 10.5 Prozent

27

Das erste Ergebnis der Österreich-Wahl liegt heute so früh wie noch nie vor: Der Nachrichtensender oe24.TV hat heute bereits um 16.57 Uhr erste Exit Polls veröffentlicht. Dabei handelt es sich um Hochrechnungen, die auf Nachwahlbefragungen basieren. Bei diesen Exit Polls wurden 700 Wähler beim Verlassen des Wahllokals durch Interviewer nach ihrer Stimmabgabe befragt. Aus diesen Interviews wurde die erste Hochrechnung erstellt. „Österreich“-Herausgeber Wolfgang Fellner spricht bei oe24.tv von einem „Erdbeben“.

Um 17.00 Uhr schlossen die letzten Wahllokale offiziell.

Zwischen 20.00 und 21.00 Uhr wird Innenminister Wolfgang Peschorn vermutlich das vorläufige Ergebnis der Österreich-Wahl 2019 verkünden..

Wien - Die kommende Nationalratswahl in Österreich ist erneut eine vorgezogene Neuwahl. Wenn am 29. September 2019 in der Alpenrepublik der Urnengang stattfindet, sind seit der letzten Nationalratswahl weniger als zwei Jahre vergangen.

Österreich-Wahl 2019: Wann gibt es Ergebnisse der Nationalratswahl?

Die Österreich-Wahl findet am 29. September 2019 statt. Bis 17 Uhr können Wähler ihre Stimme abgeben. Dann schließen die Wahllokale in der Alpenrepublik. Schon kurz darauf kann man mit den ersten Prognosen und Hochrechnungen zum Wahlergebnis rechnen.

Dem Zeitplan zufolge wird das vorläufige Ergebnis der Nationalratswahl nach 19 Uhr ermittelt sein. Das vorläufige Wahlergebnis soll zwischen 20.00 und 21.00 Uhr vorliegen. Die Auszählungen der Briefwahl sind hier allerdings noch nicht mit inbegriffen. Diese Stimmen werden erst am Tag darauf (Montag) fertig ausgezählt sein. Wurde die Stimme in einem anderen Wahlkreis als dem eigenen abgegeben, kann sie erst am Donnerstag (3. Oktober) ausgezählt werden.

Und wann steht das endgültige Ergebnis der Nationalratswahl fest? Dieses wird am 16. Oktober 2019 verkündet. Alle Neuigkeiten zur Österreich-Wahl werden im Ticker zusammengetragen. Die aktuellen Zahlen und Grafiken finden Sie hier.

Ergebnis der Österreich-Wahl 2019: Was kommt nach der Regierungskrise?

Kanzler Sebastian Kurz von der konservativen ÖVP wurde durch ein Misstrauensvotum - erstmals überhaupt in Österreich - vom Parlament aus dem Amt gewählt. Ausschlaggebend hierfür war die Ibiza-Affäre um den Koalitionspartner FPÖ und den (damaligen) Parteichef Heinz-Christian Strache. Es wurden diesbezüglich sogar Ermittlungen auch gegen ÖVP und SPÖ eingeleitet.

Vize-Kanzler Strache erklärte als Reaktion auf das 2017 aufgenommene Video seinen Rücktritt und Kurz entband daraufhin auch die Minister der rechten FPÖ von ihren Aufgaben. Der populäre Regierungschef (33) erklärte daraufhin, sich für Neuwahlen einzusetzen. Voraussichtlich wird seine ÖVP bei der Österreich-Wahl 2019 das stärkste Ergebnis einfahren.

Wer regiert bis zur kommenden Nationalratswahl in Österreich?

Die rechtskonservative Regierung wurde in Österreich also vorzeitig beendet und Bundespräsident Alexander van der Bellen hatte Sebastian Kurz Ende Mai von seinen Aufgaben als Bundeskanzler entbunden. Seit dieser Wende ist eine Übergangsregierung an der Macht. Verfassungsrichterin Brigitte Bierlein (parteilos) wurde zur ersten Kanzlerin von Österreich. Als Vize-Kanzler und Justizminister fungiert der langjährige Präsident des Verwaltungsgerichtshofs, Clemens Jabloner.

Österreichs Kanzlerin Brigitte Bierlein auf dem EU-Sondergipfel in Brüssel Ende Juni 2019.

Die aus vielen Experten bzw. Ministern gebildete Übergangsregierung bleibt im Amt, bis nach der Österreich-Wahl 2019 die Koalitionsverhandlungen abgeschlossen sind.

Österreich-Wahl 2019: Ach Parteien kämpfen landesweit um gutes Ergebnis

Bei der Nationalratswahl 2019 werden insgesamt acht Parteien antreten. Abgesehen von diesen in der ganzen Alpenrepublik wählbaren Fraktionen sind in einzelnen Wahlkreisen noch weitere Parteien auf der Liste. Hier die acht großen Bündnisse mit ihren jeweiligen Spitzenkandidaten:

  • ÖVP: Sebastian Kurz
  • SPÖ: Pamela Rendi-Wagner
  • FPÖ: Norbert Hofer
  • NEOS: Beate Meinl-Reisinger
  • JETZT: Peter Pilz
  • GRÜNE: Werner Kogler
  • KPÖ: Ivo Hajnal
  • WANDL: Fayad Mulla-Khalil

Österreich-Wahl 2019: Klares Ergebnis deutet sich an

Die Tendenz von Umfragen der vergangenen Wochen und Monate lässt den klaren Schluss zu, dass die ÖVP von Sebastian Kurz aller Voraussicht nach erneut an die Regierung kommt. Doch dahinter findet ein regelrechtes Kopf-an-Kopf-Rennen statt: Die SPÖ, der frühere Bündnispartner FPÖ und auch die wiedererstarkten Grünen haben Hoffnungen, an die Macht zu kommen.

Institut

Datum

ÖVP

SPÖ

FPÖ

Grüne

NEOS

JETZT

Karmasin/Österreich

06.09.19

35 %

21 %

20 %

12 %

9 %

1 %

Research Affairs/Österreich

04.09.19

36 %

22 %

20 %

11 %

8 %

1 %

Market

04.09.19

34 %

22 %

21 %

11 %

9 %

2 %

Research Affairs/Österreich

28.08.19

36 %

22 %

20 %

11 %

8 %

1 %

Unique Research/Profil

22.08.19

36 %

20 %

20 %

12 %

9 %

1 %

OGM/Kurier

12.08.19

35 %

23 %

20 %

11 %

8 %

1,5 %

Research Affairs/Österreich

02.08.19

36 %

22 %

20 %

12 %

7 %

1 %

Unique Research/Profil

13.07.19

37 %

20 %

21 %

11 %

9 %

1 %

IFES/Kronen Zeitung

11.07.19

37 %

23 %

19 %

11 %

8 %

1 %

Hajek/ATV

01.07.19

38 %

20 %

20 %

11 %

9 %

1 %

SORA/ORF

19.06.19

38 %

21 %

18 %

12 %

8 %

1 %

OGM/Kleine Zeitung

01.06.19

36 %

22 %

21 %

10 %

8 %

2 %

Wahlergebnis 2017

15.10.17

31,5 %

26,9 %

26 %

3,8 %

5,3 %

4,4 %

PF

Kommt es nach dem Erfolg von Sebastian Kurz und der ÖVP in Wien zu einem Bündnis mit den Grünen? Sehr wahrscheinlich ist das Experiment nicht. Lesen Sie auf merkur.de* den Kommentar zur Österreich-Wahl.

Während die Union in Deutschland in Untergangsstimmung versinkt, zeigt Kanzler Kurz in Wien eindrucksvoll, wie es als Volkspartei gelingt, konservativ denkende Wähler zu mobilisieren. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

Für Aufregung sorgte der ZDF-Moderator Claus Kleber, als er am Sonntagabend Sebastian Kurz im „heute journal“ interviewte. Zuschauer bezeichneten seine Art als „unmöglich und respektlos“.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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