Prozess zum Nachlesen im Ticker

NSU-Verhandlung vertagt: "Das ist ein Skandal"

München - Beate Zschäpe steht seit Montag in München vor Gericht. Bereits kurz nach Beginn des Prozesses gab es die erste Unterbrechung. Der erste Verhandlungstag endete mit einem Paukenschlag.

Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben, Carsten S., André E. und Holger G.: Fünf Angeklagte müssen sich im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, zehn Morde begangen zu haben, aus Hass auf Ausländer und den Staat. Wir sind seit 7 Uhr vor Ort und berichten live vom Prozess.

Hier finden Sie den Ticker zum ersten Verhandlungstag

Hier finden Sie den Ticker vom zweiten Verhandlungstag

18.30 Uhr: Am Ende des Tages wurde von der Bundesanwaltschaft noch eine Erklärung verlesen. "Wir werden unseren Beitrag dazu leisten, dass in einem rechtsstaatlichen Gerichtsprozess sachlich und konzentriert aufgeklärt wird, ob sich die Angeklagten im Sinne der Anklage schuldig gemacht haben oder nicht, dass also am Ende ein gerechtes Urteil gesprochen wird", so Dr. Herbert Diemer.

18.29 Uhr: Auch der Anwalt der Nebenkläger ist erschüttert über das Ende des Prozessauftaktes: "Das ist ein Skandal", sagte Sebastian Scharmer am Montagabend.

NSU-Prozess in München - die Bilder

18 Uhr: Die Polizei ist zufrieden mit dem Verlauf des Einsatzgeschehens. „Aus Sicht der Münchner Polizei ist bislang alles friedlich und störungsfrei verlaufen. Die Sicherheit war zu jedem Zeitpunkt gewährleistet", so eine Erklärung ders Polizeipräsidiums. Über 500 Einsatzkräfte seien eingesetzt worden.

„Wir werden versuchen, die Verkehrsbeeinträchtigungen auf das absolut notwendige Maß zu beschränken und die Betroffenen rechtzeitig zu informieren", so Polizeivizepräsident Robert Kopp. Am Montagmorgen mussten in den Haltverbotszonen im Bereich des Strafjustizzentrums insgesamt sieben Fahrzeuge abgeschleppt werden.

17.50 Uhr: Männer mit Sturmhauben bringen Beate Zschäpe zu einem Auto. Sie wird zurück ins Gefängnis gebracht. 

17.45 Uhr: Für die Angehörigen ist die Vertagung wie ein Schlag ins Gesicht. Wie der freie Journalist Daniel Hähle twittert, sagte die Tochter des ermordeten Enver Simsek, Semiya Simsek: "Es hätte losgehen müssen, das belastet alle Familien. Jetzt müssen wir wieder warten. Das ist eine Zumutung." 17.23 Uhr: Wie Philipp Vetter vom Münchner Merkur twittert, soll bis Dienstag nächster Woche ein "anderer OLG-Senat über Befangenheitsanträge gegen die NSU-Richter entschieden haben."

17.06 Uhr: Die Sitzung wurde vertagt. Alle Termine entfallen in dieser Woche wegen der Befangenheitsanträge. Der Prozess wird erst am 14. Mai fortgesetzt. Das sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl.

Zuvor hatten die Verteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe sowie des Angeklagten Ralf Wohlleben Befangenheitsanträge gegen den Vorsitzenden Richter gestellt. Wohlleben lehnte zudem auch zwei weitere Richter wegen Besorgnis der Befangenheit ab.

Kaltblütig ermordet - Die Opfer der Terrorzelle NSU

Kaltblütig ermordet - Die Opfer der Terrorzelle NSU

16.55 Uhr: Das OLG hat auch den Befangenheitsantrag der Verteidiger des Angeklagten Ralf Wohlleben gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl und zwei weitere Richter vorläufig zurückgestellt. Auch darüber muss aber nun laut Strafprozessordnung „spätestens bis zum Beginn des übernächsten Verhandlungstages“ entschieden werden

16.25 Uhr: Im Zusammenhang mit dem NSU-Prozess ist ein Anschlag auf das Büro des Anwalts des ehemaligen NPD-Funktionär Ralf Wohlleben in Cottbus verübt worden. Unbekannte schlugen in der Nacht zum Montag Fensterscheiben mit Steinen ein. Außerdem besprühten sie die Fassade mit einem elf Meter langen Schriftzug „Rassismus tötet - NSU-Anwalt!“. Die Polizei bestätigte entsprechende Informationen der Lausitzer Rundschau.

16.11 Uhr: Philipp Vetter - für den Münchner Merkur im Gerichtssaal - twittert: "Zweiter Befangenheitsantrag, diesmal von Wohlleben, Anwalt begründet über eine Stunde lang, jetzt wieder Pause"

Der Befangenheitsantrag wurde gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl sowie zwei weiterer Richter des Staatsschutzsenats gestellt. Wohlleben lehne die Richter wegen Besorgnis der Befangenheit ab, sagte dessen Anwalt Olaf Klemke am Montag vor dem Münchner Oberlandesgerichts (OLG).

Während der Pause sitzt Beate Zschäpe laut PZ hautnah "völlig gelassen auf der Anklagebank und surft oder arbeitet am Computer".

16 Uhr: Nach und nach löst sich die Menge vor dem Gerichtsgebäude auf, es wird leerer auf dem Platz. Gerüchten zufolge soll sich der erste Prozesstag dem Ende zuneigen. Könnte sein, dass die Prozessbeteiligten bald aus dem Gebäude heraus kommen.

15.40 Uhr: Vor dem Gerichtsgebäude verteilt der Chefredakteur der türkischen Zeitung "Türkiye" höchstpersönlich sein Blatt. Angeblich erstmals in der Geschichte der Zeitung prangt auf der Seite 1 eine Überschrift in Deutsch: "Wir wollen Gerechtigkeit"

15.11 Uhr: Jetzt sind die beiden Neonazis tatsächlich im Gerichtssaal angekommen. Es bleibt abzuwarten, ob sie sich angemessen benehmen. Bei dem zweiten Mann soll es sich übrigens um Maik E. handeln - er ist der Bruder des Angeklagten André E.

14.59 Uhr: Kleine Berichtigung: Die beiden Neonazis haben es jetzt offenbar in das Gerichtsgebäude geschafft. Im Gerichtssaal sind sie noch nicht aufgetaucht. Wenn Zuschauer den NSU-Prozess verlassen sollten, können sie dort aber ganz regulär nachrücken. Eine Gerichtssprecherin sagte dazu, man könne Zuschauer nicht wegen ihrer Gesinnung aussperren. Solange sie nicht stören, müsse man sie reinlassen.

14.27 Uhr: Vor dem Gericht tummeln sich Schaulustige, Journalisten und Polizisten. Neonazi Karl-Heinz Statzberger und ein Kumpel versuchen erneut ins Gericht zu kommen - über die Zuschauerliste. Auch einige Opfer des Nagelbombenanschlags von Köln, die keinen Platz als Nebenkläger zugesprochen bekommen hatten, hatten sich vor dem Gericht versammelt und sind schließlich im Gebäude verschwunden.

14.20 Uhr: Philipp Vetter, der für den Münchner Merkur im Gerichtssaal sitzt twittert, dass inzwischen ein Senatsbeschluss beantragt wurde. "Zähe Angelegenheit."

Zschäpe vor Gericht: Cool und undurchschaubar

13.56 Uhr: Die Mittagspause ist zu Ende. Und schon gibt es die nächste Unterbrechung. Der Grund: Richter Götzl hat eine Verfügung erlassen, dass der Befangenheitsantrag vorläufig zurückgestellt und weiterverhandelt werden soll. Darüber muss nun laut Strafprozessordnung "spätestens bis zum Beginn des übernächsten Verhandlungstages" entschieden werden. Der Anwalt des Angeklagten Ralf Wohlleben hat dennoch eine Pause beantragt.

13.51 Uhr: Der türkische Botschafter musste sich als Zuschauer anstellen, um in den Gerichtssaal zu kommen. Er hat tatsächlich in den NSU-Prozess geschafft und freut sich: "Dass es endlich angefangen hat, dass der Ball rollt, war wichtig."

13.49 Uhr: Die Richter haben schon wieder Verspätung. Alle müssen warten, bis der Prozess nach der Mittagspause fortgesetzt werden kann. Zschäpe nutzt die Zeit für einige Blicke in Richtung der oberen Zuschauerplätze.

13.48 Uhr:  Beate Zschäpe ist wieder im Gerichtssaal. Sie wird von zehn Polizisten bewacht und redet mit ihren Anwälten.

13.45 Uhr: Die Sperre der Nymphenburger Straße ist vor geraumer Zeit wieder aufgehoben worden. Auch die beiden demonstrierenden jungen Mädchen, die für einen Tumult gesorgt hatten, sind inzwischen verschwunden.

Opferanwalt Lucas: Der Prozess ist "unheimlich spannend"

13.38 Uhr: Die als Nebenkläger zum NSU-Prozess gekommenen 24 Opferangehörigen haben die erste Begegnung mit der Hauptangeklagten Beate Zschäpe sehr gefasst aufgenommen. Das sagte die Ombudsfrau der Bundesregierung, Barbara John, am Montag in einer Prozesspause. Die Familien habe sie als sehr ruhig empfunden. Es sei für sie sehr erleichternd, dass der Prozess endlich begonnen habe. Viele wollten an weiteren Tagen wiederkommen.

13.30 Uhr: Stefan Lucas, Anwalt der Angehörigen des getöteten Enver Simsek, hat sich kurz zum NSU-Prozess geäußert. Im Gerichtssaal sei es "unheimlich spannend", weil Zschäpe schweige - was ihr gutes Recht sei - obwohl sie so viel wisse. Für die Angehörigen der Opfer sei die Situation jedoch schwer zu ertragen.

13.20 Uhr: Die Pressesprecherin des Oberlandesgerichts, Andrea Titz, hat um kurz vor 13 Uhr eine Stellungnahme dazu abgegeben, was heute beim NSU-Prozess noch zu erwarten ist: "Die Bundesanwaltschaft wird um 13.30 Uhr Gelegenheit haben, Stellung zu nehmen zu dem Befangenheitsantrag. Anschließend sind noch weitere Anträge seitens eines weiteren Verteidigers und seitens eines Nebenklägervertreters angekündigt. Und dann wird das Gericht entscheiden, ob es darüber gleich entscheidet oder erst im Verlauf des weiteren Verfahrens. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Anklage heute noch verlesen wird. Der Prozess wird heute vermutlich bis 16.30 oder 17 Uhr fortgesetzt werden."

"Beate Zschäpe hat es genossen, im Mittelpunkt zu stehen"

12.50 Uhr: Kai Feldhaus ist für die Bild-Zeitung beim NSU-Prozess vor Ort und hat beim Bäcker um die Ecke einen von Beate Zschäpes Verteidigern getroffen. Sein Mittagessen bestand aus Apfelschorle und Filterzigaretten.

12.23 Uhr: Opferanwalt Mehmet Gürcan Daimagüler sagt gegenüber der Zeit über Zschäpes Benehmen vor Gericht: "Ich hatte das Gefühl, es gefiel ihr im Mittelpunkt zu stehen."

12.20 Uhr: Demonstranten haben Schilder mit den Fotos und Namen der NSU-Opfer vor dem Gericht niedergelegt. Die Polizei hat nun veranlasst, dass die Schilder wieder weggeräumt werden.

12.16 Uhr: Der Presseraum im Gericht ist rappelvoll. Es sind so viele Journalisten vor Ort, dass sie sich aus Platznot zum Teil einfach in die Gänge des Gerichts setzen und dort schreiben.

12.09 Uhr: Mittagspause beim NSU-Prozess. Für kurz vor 13 Uhr wurde eine Stellungnahme angekündigt. Der Prozess soll gegen 13.30 Uhr fortgesetzt werden. Ersten Einschätzungen zufolge wird es heute nicht mal mehr zur Verlesung der Anklage kommen.

Bei Opfer-Angehörigen liegen die Nerven blank

12.04 Uhr: Bei den Angehörigen der NSU-Opfer, die es nicht in den Gerichtssaal geschafft haben, liegen die Nerven blank. "Mir geht es nicht gut", sagte Fatih Demirtas, Ehemann von Semiya Simsek, deren Vater das erste Mordopfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ war. "Ich bin mit den Gedanken die ganze Zeit im Prozess", sagte Demirtas. Er bedauert, dass es für ihn keine Möglichkeit gab, in den Saal zu kommen. Seine schwangere Frau Semiya Simsek ist im Gerichtssaal. „Sie will wissen und fragen, warum es gerade ihre Familie traf.“

12.01 Uhr: Offenbar sind weniger Nebenkläger zum NSU-Prozess erschienen, als zunächst erwartet. Ein Grund hierfür dürfte das Terminchaos im Vorfeld des Verfahrens sein. Ein anderer Grund ist  sicherlich auch, dass manche Angehörige von NSU-Opfern die Konfrontation mit Beate Zschäpe nicht ertragen hätten. Bereits am Morgen hatte die Pressesprecherin des Oberlandesgerichts, Andrea Titz, noch einmal Betont, wie groß die Belastung für die Nebenkläger sei.

11.47 Uhr: Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) erwartet vom NSU-Prozess eine Veränderung im Land. „Ich hoffe, dass ein Ruck durch Deutschland geht“, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek am Montag. Andererseits müsse man sich auch bewusst machen, "dass dieser Sumpf noch lange nicht ausgetrocknet ist."

Erste Unterbrechung im NSU-Prozess nach Befangenheitsantrag

11.35 Uhr: Der Vorsitzende des Tüdek e.V. München, Mahir Zeytinoglu, hat einen schwarzen Trauerkranz mit der Aufschrift "In Memoriam" zum Gericht gebracht. Er wird in den nächsten Minuten vor dem Gebäude niedergelegt. Außerdem haben einige Vereinsmitglieder über 100 schwarze Luftballons in Gedenken an die Opfer des NSU-Terrors steigen lassen. Vereinzelt blieben sie in den Bäumen rund um das Gerichtsgebäude hängen.

11.32 Uhr: Die Unterbrechung hat doch ganze 20 Minuten gedauert. Inzwischen wurde der Prozess aber wieder fortgesetzt. Hintergrund des Befangenheitsantrags war die Forderung von Richter Götzl, dass die Verteidiger vor Betreten des Sitzungssaals etwa auf Waffen durchsucht werden sollen, nicht aber die Vertreter der Bundesanwaltschaft sowie Polizeibeamte und Justizbedienstete. Nebenklage-Vertreter kritisierten den Antrag der Verteidiger scharf. "Die verletzte Eitelkeit von Verteidigern ist kein Grund für einen Befangenheitsantrag", sagte ein Anwalt. "Die Qual der Opfer, die hier sitzen, soll verlängert werden."

11.15 Uhr: Die beiden jungen Frauen, die für den Tumult gesorgt hatten, weil sie über die Absperrung wollten, demonstrieren weiter. Sie tragen ein Transparent mit der Aufschrift "Wir fordern Gerechtigkeit" und werden von mehreren Polizeibeamten abgeschirmt. Der Neonazi Karl-Heinz Statzberger hat das Gerichtsgebäude inzwischen wieder verlassen.

10.55 Uhr: Unabhängig vom Antrag des Opfer-Anwalts kommt es zu einer Unterbrechung des Prozesses. Beate Zschäpe hat am Samstag einen Befangenheitsantrag gestellt. Als ihr Verteidiger, Wolfgang Stahl, von Richter Manfred Götzl wissen will, wie er mit dem Antrag verfahren will, weigert sich dieser, sich dazu zu äußern. Daraufhin beantragt Stahl eine kurze Unterbrechung. In fünf Minuten soll es vorerst weitergehen, twittert Philipp Vetter aus dem Gerichtssaal.

Opfer-Anwalt fordert Unterbrechung von mindestens einer Woche

10.52 Uhr: Einem Bericht des Spiegel zufolge hat der Rechtsanwalt Khubaib-Ali Mohammed, der NSU-Opfer aus Köln vertritt, bereits vor Prozessbeginn per Fax eine Unterbrechung der Hauptverhandlung für mindestens sieben Tage beantragt. Hintergrund ist ein NSU-Attentat vom 9. Juni 2004, dessen Opfer bislang nicht als Opfer galten und benachrichtigt werden sollen, bevor der Prozess fortgesetzt wird.

10.47 Uhr: Die Polizei stellt klar, dass die jungen Frauen nicht festgenommen wurden. Sie wurden lediglich mit Polizeigewalt daran gehindert, die Absperrung zu überwinden. Inzwischen dürfen sie sich wieder frei bewegen.

10.29 Uhr: Die Richter betreten den Saal. Vor dem Gericht bleibt die Stimmung unterdessen angespannt. Die Nymphenburger Straße ist bis auf weiteres gesperrt, obwohl dies laut Polizei so nicht geplant war. Die Demonstranten versuchen sich weiterhin Gehör zu verschaffen.

10.17 Uhr: Die Richter lassen sich offenbar Zeit. Inzwischen sind sie bereits 15 Minuten zu spät. Die Angeklagten warten, twittert Philipp Vetter.

10.14 Uhr: Zschäpe betritt den Gerichtssaal mit verschränkten Armen und versteinertem Blick, twittert Philipp Vetter, der für den Münchner Merkur im Gerichtssaal sitzt. Sie trägt einen schwarzen Anzug und eine weiße Bluse. Den Fotografen wendet sie den Rücken zu und auch die Angehörigen der Opfer würdigt sie keines Blickes. Zwei der anderen Angeklagten verstecken ihre Gesichter hinter Aktendeckeln und Kapuzen.

Polizei nimmt zwei junge Türkinnen fest

9.52 Uhr: Die Polizei hat die Nymphenburger Straße vor dem Gericht komplett gesperrt. Dutzende Beamten haben sich auf der Straße postiert. Das bringt die Demonstranten in Rage, weil die Polizisten so ihre Plakate und Banner verdecken.

9.50 Uhr: Die Polizei hat die beiden Unruhestifterinnen offenbar festgenommen. Sie sollen die Beamten provoziert haben. Außerdem haben sie angeblich versucht, die Absperrung vor dem Gericht zu überwinden. OB Ude versucht zu schlichten.

9.45 Uhr: Aufregung vor dem Gericht: Zwei türkische Mädchen rennen umher und brüllen die Worte "Tod" und "Nazis". OB Ude steht daneben und sieht sich das Spektakel an.

9.43 Uhr: Einer der Angeklagten hat den Wartenden aus dem Gefangenenwagen heraus offenbar den Mittelfinger gezeigt.

9.35 Uhr: Im Gerichtssaal ist es inzwischen brechend voll. Und auch ein Neonazi hat es offenbar ins Gebäude geschafft: Karl-Heinz Statzberger. Er gilt als Kumpel von Martin Wiese.

Beate Zschäpe und Verteidiger am Gericht eingetroffen

9.13 Uhr: Allmählich geht es rund vor dem Gericht: Auf der gegenüberliegenden Straßenseite findet momentan eine Kundgebung statt. Immer mehr Demonstranten positionieren sich unabhängig davon mit Schildern und Plakaten rund um den Vorplatz des Gerichtsgebäudes. Vor dem Eingang kam es kurzzeitig zu tumultartigen Szenen, weil die Kinder des ersten NSU-Opfers, Enver Simsek, zusammen mit ihren Anwälten eingetroffen sind und einige Interviews gegeben haben, bevor sie schließlich im Gebäude verschwanden.

8.56 Uhr: Auch die drei Verteidiger von Beate Zschäpe, Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm sind eingetroffen. Sie fuhren mit Autos in die Tiefgarage, betraten das Gericht aber anschließend durch den Haupteingang. Kommentare zum Prozess gaben sie keine ab.

Hier geht's zu unserem Video: Beate Zschäpe trifft mit Blaulicht und Sirene ein

8.48 Uhr: Mehrere Fahrzeuge sind mit Blaulicht und Sirene am Gericht eingetroffen und in der Tiefgarage verschwunden. Nach Angaben eines Polizeispreches saß Beate Zschäpe im mittleren von insgesamt drei Wagen, einem gepanzerten schwarzen Jeep. Sie wird die Zeit bis zum Prozessbeginn in einem Haftraum verbringen. Am Haupteingang ist inzwischen Oberbürgermeister Christian Ude eingetroffen.

8.45 Uhr: Die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Gerichtsgebäude sind so scharf, dass nicht einmal Fahrräder dort abgestellt werden dürfen. Außerdem gelten in der Nymphenburger Straße, Erzgießereistraße, Linprunstraße und Sandstraße Halteverbote für Autos. Sie gelten laut Polizei immer Dienstags, Mittwochs, Donnerstags, an Werktagen, zwischen 7 und 18 Uhr.

8.28 Uhr: Dem Vernehmen nach sind vier der Angeklagten bereits im Gerichtsgebäude. Der Transport von Beate Zschäpe hat sich jedoch offenbar etwas nach hinten verschoben. Angeblich ist ihr Transport erst um 8 Uhr losgefahren und wird wohl erst demnächst am Gericht eintreffen.

Leutheusser-Schnarrenberger erhofft sich "neue Erkenntnisse"

8.13 Uhr: Auch Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat sich am Montag bereits zum NSU-Prozess geäußert. Gegenüber der "Passauer Neuen Presse" kündigte sie an, dass es im "bedeutendsten Strafprozess, der in Deutschland in letzter Zeit geführt wurde", eine umfassende Beweisaufnahme geben werde. Davon erhoffe sie sich unter anderem "neue Erkenntnisse".

8.07 Uhr: Mahmut Tanal ist Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte im türkischen Parlament und harrt seit den frühen Morgenstunden vor dem Besuchereingang des Landgerichts aus. Über den NSU-Prozess und die Vergabe der Plätze sagt er: "Es gibt einige Fragen, die wirklich geklärt werden müssen, wenn wir gut zusammenleben wollen. Bei uns gibt es auch große Prozesse. Wenn Freunde aus der EU kommen, um sich darüber zu informieren, sorgen wir dafür, dass sie dabei sein können. Aber wir stehen gerne hier."

7.41 Uhr: Die ersten Demonstranten haben ihre Plakate ausgepackt (Foto folgt). Noch ist die Lage aber entspannt.

Einige Hartgesottene harren seit Sonntag vor dem Gericht aus

7.22 Uhr: Besondere Sicherheitsvorkehrungen gelten für den Gefangenentransport. Er wird gegen 7.30 Uhr erwartet und soll über die Erzgießerei- und Linprunstraße in die Tiefgarage des Gerichtsgebäudes fahren. Dort soll dann Beate Zschäpe vor neugierigen Blicken geschützt aussteigen können. Erst im Gerichtssaal werden die Angehörigen der NSU-Opfer auf die Hauptangeklagte treffen. Die Pressesprecherin des Oberlandesgerichts München, Andrea Titz, hat am Montagmorgen bereits um kurz vor 7 Uhr zu den Pressevertretern gesprochen und mitgeteilt, dass die überlebenden Opfer und Angehörige der verstorbenen Opfer sich den Saal am Sonntag bereits ansehen durften, um sich besser auf den Prozess einstellen zu können.

Der NSU-Prozess: Zentrale Fragen rund um das Verfahren

Der NSU-Prozess: Zentrale Fragen rund um das Verfahren

7.10 Uhr: Noch ist der Besucheransturm vor dem Gerichtsgebäude überschaubar. Auch von den tausenden Demonstranten, die für 8 Uhr erwartet werden, sind erst die Frühaufsteher vor Ort. Nur einige Hartgesottene, die unbedingt einen der insgesamt nur 50 Besucherplätze im Gerichtssaal ergattern wollen, haben die ganze Nacht vor dem Gericht ausgeharrt. Die Polizeipräsenz ist hingegen enorm. Schon an der U-Bahn-Station am Stiglmaierplatz trifft man auf Dutzende Beamte.

Alle Hintergründe zum Prozess in München finden Sie auf merkur-online.de

Vom NSU-Prozess berichten Philipp Vetter und Ann-Kathrin Gerke für die Offenbach Post und den Münchner Merkur sowie Eberhard Unfried und Dorita Plange für hallo-muenchen.de und die tz. Für merkur-online.de ist Steffi Wegele vor Ort. /dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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