Neue Runde im Streit bei der Linken

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Bundesparteichef Klaus Ernst

München - Der heftige Streit rund um die “Karteileichen- Affäre“ bei der Linken in Bayern geht in eine neue Runde. Ulrich Voß setzt Klaus Ernst unter Druck.

Landesschatzmeister Ulrich Voß forderte in einem Interview der “Süddeutschen Zeitung“ (Samstag) Bundesparteichef Klaus Ernst auf, sein Amt niederzulegen. Ernst habe von den Ungereimtheiten in der Mitgliederverwaltung gewusst und nichts unternommen, sagte Voß. Es sei für ihn an der Zeit zurückzutreten. “Als Parteichef ist er völlig untragbar geworden.“

Voß hatte in der vergangenen Woche angebliche Manipulationen der Mitgliederzahlen in einigen Kreisverbänden angeprangert, damit auch Parteichef Ernst angegriffen und für Krach in der gesamten Linkspartei gesorgt. Ernst habe bei der Nominierung der Kandidaten für die Bundestagswahl 2009 davon profitiert, dass die Partei stillschweigend eine große Zahl nicht zahlender Mitglieder in der Kartei weiter geführt habe, behauptete Voß.

Laut Emnid-Umfrage im Auftrag des Magazins “Focus“ schadet der Streit der Partei. So hielten 62 Prozent der Deutschen Ernst für nicht mehr tragbar, bei den Wählern der Linken seien immerhin 37 Prozent für eine Ablösung des Parteichefs.

Einem “Spiegel“-Bericht zufolge könnte die Affäre die Partei auch teuer zu stehen kommen: Durch Voß„ Weigerung, den Rechenschaftsbericht zu unterschreiben, könnte dieser womöglich nicht fristgerecht eingereicht werden. Damit wäre auch der Bericht der Bundespartei unvollständig. Laut “Spiegel“ rechnet die Partei intern mit einer Strafe von bis zu 1,6 Millionen Euro für diesen Fall.

dpa

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