In Niedersachsen

Offenbar Anschlag geplant: Mutmaßlicher Islamist angeklagt

Gegen den seit rund einem halben Jahr in U-Haft sitzenden mutmaßlichen Islamisten Sascha L. ist Anklage erhoben worden. Der 26-Jährige soll einen Anschlag auf Polizisten geplant haben.

Celle - Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat Anklage gegen einen mutmaßlichen deutschen Islamisten und drei mögliche Mittäter erhoben. Der 26-jährige Hauptverdächtige Sascha L. soll einen Sprengstoffanschlag auf Polizisten oder Soldaten geplant haben, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Die niedersächsischen Ermittler rechnen den aus Northeim stammenden Mann der radikal-islamischen Salafistenszene zu.

In der Wohnung des Tatverdächtigen, der seit Februar in Untersuchungshaft sitzt, waren Chemikalien und elektronische Bauteile gefunden worden, die für den Bau eines Sprengsatzes mit Fernzünder geeignet waren. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihm Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie unerlaubten Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen vor. Die Anklage wurde am Landgericht Braunschweig erhoben.

Im Januar Sprengsätze getestet

Spätestens seit Dezember 2016 habe sich L., der sich als Unterstützer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) betrachtete, die nötigen Materialien für den Bombenbau besorgt. Bereits im Januar soll er in Northeim zweimal Sprengsätze getestet haben.

Nach Überzeugung der Ankläger war er fest entschlossen, mit einem Sprengsatz zuvor angelockte Polizeibeamte per Fernzündung aus etwa 15 Metern Entfernung zu töten. Als alternatives Ziel habe er Soldaten der Bundeswehr ins Visier genommen. Zur Umsetzung der Anschlagspläne kam es nicht mehr; Sascha L. wurde am 21. Februar festgenommen.

Zwei Angeklagte sollen ihn unterstützt haben

Zwei weitere Angeklagte, dem 27-jährigen Afghanen Masie S. und dem 28-jährigen Türken Alpaslan Ü., sollen L. unter anderem mit Geld unterstützt haben. S. soll sich der Anklage zufolge darüber hinaus bereit erklärt haben, die Polizisten anzulocken und damit den Anschlag zu ermöglichen. Beiden wird Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Sie wurden im April festgenommen.

Ebenfalls der Beihilfe angeklagt ist der 21-jährige Wladislav S. Der Deutsche steht unter Verdacht, Sascha L. bei den "Probesprengungen" begleitet und davon Videos gemacht zu haben. Er wurde im April festgenommen, befindet sich aber nicht mehr in Untersuchungshaft.

Der dringende Tatverdacht gegen eine weitere 25-jährige Deutsche hat sich nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft bislang nicht erhärtet. Die Ermittlungen gegen sie dauern noch an.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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