Zoff auf Facebook zwischen Restle und Palmer

Moderator attackiert Grünen-Politiker: „Sie wollen an AfD-Wähler ran“

+
Georg Restle, Redaktionsleiter und Moderator der TV-Sendung Monitor.

Boris Palmer (Grüne) und Moderator Georg Restle streiten sich bei Facebook. Es geht um die Vorfälle beim Volksfest in Schorndorf. Restle unterstellt Palmer eine Nähe zum „braunen Sumpf“.

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) und der Moderator Georg Restle (ARD-Magazin Monitor) lieferten sich ein knackiges Wortgefecht im Internet. Bei Facebook griff Restle den Politiker an: „Lieber Boris Palmer, da haben Sie wohl – mal wieder – etwas vorschnell aus der Hüfte geschossen.“ Hintergrund war Palmers Reaktion auf die Vorfälle beim Volksfest in Schorndorf. Er schrieb: „Auffällig ist, dass die Gruppe der Zuwanderer (hier: Asylbewerber) überdurchschnittlich häufig an der Begehung von Straftaten beteiligt ist.“ Bei dem Fest bei Stuttgart versammelten sich laut Polizei bis zu 1000 junge Leute im Schlosspark der Stadt, es kam zu Randalen sowie sexuellen Übergriffen auf einem Volksfest. Dabei soll, nach Polizeiangaben, eine 17-Jährige von drei Asylbewerbern aus Afghanistan festgehalten und am Po begrapscht worden sein. 

Dass Palmer derart im Netz reagierte, brachte den Journalisten Georg Restle auf: Mit solchen Äußerungen bediene er den „braunen Sumpf“, schrieb er. 

Der Ausgangspunkt sind diese Äußerungen von Palmer:

Georg Restle wollte Palmer mit „den Fakten“ einordnen. Weiter schrieb er: „Aber um Fakten geht’s Ihnen nicht. Sie wollen offensichtlich ganz dicht ran ans fremdenfeindliche AfD-Wählervolk. Schaut man sich die Reaktionen auf Ihrem Facebook-Profil an, haben Sie das auch geschafft.“

Palmer reagierte: „Da haben Sie wohl wieder mal den Beleg geliefert, dass man Probleme mit Asylbewerbern nicht ansprechen darf, ohne zur AfD geschickt zu werden.“ Die Frage also, die der Grünen-Politiker anstieß, ist, was öffentlich gesagt werden dürfe und was nicht. 

Palmer antwortete, dass er sich missverstanden fühle: „Ich habe mit ,Asylbewerber mitten drin‘ die sexuellen Übergriffe auf Frauen gemeint. An dieser Meldung hat die Polizei nichts verändert. Sie lesen das so, als hätte ich Asylbewerber mitten in der Gruppe der angeblich 1000 Migranten identifiziert.“ 

Mildere Worte von Restle

Der ARD-Mann Georg Restle lobte, dass Politiker, die sich so offen der Kritik stellen, tendenziell ja eher rar gesät seien in diesem Land. „In der Sache allerdings kann ich Ihnen nur schwer folgen. Es ehrt Sie zwar, dass Sie Ihre Einschätzung vom Ausmaß der Gewalt in Schorndorf nun nachträglich abmildern wollen, indem Sie jetzt nur noch von Ihnen bisher unbekannter Gewalt in Schorndorf sprechen. Nur haben Sie das so eben nicht geschrieben. Im Gegenteil: Sie ordnen die Vorfälle in einen ganzen Reigen Sie empörender Ereignisse ein – unabhängig davon, ob es im konkreten Fall passt oder nicht“, schrieb Restle. 

Dennoch: Der verbalen Schlagabtausch mit Argumenten belebte die Debattenkultur im Netz. Ein Treffen der beiden könnte folgen: „Lernen wir uns mal kennen“, schrieb der Oberbürgermeister an den Journalisten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare